Cleopatra 1963

24.1.2022. Sensationen sind spannend, deshalb haben sie viele Zuschauer und Leser. Das heizt den Verkauf der Nachrichten an, und mit Phantasie lässt sich das noch steigern. Wenn aber nur die halbe Wahrheit erzählt wird, ist es eine Unwahrheit. Das kann man zum Beruf machen, nicht nur in den Informationsmedien, sondern bei jedem Geschäft. Dumm ist nur, wenn die Wahrheit trotzdem herauskommt. Dann ist das Vertrauen weg. Privat sucht man sich ganz andere Freunde, aber die falschen Hunde tauchen immer wieder auf, schlecht getarnt und leicht erkennbar. Die Methoden wurden hier schon oft erklärt, nur als Beispiel noch einmal die Risse in der Logik. Behauptet Jemand, der Himmel wäre grün, nimmt das Niemand ernst. Aber blau kann auch ein Zustand sein. Oder die Leidenschaft, mit falschen Karten zu spielen. Dafür lassen sich riesige Projekte aufbauen, Geld dafür einsammeln, aber die Erfinder verwenden schlechtes Material. Das ist dann schnell erkennbar, wenn es Vergleichsmöglichkeiten gibt. Unglaublich ist es, wie oft das passiert, aber wahr.

In der Kunst und Unterhaltung gelten ganz andere Gesetze, aber sie täuschen auch nicht vor, völlig wahr zu sein. Man muss nur hinter die bunte Oberfläche schauen, dann findet man, was davon Spass ist oder ernst. Alte Filme sind dabei wie Lehrbücher. Einer der teuersten Filme aller Zeiten war im Jahr 1963 „Cleopatra“. Schon während der Dreharbeiten in Rom wurde ausführlich berichtet, vor Allem über das Privatleben der beiden Stars, Elisabeth Taylor und Richard Burton. Sie liebten die langen Nächte an der Via Veneto, tranken viel, kamen morgens oft zu spät zur Arbeit oder hatten ihren Text vergessen. Das feuerte das Publikum so an, dass bei den ersten Vorstellungen des fertigen Films viel Geduld notwendig war, um überhaupt eine Eintrittskarte zu bekommen.

Vor 20 Jahren erschien der lange Film als DVD, auch mit viel Rummel. Zum ersten Mal sah man die vollständige Fassung, also nicht drei, sondern vier Stunden. Dabei passierten Fehler. Einige deutsche Sprecher waren nicht mehr ansprechbar, dafür nahm man andere, und das war an den Stimmen sofort erkennbar. In den gleichen Szenen schaltete der Normalton plötzlich auf „leise“ oder man hörte die englische Originalfassung, deren Mitwirkende zum Teil gewöhnungsbedürftig waren.

Die tatsächliche Cleopatra lebte 39 – 60 vor Chr. Berühmt war sie nicht wegen ihrer monumentalen Paläste, sondern wegen ihrer Begabung, zwei der mächtigsten Männer ihrer Zeit einzuwickeln, allerdings  ncht sehr lange. Cäsar war der Herrscher des römischen Weltreichs, doch  als er die Republik des Volks in eine Diktatur und seinen perönlichen Machtbereich umwandeln wollte, ermordeten ihn am 15.3.44  vor Chr. seine besten Freunde. Cleopatra war zu dieser Zeit in Rom,  fiel aber Niemandem besonders auf. Im Film gibt es bei ihrem ersten Auftritt vor den Herrschern einen bombastischen Triumphzug und Massenszenen mit tausenden Statisten. Aber Alles war nur Phantasie, so wie die Träume von unbekannten Prominenten, die gern Nummer Eins sein wollen. Nach Cäsars Tod folgten jahrelange Streitigkeiten zwischen den Feldherren, die gern seine Nachfolger gewesen wären. Nur Einer setzte  sich durch: Octavian, der später als Kaiser Augustus, auch Herrscher war, als Christus geboren wurde. Er regierte lange, von 31 vor Chr. bis 14 nach Chr., eine Rekordzeit und er vermied Kriege, die unberechenbare Unruhen  auslösten.

Aber die goldene Zeit der Cäsaren war vorbei. Das Christentum wurde später Staatsreligion, ausgerechnet in Rom, wo es langsam die alten Herrscher verdrängte. Doch die früheren Opfer der harten Christenverfolgungen begannen Rachefeldzüge gegen Ketzer, also gegen alle Kritiker, die den Vatikan nicht als Alleinherrscher anerkannten. Vor Allem in der Renaissancezeit. Zum Stichwort „Ketzer“ gibt es hier über 90 eigene Artikel. Wenn man das Wort eintippt in die Such-Funktion, rechts oben auf dieser Seite, findet man die Beiträge sofort. Zur Zeit erlebt die römische  Kirche die härtesten Angriffe  ihrer Geschichte. Die Menschheit hat noch viele andere Themen, und dazu gibt es hier 44 Kapitel (Kategorien).

Was bleibt, sind die Fragezeichen, der Blick in die Zukunft. Ohne Schwierigkeiten geschieht da gar nichts. Aber es lassen sich viel mehr ungelöste Probleme  bearbeiten und verändern als die Tagesdiskussionen zeigen, die sich wiederholen und manchmal wochenlang kein Ende finden. Da gilt das Sprichwort: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Das müssen keine körperlichen Höchstleistungen sein. Zum Nachdenken wird immer  ein geeignetes Publikum gebraucht oder, im Hochgebirge, ein  Platz  mit Fernblick. In der Natur ist grundsätzlich Alles offen, aber dafür gibt es auch unvermeidliche Grenzen. Nur die Bremsklötze brauchen einen anderen Platz.

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