Der unbekannte Shakespeare

28.12.2020. Es gibt berühmte Namen, bei denen Keiner weiß, wer eigentlich dahinter steckt. Aber mittlerweile ist das auch nach vierhundert Jahren möglich. Der berühmte Londoner Theaterdramatiker William Shakespeare ist ein Beispiel dafür. Es gibt derart viele Spuren, die Vermutungen ausgelöst haben. Ich habe nur ein paar davon überprüft und kürzlich die Lösung gefunden.

Zitat: „Neben seinen dramatischen Arbeiten verfasste William Shakespeare vermutlich, als die Theater Londons wegen der damaligen Pest-Epidemien zeitweise ganz schließen mussten, auch lyrische und epische Gedichte. Die Publikation seiner 154 Sonetten im Jahr 1609 ist von Anfang an, mit zahlreichen Rätseln umgeben. In einem ganz kurzen Verleger-Vorspann, der meist als „Widmung“ gelesen wird, ist nur die Rede von „the only begetter“ und einem Mr. W. H. die Rede. Die Identität dieser Person ist für die Meisten bis heute nicht geklärt. Aber als sein größter dichterischer Konkurrent galt zunächst Christopher Marlowe.“  Marlowe war vermutlich Shakespeare selbst, der dieses Pseudonym verwendete. Viele Gründe dafür findet man auf meiner Marlowe-Webseite:

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Marlowe liebte auch sonst wechselnde Pseudonyme und verwendete sie gern. Damit wurde er bekannt. Unter dem Namen „Marprelate“ verhöhnte er zum Beispiel den Erzbischof von Canterbury, der auch Shakespeares Texte zensieren ließ und sie nur teilweise zur Veröffentlichung freigab, weil sie nach seiner Meinung kirchenfeindlich, also atheistisch waren und eine Gotteslästerung waren. Deshalb stand ein gefährlicher Prozess kurz bevor, der für Marlowe mit der sicheren Todesstrafe geendet hätte. Mit Hilfe von Freunden täuschte er jedoch eine Messerstecherei im Wirtshaus vor und verschwand nach Norditalien, wo er neue Werke nur noch unter dem Namen Shakespeare veröffentlichte.

Konservative Forscher halten das immer noch für eine Vermutung. Also für eine Hypothese. Aber allein in dem seriösen Wikipedia-Lexikon werden derart viele Spuren genannt, dass man ihnen nur folgen und sie weiter untersuchen muss, um zu einem klaren Ergebnis zu kommen. Aus vielen kleinen Mosaiksteinen ergibt sich dann ein logisches, deutliches Gesamtbild, selbst wenn Details noch ungeklärt sind.

Zitat: „Shakespeares Komödien und Tragödien gehören zu den bedeutendsten Bühnenstücken der Weltliteratur. Das erste schriftliche Dokument, das belegt, dass Shakespeare sich in London aufhielt, stammt von dem Dichter Robert Greene, der ihn 1592 in einem bissigen Pamphlet angriff.

Greene lästerte, Shakespeare wäre so frech, zu schreiben wie die angesehenen Dichter seiner Zeit. Er spottete: „Es gibt eine emporgekommene Krähe, fein herausgeputzt mit unseren Federn, die mit ihrem Tigerherz, versteckt in einem Schauspielergewand, tatsächlich meint, ausgefeilte  Blankverse ausschütten zu können wie die Besten von euch. Als absoluter Hans-Dampf-in-allen-Gassen kommt er sich vor, wie der größte Theater-Erschütterer im ganzen Land.“ Der Ausdruck Shake-Scene ist ein Wortspiel mit dem Namen Shakespeare.“ (Wikipedia) .

„Shakespeare verfasste nicht nur eine Fülle von Dramen für seine Theatertruppe. Außerdem spielte er selbst mit, als Schauspieler in kleineren Rollen. Seine Schauspieltruppe war sogar am königlichen Hof sehr beliebt und auch beim Publikum der großen öffentlichen Theater und verdiente gut. Bei zwei Aufführungen am königlichen Hof, während der Weihnachtsfeierlichkeiten 1594, unterzeichnet Shakespeare selbst den Vertrag. Ab 1596 lässt sich, ohne Aufrechnung im Einzelnen, nachweisen, dass Shakespeare fortlaufend Geld anlegte oder in Immobilien investierte.“ (Wikipedia)

„Der Phoenix und die Turteltaube“ (englisch: The Phoenix and the Turtle) ist ein frühes Klagegedicht von William Shakespeare. Als Autor der Anthologie war schon wieder ein unverständliches Pseudonym angegeben:  Torquato Caeliano. Durch dieses Verwenden eines ausländischen und auch falschen Namens versuchte der Autor, vor Allem die wachsamen Zensoren des Erzbischofs von Canterbury, John Whitgift , zu täuschen, was aber misslang.“ (Wikipedia).

Erzbischof John Whitgift hielt auch dieses Gedicht für gottesfeindlich, atheistisch, also für das Werk eines kirchenfeindlichen Ketzers. Das war ein Grund für die beantragte Todesstrafe. Damit bedrohte Whitgift auch Christoper Marlowe. Kurz seinem eigenen Prozess verschwand Marlowe am 30.5.1593, angeblich als Opfer einer Messerstecherei im Wirtshaus, flüchtete aber in Wirklichkeit, sofort in Richtung Norditalien und blieb dort.

Shakespeare selbst war aber nur ein realer, erfolgreicher Londoner Theaterdirektor, der auch Marlowes Stücke gern aufführte. Ihn gebrauchte der Autor dann nur noch als irreführendes Pseudonym für seine späteren, weltberühmten Werke, als er England fluchtartig verließ. Die Sprache, die Verwendung starker Wörter, die persönliche Handschrift, ist bei beiden gleich. Das Ergebnis ist: eine einzige Identität.

Das kosmische, alle sprachlichen Grenzen sprengende Welttheater von William Shakespeare habe ich schon als Jugendlicher verehrt. Marlowe blieb damals unbekannt. Das hat sich aber jetzt geändert. Das vielfältige Bild hat nur einen einzigen Maler.

Das einzige überlieferte Porträt Christopher Marlowes zeigt ihn als 21jährigen Studenten. Als man das Bild fand, war es stark beschädigt und sollte wohl die letzten Spuren zu dem geflohenen Original verwischen. Aus seinen großen Büchern kann man auch Rückschlüsse auf Shakespeares Denkweise und sein ganzes Leben ziehen.

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