Der Zauber der Außenwelt

15.3.2021. Bis in das vorletzte Jahrhundert wollten Maler die Realität immer ganz genau abbilden. Dann wurden die Fotos erfunden. Anschließend gab es die abstrakte Malerei. Ein Naturbild war nur noch eine Andeutung. Ein Stichwort. Dann baute die Phantasie ganz neue Welten darum auf. Der Gipfel war der Surrealismus. Salvador Dali (1904 – 1989) malte gestochen scharfe Ölbilder, kombinierte aber die Details so unrealistisch, dass sie einen völlig neuen Sinn bekamen. Gelernt hatte er das aus den Erkenntnissen von Sigmund Freud (1856 – 1939). Ein Jahr vor dessem Tod 1938 traf Dali ihn in seinem letzten Fluchtort London. Freud notierte anschließend, „Bisher habe ich solche Künstler nicht ernst genommen. Aber dieser junge Spanier ist etwas Anderes.“

Und wurde weltberühmt. Er fälschte keine Originale, sondern schuf daraus neue Welten des Innenlebens. Andere sind den ersten Weg gegangen. Wolfgang Betracchi, Jahrgang 1951, hat die Sonderbegabung, genauso malen zu können wie ein Alter Meister. Seine perfekten Fälschungen schob er auf den Kunstmarkt und verdiente Millionen damit. Bis ein Kunstexperte ihn überführte. Dafür setzte es Gefängnnis und Geldstrafen, außerdem Entschädigungszahlungen. Später bekam er sogar eine eigene Fernsehserie. Prominente von heute wurden dort so gemalt, dass man sie sofort erkennt, aber glaubt, sie hätten in einem viel früheren Jahrhundert gelebt. Das ist in Ordnung. So kann man auch Geld verdienen. Natürlich nicht so viel wie ein Alter Meister, dessen Werke unverkäuflich oder unbezahlbar sind.

Über Salvador Dali habe ich schon oft geschrieben, zum Beispiel am 19.4.15.

https://luft.mind-panorama.de/salvador-dalis-weltuntergang/

Heute hat die Digitalisierung alle Grenzen gesprengt. In echte Videofilme oder Diskussionsrunden kann man man Personen hinein kopieren, die überhaupt nicht anwesend waren. Es gibt auch Spezialfirmen für Doppelgänger. Der Spass hört dann auf, wenn mit solchen Fälschungen Geld verdient wird, ohne dass die Betroffenen das wissen. Auch Verbrechen können damit künstlich geschaffen, manipuliert und dann Unschuldigen in die Schuhe geschoben werden. Viele Betrügereien landen vor Gerichten, mit ganz unterschiedlichen Merkmalen. Aber mit der Digitalisierung werden Grenzen überschritten, und die Justiz weiß das gar nicht immer. Für schwere Fehlurteile haften dabei die Gutachter, alle beteiligten Juristen und sonstigen Mitwisser. Haftpflichtversicherungen zahlen dafür gar nichts, sondern die Verursacher haften mit ihrem vollen Privatvermögen.

Betrügereien sind ein Dauerthema der Gerichte, schon in der Steinzeit. Die schweren Strafen von damals gibt es heute nur noch in exotischen Ländern. Aber die neuesten Knaller werden oft gar nicht sofort entdeckt. Dann wird es teuer, und der Staat haftet selbst für seine alten Mitarbeiter. Der bekannte Fall Gustl Mollath hat ihm vor wenigen Jahren eine Entschädigung des bayerischen Freistaats gebracht, mit einer hohen sechsstelligen Summe. Die Details findet man mit jeder Suchmaschine. Der letzte Richter sagte, schon am Anfang des Verfahrens, „Hier wurde ein Fehler nach dem anderen gemacht.“.Wer das genau war, ist auch namentlich bekannt. Aber Mollath ist müde. Nicht geldgierig. Und kein Einzelfall. Digitale Verbrechen gegen Unschuldige werden nioch ein großes Zukunftsthema. Dazu gehört auch der Missbrauch von Smartphones, die von Privatpersonen für Verbrechen benutzt werden.

Doch das ist kein Grund für Weltschmerz. Das Leben hat viele legale Reichtümer zu bieten, vor Allem im Innenleben. Dort landen die guten und schlechten Erfahrungen. In der Tiefe des Unterbewussteins, das Sigmund Freud erforscht hat. Dort ist die Schaltzentrale des menschlichen Handelns. Ganz alte Erinnerungen können dort schlafen und schwere Störungen auslösen, wenn sie nicht erkannt, verarbeitet und aufgelöst werden. Die Alltags-Kriminalistik benutzt ein solches Wissen trotzdem nur selten. Über die Psychoanalyse habe ich hier bereits 37 Artikel geschrieben. Nicht für Akademiker, sondern für den Alltagsgebrauch. Oberflächliche Kenntnisse bewirken dabei gar nichts, aber wenn sie viele Jahre ein Teil des eigenen Denkens werden, dann gibt es Wirkungen, auch bei anderen, ohne Druck und aufdringliche Überredung. Die Kriminalistik kann solche Merkmale bei ihrer Spurenauswertung erkennen und viel mehr Fälle damit lösen. Auch mit anderen Methoden, die hier laufend vorgestellt werden und sich dabei streng an die gesetzlichen Verbote zur übertriebenen Überwachung und verbotenen Verletzung der Privatsphäre halten.

Die große Kunst hat viele Geheimnisse, die für Jeden zugäglich sind. Aber Viele bemerken sie gar nicht. Allein die Bilderschriften der Symbolik sind hier ein eigenes Kapitel, mit über dreihundert Artikeln. Die Zeichen kann man lernen und verstehen wie eine Fremdsprache, die aber sogar Spezialisten aus benachbarten Wissensgebieten gar nicht bekannt ist. Wenn man sie übersetzt, lösen sie Spuren auf und lassen sich auswerten. Verwendet wird das nur selten, von Eingeweihten. Hier kann man es überall finden. Und trotzdem das Copyright beachten, dessen ungefragte Nutzung leicht nachweisbar ist. Dabei lässt sich Alles regeln, und das wird auch erklärt, ganz oben auf dieser Seite.

Die Geheimnisse der Kunst hat Edward Elgar in seinen „Enigma-Variationen“ thematisiert. Er versteckt dort mehrere musikalische Motive, aber findet zu seiner größten Kraft auch in dem einzelnen Satz „Nimrod“. Das war ein Sagenkönig des Altertums. Schon für sich ein Thema voller Rätsel und Geheimnisse. Und so hört sich das an:

https://www.youtube.com/watch?v=NhnMd1Jl7SA

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