Das Geheimnis der Kirchenfenster

11.1.2021. Im Mittelalter gab es noch keinen elektrischen Strom. Deshalb sind alte Kathedralen nur bei klarem Wettet gut erkennbar, in ihren Innenräumen. Die sind aber nicht am Fließband hergestellt, so wie die gesichtslosen Vororte, die Trabantenstädte unserer heutigen Großstädte. Sondern berühmte Baumeister planten sie sorgfältig, und freie Handwerker bauten sie auf, die nicht an eine einzige Firma gebunden waren, sondern aufgrund ihrer Qualität Arbeitsplätze in ganz Europa fanden. Wer die Innenräume verstehen will, muss sich mit der uralten Bildersprache der Symbolik auskennen. Denn jedes einzelne Teil hat eine tiefe Bedeutung. Jeder Besucher wird von der Kraft der Säulen, Erker und Kreuzgewölbe innerlich aufgeladen. Aber sie haben alle eine Botschaft und sind Signale aus dem Universum. Im Internet, besonders im Wikipedia-Lexikon, findet man eine Überfülle von Beispielen dafür. Beschäftigt man sich viele Jahre damit, werden sie ein Teil des eigenen Denkens. Man erkennt ihre Spuren auch im Alltag und kann sie erklären. Ein wertvolles Instrument für die Kriminalistik. Dort ist es aber nur Minderheiten bekannt, obwohl man damit ungelöste Fälle aufklären kann und absichtliche Fälschungen sofort erkennt. Betrügereien in allen Bereichen, auch in der Ökonomie, der Politik und der Kunst.

Die Psychoanalyse hat dieses Wissen gründlich erforscht, seitdem Sigmund Freud im Jahr 1900 seine „Traumdeutung“ veröffentlichte und die große Tür zu einer ganz neuen Epoche weit aufschlug, in der auch psychische Erkrankungen geheilt werden können. Freud selbst verbrachte die meisten Lebensjahre in seiner kleinen Wohnung in der Wiener Berggasse 19, wo er auch seine Patienten behandelte. Als Besucher kann man sie betreten, weil sie als Gedenkstätte erhalten blieb. Erstaunen löst dabei immer noch die äußerliche Bescheidenheit der kleinen Arztpraxis aus. Nur die berühmte Couch ist nicht mehr da. Sie steht in London. Freud wurde, als Jude in einem letzten Lebensjahr bedroht und fuhr mit dem Zug nach England, mit seiner Tochter Anna. Auf einem Foto sieht man die beiden, hinter einem Zugfenster in Wien. Aufgenommen hat es vermutlich seine Bewunderin und Retterin Marie Bonaparte. Sie hatte gute Kontakte zur neuen Wiener Stadtregierung, und sie bezahlte auch die gesetzliche „Reichsflucht-Steuer“, die Pflicht war, für jeden Ausreisewilligen. In London stand ein kleines Haus mit Garten für Freud bereit. Dort sind auch die letzten Filmaufnahmen mit ihm entstanden.

Mit seinen Methoden kann man auch fast alle Symbole der alten Kirchen erklären. Der Altar stand immer im Osten, wo die Sonne aufgeht. An der Wand hinter dem Altar sieht man, in einem goldenen Strahlenkranz, das „Auge Gottes“, das auch im Dunkeln Alles erkennt, was der Mensch verheimlichen will, aber dessen elektronische Spuren immer schneller erkennbar sind. Die Kirchenfenster dahinter sind aus farbigen, kleinen Mosaiksteinen aufgebaut, die als großes Gesamtbild religiöse Motive zeigen, also starke Zeichen aus der Unendlichkeit, die man auch entziffern und übersetzen kann. Wenn man hier insgesamt vierzig Kapitel (Kategorien) findet, gefüllt mit unterschiedlichen Beiträgen aus allen Wissensbereichen, dann ist das die Kurzfassung von Lebenserfahrungen, aus den letzten Jahrzehnten. Wissenslücke hat Jeder, aber bei wichtigen Themen kann man sie schließen.

Das geschieht auch auf dieser Webseite, mit den bisher 34 Beiträgen – nur zum Thema Psychoanalyse. Sie gehören zu einem veränderten Denken, dessen Wissenslücken, auch bei spezialisierten Experten, in der Vergangenheit schwere Schäden ausgelöst haben. Zeit zum Nachdenken darüber hat Jeder, jetzt noch mehr als früher.

Ungelöste Probleme, Störungen in dieser Welt wird es immer geben. Aber auch aus starken Spannungen entsteht ein Fortschritt. Man kann Störungen dämpfen, die Ursachen erkennen und oft auch beseitigen. Nicht alle politischen Regierungen arbeiten dafür, manche wehren sich sogar heftig dagegen. Aber der Fortschritt entsteht immer durch logische Erkenntnisse. Sie sind am Ende nicht aufzuhalten.

Ottorino Respighi komponierte die „Kirchenfenster“ (Vetrate di Chiesa). Ihm gelang es damit, die meditative Ruhe in einer alten Kathedrale einzufangen:

https://www.youtube.com/watch?v=2cPqxY0Bs58

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