Der Vertrag am Ostersonntag

17.4.2022. Jeden Morgen geht die Sonne zwar im Osten auf, aber dabei immer etwas früher und der Standort wandert nach Süden, wo mittags das Licht die stärkste Kraft erreicht. Abends heißt das auf englisch „Twilight“, das Zwielicht, dann mischen sich schon die dunklen Farben der Nacht in das Licht. „Twilight of the Gods“ ist die Übersetzung des Worts „Götterdämmerung“. Mehr muss man dazu nicht sagen, das ist eine Geschichte vom Weltuntergang. Am heutigen Ostersonntag gibt es noch keine Wolke am Himmel, aber das ist keine Voraussage. Der Ukraine-Krieg erreicht neue Tiefpunkte, alle Probleme auf der Welt bleiben ungelöst. Hier wird versucht,  das durch Hinweise zu ändern, aber nicht persönlich. Dafür gibt es hochbezahlte Experten, auf den  Gipfelpunkten der Macht. Wenn die Schalthebel schlecht besetzt sind, ist das Unglück voraussehbar. Eine sichere Prognose. Das große Stühlerücken gibt es dabei, bisher noch nicht, es kommt durch verbesserte Informationen aus dem Internet, und dann kommen die neuen Köpfe von selbst.

Wenn Goethes „Faust“ seinen friedlichen Osterspaziergang plant, hat er vorher heftige Depressionen. In seiner akademischen Wohnung  seufzt er: „Weh! steck ich in dem Kerker noch? Verfluchtes dumpfes Mauerloch. Beschränkt mit einem  Bücherhaufen, Mit Gläsern, Büchsen rings umstellt. Urväter Hausrat hinein gestopft –Das ist deine Welt! Das heißt eine Welt! Die Geisterwelt ist nicht verschlossen. Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen. Und sich die goldenen Eimer reichen! Harmonisch all das All durchklingen! Du, Geist der Erde, bist mir näher. Schon fühle ich meine Kräfte höher. Schon glühe ich wie von neuem Wein. Ich fühle Mut, mich  in die Welt zu wagen, Mit Stürmen mich herumzuschlagen.“

Danach besucht ihn der Teufel persönlich. Mephisto. Beide unterschreiben einen Vertrag. Den Teufelspakt. Danach erfüllt Mephisto Faust alle Wünsche, anschließend besitzt er die Seele, das Innenleben des Professors. Zum „Teufelspakt von Faust“  gibt es hier sechs eigene Artikel:

https://luft.mind-panorama.de/?s=teufelspakt&x=15&y=7

.Ein besonderer Dank gilt dabei Christopher Marlowe. Er verwendete das Drama in seinem letzten Theaterstück, bevor er aus London nach Italien flüchtete und in der berechtigten Angst vor einem Todesurteil des Erzbischofs von Canterbury lebte, wegen Gotteslästerung. Ketzerei. Die aktuelle Situation der Kirche ist schwierig. Wegen mehrerer Skandale. Die Verbote des Zölibats, dass Priester nicht heiraten sollen, wecken sogar Rufe von einzelnen Kardinalen, den Zölibat abzuschaffen. Und die schlechte Verwaltung des Geldes kam durch Mitarbeiter in die Presse. Sie informierten den römischen Journalisten Gianluigi Nuzzi. Seine Bücher findet man hier mit dem Eintippen seines Namens, in die Such-Funktion, rechts oben auf dieser Seite.

Dazu gibt es hier 30 eigene Beiträge:

https://luft.mind-panorama.de/?s=gianluigi+nuzzi&x=12&y=5

Jede Glaubengemeinschaft muss die Freiheit ihrer Mitglieder unterstützen. Verbote und Druck verstoßen gegen unsere Verfassung, die ausdrücklich die „Glaubensfreiheit“ garantiert. Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Ich schreibe hier viele Artikel zum Thema „Religion“, in einem eigenen Kapitel. Keine davon hat das Recht, ihren Mitgliedern  Vorschriften zu machen. Das innere Zentrum jeder Religion ist die Meditation. Die Konzentration auf eine Hauptsache und das gedankliche Wegschieben aller Nebensachen. Das verstanden auch die „Wiedertäufer“ in Münster nicht, im Jahr 1536. Sie glaubten fest an den kurz bevorstehenden Weltuntergang. Ihr Führer nannte sich „König der letzten Tage“. Wer  widersprach, wurde sofort mit einem Schwert hingerichtet. Die Stadt war vorher gewaltsam besetzt worden. Nach ihrer Befreiung wurden die drei Anführer öffentlich in Stücke gerissen, vor dem Rathaus von Münster.

Zu diesem Thema gibt  es hier 26 Beiträge:

https://luft.mind-panorama.de/?s=wiedert%C3%A4ufer&x=9&y=10

Wenn der Winter in Münster sehr kalt ist, friert manchmal der große See zu, mitten in der Stadt. 1980  hat mich dort ein Freund fotografiert, mit vielen anderen Spaziergängern auf der Eisfläche. Als die Freundschaft  vorbei war, war das alltäglich, wie bei vielen anderen Menschen. Eine endgültige Trennung ist manchmal das beste. Und darum bin ich im September 1987 nach München gegangen. Eine viel größere Dimension, aber bei den Abläufen nicht viel anders.

Hier ist das Winterbild von 1980, leicht bearbeitet:

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