Die Dominikaner in London

3.11.2020. Die Londoner „Blackfriars“-Brücke ist außerhalb der Stadtgrenzen wenig bekannt. Sie ist geheimnisvoll und aufschlussreich. Das wird noch erklärt, aber bis vor Kurzem waren die genaueren Fakten mir gar nicht bekannt. Man findet sie im Wikipedia-Lexikon. Deshalb folgen jetzt, erst einmal, ein paar kurze Zitate. So fängt das an:

William Shakespeare schrieb für eine Truppe, die „Blackfriars“, die sich ab 1603 The King’s Men nennen durfte, zahlreiche Theaterstücke. Zum großen Unwillen einiger adliger Anwohner entwickelte sich das zweite „Blackfriars Theatre“ ab 1608 zur vielbesuchten Winterresidenz von Shakespeares Schauspieltruppe. Im Gegensatz zu seinem ersten, nach oben offenen Globe Theatre konnte in einem geschlossenen, intimeren Saal gespielt werden, der neue Möglichkeiten bot. Erstmals konnten Musikstücke und Lichteffekte in die Theateraufführungen integriert werden.“

„Die Blackfriars Bridge ist eine Straßenbrücke über den Fluss Themse in London. Sie verbindet das berühmte, internationale Banken-Zentrum, die City of London auf der Nordseite mit dem Stadtteil Southwark und ist nach einem Kloster der Dominikaner (engl. Black Friars) benannt, das einst in der näheren Umgebung stand. Die Brücke besteht aus fünf schmiedeeisernen Bögen und einer gusseisernen Balustrade, im venezianischen Stil. Die von John Bernie Philips geschaffenen Skulpturen erinnern an die Dominikaner, die früher hier lebten; auf der Westseite sind dies Vögel und Blumen, auf der Ostseite Meerespflanzen und Wasservögel.“ 

„Am 18. Juni 1982 wurde der bekannte italienische Bankier Roberto Calvi unter der Brücke erhängt aufgefunden.“

Dazu habe ich am 30.7.20 einen Artikel geschrieben:

„Wertloses Geld“

https://luft.mind-panorama.de/wertloses-geld/

Zitat: „Roberto Calvi (1920 – 1982 ) war Präsident der römischen Bank Ambrosiano, die mehrheitlich dem Vatikan gehörte und trotzdem auch Geld aus illegalen Quellen verwaltete. Calvi selbst geriet in Verdacht, Guthaben in die eigene Tasche umgelenkt zu haben. Dann wurde er nach London gelockt.

Am 18.6.1982 wurde er dort unter der „Blackfriars“-Themsebrücke tot aufgefunden. Um seinen Hals ging ein dickes Seil, eine alte Galgenschlinge. Eine Pistolen-Kugel war er offensichtlich nicht wert. Er hing dort in seinem schwarzen Geschäftsanzug. Die schwarzen Lack-Schuhe berührten nur mit den Spitzen das Wasser, als wäre er Jesus, hatte dazu aber nicht das Format. Das war eine Beurteilung. Seine Jackentaschen waren vollgestopft mit Banknoten. Ein Hinweis auf seine Geldgeschäfte und seinen Verrat.

Der dritte Teil von Francis Ford Coppolos bedeutendem Kinofilm „Der Pate“ zeigt Teile dieser Vorfälle. Und das Ende einer größeren Geschichte. Im Opernhaus von Palermo besucht der amtierende New Yorker Pate, Don Michael Corleone mit seiner Familie eine Vorstellung von Mascagnis „Cavalleria Rusticana“. Danach schießt ohne Vorwarnung, trotz starker Sicherheitsmaßnahmen, ein falscher Priester auf ihn, verletzt ihn zwar nur leicht, tötet aber seine Tochter.

Die letzten Bilder zeigen den alten Don Michael allein im Garten seines Hauses, nur in der Gesellschaft eines herumlaufenden Hundes. Dann überflutet Musik seine Gedanken, das leidenschaftliche „Intermezzo“ aus „Cavalleria Rusticana“. Bilder aus seiner Vergangenheit ziehen noch einmal stumm vorbei. Dann fällt er um und stirbt allein. Das Ende einer Epoche. Für seine Familie.

Der Film von 1991 hat damals Zeichen gesetzt. Für Nachdenklichkeit gesorgt. Das Finale ist noch offen, aber erkennbar.“

Hier seht man das Ende des Films:

https://www.youtube.com/watch?v=t50QSG-XKNA

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