Der Masken-Skandal

9.3.2021. In den letzten Tagen hatte man den Eindruck, das Aufregendste auf der Welt wäre das Interview des englischen Prinzen Harry und seiner Ehefrau Meg in Kalifornien. Tagelang wurde vorher auf die Pauke gehauen, mit Andeutungen noch mehr Hitze erzeugt, und seit gestern läuft es auf allen Fernsehsendern. Die beiden haben Probleme mit der Verwandtschaft, und das geht den meisten Menschen so. Mehr kam auch nicht dabei heraus. Aber die Werbewirksamkeit steigt in einer steilen Kurve.

Wenn man gleichzeitig etwas vom „Masken-Skandal“ hört, fällt es kaum noch auf. Gemeint sind Corona-Schutzmasken, die von einer Luxus-Textilfirma hergestellt werden. Das letzte Stichwort passt nicht so ganz in den Zusammenhang. Denn medizinische Masken sollen nicht zu teuer sein und werden vom Staat und den Krankenkassen bezahlt. Jetzt hört man ein leises Klingeln, wie bei einer alten Ladenkasse. Erst danach habe ich die Zusammenhänge genauer kennengelernt. Sie standen zum Beispiel in der Frankfurter Rundschau, erst gestern:

https://www.fr.de/politik/corona-masken-skandal-georg-nuesslein-csu-fraktion-korruption-cdu-nikolas-loebel-ruecktritt-union-mandate-90219053.html

Zitat: „Georg Nüßlein ist stellvertretender Vorsitzender der Fraktion von CDU/CSU im Bundestag. Dem CSU-Politiker wird vorgeworfen, sich mit dem Ankauf von Corona-Masken persönlich bereichert zu haben. Zusammen mit seinem Parteifreund Nikolaus Löbel soll er Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Masken-Geschäften kassiert haben.“ Schon am 4. 12.20 schrieb die gleiche Zeitung über den Düsseldorfer Ministerpräsidenten Armin Laschet: Sein Sohn Joe Laschet fädelte den Millionen-Deal mit der Staatskanzlei ein. Van Laack, Luxusmodenhersteller und Arbeitgeber von „Influencer“ Laschet, kann mit Corona-Masken seinen Gewinn verdoppeln. Joe Laschet zeigt sich auf seinen Social Media-Kanälen und seiner Website regelmäßig in der Ausstattung der Luxusmarke van Laack, auch mal gerne im van Laack-Store in Paris oder im schicken Sportwagen.“ Ein Influencer ist ein Unternehmensberater (Consultant).

Rundherum um diese Berichterstattung steigern sich jetzt die Dementis, Lügen, Varianten und Gegendarstellungen. Aber die Sache kocht schon seit dem Jahresende, auf allen Kanälen. Jeder kennt sie. Dass überhaupt nichts dran ist, behauptet Keiner mehr. Das ist auch Sache der Polizei-Ermittler, aber es reicht den Zuschauern nicht. Jetzt wird gegraben, immer tiefer, und vielleicht kommen noch mehr Schatzkisten an das Tageslicht. Das bekannte Jugendbuch „Die Schatzinsel“ wurde schon 1883 veröffentlicht. Es war sofort ein Welterfolg. Der aktuelle „Masken-Skandal“ ist langweilig für Jugendliche, aber die Profis aus der ganz hohen Politik sind unter Hochspannung, die Firmen der Medizintechnik auch, das weltweite Publikum der Kommentatoren und Besserwisser kommt auf Hochtouren.

Alle Mediziner sollen den Eid des Hippokrates (460 – 370 v. Chr.) beachten: „Handle ausschließlich, nur zum Wohl des Patienten“. Die ständig anschwellenden Datenmassen im „Masken-Skandal“ erzählen das Gegenteil, glaubwürdig. Für andere Spurensucher sind auch die kleinsten Nebensachen und Seitenwege wichtig. Aber in einer Kurzfassung kann man sich das sparen. Scharfe Ärztekritiker wie der streitbare Chirurg Julius Hackethal (1921 – 1997), haben sich von Anfeindungen ihrer angeblich beleidigten Kollegen nicht einschüchtern lassen. Aber dass medizinische Schutzmasken auch Beutestücke sein können, ist eine Dimension aus einer anderen, pechschwarzen Welt. Extreme gibt es auch an Schulen, in Vereinen und der Kultur. Überall wird man in Zukunft genauer hinschauen, denn Masken gehören zu solchen Verkleidungen und Täuschungsmanövern, an denen viele Mitwisser beteiligt sind.

Riesenmengen an Müll lassen sich nicht schnell, aber einfach beseitigen. Die Methoden wurden hier schon oft vorgestellt. Bessere Auswertungsprogramme für Computer, für Widersprüche und Auffälligkeiten, mit Kennzahlen, die Unterschiede machen und Vergleiche bringen, die Wiederholungen erkennen lassen. Denn Skandale bauen sich langsam auf, sind an ihren Zusammenhängen erkennbar, also schon frühzeitig. Eine derartige Systematik wird oft gar nicht angewendet, weil sie nicht zu den gewohnten Traditionen passt. Aber die gerade genannten Stichwörter öffnen Geheimtüren und Verstecke. Sie sind nur knappe Hinweise, deren Realisierung noch große Projektgruppen beschäftigen wird. Ein Einzelner kann das gar nicht. Aber mitmachen werden dabei noch Viele, wenn sie saubere Hände haben und solche Erfolge auch wollen.

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