Die Engelsburg

20.5.2021. In Sichtweite des Petersdoms in Rom liegt die Engelsburg.  Errichtet wurde sie als Grabmal des Kaisers Hadrian (117- 138 n. Chr.) Bestattet ist dort auch der Kaiser Marc Aurel. (121 – 180 n. Chr.) Bekannt wurden die beiden nicht durch ihre Kriegszüge, sondern als Philosophen. In seinen „Selbstbetrachtungen“ schrieb Marc Aurel zeitlose Erkenntnisse, zum Beispiel, „Lebe stets so, als ob dieser Tag dein letzter wäre.“ Er war weder ängstlich noch feige. Aber er beobachtete die Welt nicht für die Zeitdauer eines Tags, sondern die Abläufe, die sich jeden Tag wiederholen.

Er war nicht der Einzige, formulierte aber so eindringlich, dass sein kleines Buch auch heute in allen guten Bibliotheken steht. Der aktuelle Buchhandel hat andere Sorgen. Vor Jahren erklärte der Geschäftsführer eines großen Versandhauses, „Uns interessieren nur solche Bücher, die schnell verkauft werden.“ Er meinte Roman-Bestseller, Kochbücher, Reiseführer. Aber auch deren Inhalt findet man im Internet. Weil seit einem Jahr viele Läden ein Öffnungsverbot hatten, fordert die Branche staatliche Unterstützung. Für die Mitarbeiter zahlt der Staat Kurzarbeitergeld, noch mehr geht wohl nicht.

Kurzarbeit gibt es auch für die Gastronomie. Spricht man mit deren Mitarbeitern, empfinden sie sich als Empfänger von Arbeitslosengeld, weil die meisten Lokale geschlossen waren. Seit Kurzem hat sich das verbessert, aber die gewohnten Einnahmen fehlen. Ein paar Besitzer haben bereits aufgegeben, andere werden noch folgen.

Das weltweite Erdbeben wird einmal zu Ende sein, aber es hat Löcher gerissen, die noch länger bleiben. Die Gesetze der Ökonomie forden dann einen Neustart. Aber wie soll das gehen? Riesige Summen sind schon  in den bisherigen Geschäften gelandet. Kultur wurde immer vom Staat subventioniert, aber das hat Grenzen.

Die Antwort wiederholt sich. Verändern muss sich das Denken. Die Steuerung weltweiter Finanzströme, die Verwendung und die Ziele. Erkennbar ist davon noch nicht viel. Aber deutliche Hinweise und Warnungen gibt es in den aktuellen Finanz-Skandalen, zum Beispiel „Wirecard“ und „Open Lux“, die man mit jeder Suchmaschine findet. Die dort  üblichen Gewohnheiten müssen verschwinden. Im Augenblick sorgt dafür die Justiz, die damit noch jahrelang zu tun hat. Aber die Fehler gibt es überall. Wer eine Fühungslaufbahn in großen Firmen beginnt, entdeckt sie sehr schnell. Längst nicht alle sind bisher bekannt, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Denn die Analyse der Daten wird immer besser, hat aber noch Lücken.

Dass ganze Staaten auf einen Abgrund zu marschieren, ist auch nichts Neues. Einige Fälle sind seit Jahrzehnten bekannt, mit allen Details. Trotzdem geht der Zirkus weiter.

Die aktuellen Schwierigkeiten kann der Staat nicht durch ständige Neu-Kredite lösen, sondern nur mit einem großen Besen. Wie so ein Gerät aussieht, weiß Jeder. Aber es muss auch eingesetzt werden.

In drei Tagen ist Pfingstsonntag. Der Grund: Eine Versammlung der Anhänger des bereits hingerichteten Christus. „Sie waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, als ob ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer. Und alle begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ Dieses Bibel-Zitat ist eine Beschreibung der Erleuchtung, der höchsten Stufe der Erkennnis. Nicht Jeder hat ein vergleichbares Erlebnis, aber möglich ist es jederzeit..

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