Chinas langer Marsch ins Glück

24.9.2020. „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ entstand 1929 als Kinofilm von Phil Jutzi. Der armen Mutter Krause stiehlt ihr Sohn Paul zwanzig Mark aus der Zeitungskasse und vertrinkt es mit Freunden. Mutter Krause kann das Geld nicht an ihre Firma zurückzahlen. Sie öffnet in der Küche den Gashahn und tötet sich selbst.

Ganz anders verlaufen weltweite politische Entwicklungen. Mao Ze Dong ertrug In China nicht mehr die alten Sitten: Reiche Landbesitzer und hungernde Bauern. Er stürzte den letzten Kaiser. Mit der Alleinherrschaft der Adeligen war Schluss. Mao führte vorher einen Langen Marsch an, der mühsam, quer durch das ganze Reich ging. Am 1.10.1949 gründete er die Volksrepublik China, im gleichen Jahr entstanden die freie westdeutsche Bundesrepubik und die strenge, abgeschottete ostdeutsche DDR, die einen ganz anderen Weg gingen, mit eigenen Methoden.

Heute ist China so stark, dass es keine frechen Belehrungen mehr braucht und duldet. Aber in München sind nicht nur chinesische Touristen unterwegs, die zu Hause für unse Land Reklame machen. Auch Geschäftsleute. Einen habe ich für einen Vietnamesen gehalten. Das hat er sofort berichtigt, in fließendem Deutsch. Beruflich sind solche Leute sehr gut gekleidet, mit einigen Schwerpunkten: Schwarze Anzüge haben manchmal eine sehr enge Taille, als energische Schnittform. Die Haare sind kurz geschnitten, Bärte sind selten. Das wirkt sehr diszipliniert, aber es sind keine Militär-Uniformen, die man fast nur in der Heimat trägt.

Bei Maos chinesischer Kulturrevolution in den Sechziger Jahren wurde viel Tradition zerstört. Pagoden. Bücher. Alte Häuser. Mittlerweile werden sie aber als wertvoll eingeschätzt. Nach der großen Reise Marco Polos (1254 – 1324) von Venedig nach China berichtete er Wunderdinge über das Land, die ihm bei seiner Rückkehr kein Zeitgenosse glauben wollte. Aber längst gehören chinesische Restaurants zum westlichen Alltag. Drinnen sind sie sorgfältig ausgestattet wie in früheren Zeiten. Große Wandreliefs mit alten Häusern, Flussbrücken und wimmelnden Menschen erinnern an die Glanzjahre der Kultur, als mächtige Kaiser das Land gestalteten. Maler, Dichter und Philosophen haben unsterbliche Werke hinterlassen.

Wenn China, oft zu wenig von den Anderen bemerkt, sein Reich ständig erneuert und modernisiert, wird es noch viel stärker als heute. Auch in Europa ist die schwarze Vergangenheit der gewaltsamen Kolonialkriege längst abgehakt, bei denen China zu lange nur als Opfer reagieren konnte.

In Zukunft werden alle Staaten noch enger zusammen wachsen, aber mehr Wert auf ihre traditionellen Eigenarten legen und sie weiter zu einem Schwerpunkt werden lassen, der keine drohenden Muskelspiele, keinen Streit mit anderen Nationen sucht.

Auch Japan gehört dazu. Vor sechzig Jahren landete es es sogar in den weltweiten Hitparaden, mit dem Schlager „Sukiyaki“. Hier kann man das hören, mit englischen Untertiteln::

https://www.youtube.com/watch?v=RVPtPGSLXlY

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