Das alte München

3.4.2022. Der Ramadan ist in den islamischen Ländern der Beginn der Fastenzeit. Erst nach dem Sonnenuntergang wird gegessen. In Bayern ist das schon lange vorbei. Mönche hatten eine Idee:  Tagsüber Flüssignahrung. Bier. Der Starkbier-Anstich auf dem Münchner Nockherberg wurde bundesweit im Fernsehen übertragen. In einem voll besetzten Wirtshaus hatten nur eingeladene Gäste Zutritt. Mitten in der ersten Reihe saß Ministerpräsideent Franz Josf Strauß (1915 – 1988) und hörte sich an, wie er ausgelacht wurde. Vom Festredner, der kein Blatt vor den Mund nahm. Strauß lachte dazu immer schallend, weil ganz Deutschland zuschauen konnte. Aber er konnte auch keinen   Spass verstehen, wenn die Themen ernsthaft waren. Seine Erzfeinde saßen im Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel“ und hatten ihn im Visier, jeden Montag aufs Neue. Dann verlor er die Geduld. Am 23.10.62 entschied der Bundesgerichtshof, dass Chefredakteuer Rudolf Augstein verhaftet wurde. Danach war die Hölle los,  und Strauß hatte noch ein paar Feinde mehr.

Er hielt das Alles aus, ging dann aber nach Bayern, als Ministerpräsident. Die Verhaftungen hatte er  als Verteidigungsminister durchgesetzt, bestritt das  jedoch  vor dem Parlament, damals in Bonn. Als die Wahrheit herauskam, musste er gehen, blieb aber aktiv und machte sein Land zu einem Technikzentrum wie das kalifornische Silicon Valley, das die ganze Welt veränderte. Sein langer Schatten ist immer noch unübersehbar. Wer den Spuren folgt, erlebt immer Überraschungen, weil viele Münchner ihn persönlich gekannt hatten. Auch das gehört nicht hier hin, grundsätzlich. Außerdem interessiert es die jüngere Geneartion kaum noch, nur wenige können etwas mit dem Stichwort anfangen. Wer trotzdem neugierig ist, kann mit jeder Suchmaschine viel Zeit verbringen, aber das Ergebnis wollen die meisten gar nicht wissen. Auch nicht, dass er als unbekannter Landrat dafür sorgte, dass die gesamte Altstadt von München, die 1945 vom Krieg  total zerstört war, nach historischen Vorbildern wieder so genau aufgebaut wurde wie es nur möglich war. Mit unvermeidbaren Baulücken, die längst geschlossen sind. 1972 kamen die Olypischen Spiele, Besucher aus aller Welt, die gern für immer bleiben wollten. Genau diese Mischung habe ich noch im September 1987 erlebt und war jahrelang mittendrin. Dann kamen Risse in den Lack, weil hinter vielen Fassaden ein Volk auftauchte, dem man aus dem Weg gehen sollte. Deshalb hat sich das Gesicht der Stadt völlig verändert.

An diesem Wochenede werden „Befreiungs-Parties“ gefeiert aus einem ganz anderen Grund. Seit zwei Jahren genau waren einige Verfassungsrechte nur noch als Reste vorhanden: Die Versammlungsfreiheit, zunächst auch in Wirtshäusern. Dazu nächtliche Ausgangsverbote, Läden nur für das Notwendige, der Rest war zu. Die Unruhe war groß, aber  jetzt soll sich wieder alles normalisieren. Was normal ist, war schon immer eine Ursache für Streit oder Verdächtigungen. Vor sechzig Jahren landete Eichmann vor Gericht, der den geplanten Massenmord an den Juden in Europa organisiert und geleitet hatte. Trotzdem bekam er einen fairen Prozess, nach den Regeln des Rechtsstaats und des Völkerrechts. Verzeihen konnte ihm Niemand, also war die Todesstrafe schon vorher sicher. Verhört hat ihn nur der Kriminalbeamte Avner Less, der jede Gewalt dabei ablehnte. Am 2.8.21 erschien dazu hier der Artikel „Lichtgott Avner“ :

https://luft.mind-panorama.de/?s=avner+less&x=13&y=10

Zitat: „Die Eltern von Avner Less waren in einem Konzentrationslager umgekommen, doch er hatte einen anderen Vorschlag: Ruhige Gespräche mit Eichmann, aber danach sagten ihm draußen uniformierte Soldaten, er werde seinen nächsten Geburtstag nicht mehr erleben. In dieser Situation packte Eichmann freiwillig und lückenlos aus, weil er dann noch ein paar Tage länger leben konnte. Er beantwortete sämtliche Fragen von Less, ohne Drohungen oder Gewalt und ergänzte seine Informationen selbst so ausführlich wie er nur konnte. Lesser schrieb anschließend ein Buch darüber, in dem Alles stand, was mitteilenswert war.“

Genauso war es 1945 in Nürnberg. Die überlebenden Verursacher des Zweiten Weltkriegs konnten sich frei verteidigen, mit eigenen Rechtsanwälten, auch vor amerikanischen und russischen Richtern. Verurteilt wurden sie wegen Kriegsverbrechen und schwerer Verletzung des Völkerrechts. Sie hatten einen eigenen Justizminister, aber der wurde auch gehängt, weil die Universalgesetze mächtiger waren. Zur Erinnerung: Ihre Asche wurde nachts nach München gefahren und dort in die Isar,geschüttet, bei der kleinen Wallfahrtskirche Maria Einsiedel in Thalkirchen. Die juristische Situation hat sich seitdem überhaupt nicht verändert, aber die Realität. Vergleiche kann man auch ziehen mit ganz anderen Kriegen. Die stärksten Auswirkungen hat der Ukraine-Krieg. Wie man ihn sofort beenden kann, findet man mit dem Stichwort „Ukraine“, wenn man es in die Such-Funktion eintippt, rechts oben auf dieser Seite.

Die wichtigste Freiheit gibt es im Innenleben. Wenn das kaputt ist, ist Alles möglich. Die Justiz und ihre Mitarbeiter haben dabei Informationlücken, weil Niemand Alles wissen kann. Aber im Internet werden gezielte Fragen beantwortet, auch hier. Im Alltag gibt es viel Handlungsbedarf, im Internet  noch mehr. Dazu gibt es hier das Kapitel „Die Reinigung des Internets“. Das ist nicht unlösbar, weil die  Nutzer selbst dabei aufpassen können. Deshalb noch einmal der Hinweis auf die Programme von „Open Source“ (Offene Quelle) und Linux / Ubuntu. Man muss sich nur darüber informieren und dann selbst  entscheiden, was empfehlenswert ist,

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