Die ganz stille Kneipe

19.12.2020. Kürzlich telefonierte ich mit einem alten Bekannten. Er war zehn Jahre lang Wirt, in einem kleinen Bierlokal. Weil er das gut machte, bin ich gern dorthin gekommen. Die Stammgäste waren interessant. Einfache Arbeiter, die gern redeten, aber auch Hochkarätiges, incognito. Einer sah aus wie der frühere bayerische Kultusminister Maier. Aber er sah nur so aus.

So etwas kann eine einzelne Person zerstören. Eine lautstarke Kollegin, die den beliebten Wirt nicht mochte. Sie redet ständig schlecht über ihn, wenn er nicht dabei war. Dann wurde er tatsächlich gekündigt und ging sofort. Ich habe mich über seine schlechte Behandlung beklagt, aber die Anderen hielten dazu den Mund. Sie wollten ja noch Stammgäste bleiben. Aber meine Kritik sprach sich herum. Beim nächsten Besuch bekam ich deshalb, dort ein Lokalverbot und bin auch sofort gegangen, für immer. Mit ihm habe ich mich dann öfter getroffen, bei der Konkurrenz. Seine Kollegin lief oft vor dem eroberten Lokal herum. Dann habe ich, jedes Mal drei Sätze gesagt: „Geh ins Altersheim. Du zerstörst das Lokal. Aber wenn du nicht mehr da bist, kommen auch die guten Gäste wieder.“ Dazu fiel ihr nichts Gescheites ein. Aber jetzt sitzt sie auch zu Hause, wie alle Anderen. Ich bin nicht schadenfroh. Aber das freut mich.

Bei allen Krisen und Katastrophen gibt es immer Gewinner, die sogenannten „Kriegsgewinner“. Sie verdienen dickes Geld, wenn die Anderen leiden und schämen sich nicht dafür. Natürlich sind auch die verwendeten Methoden genau so. Es gibt derart viele Beispiele dafür, auch in Büchern und Filmen, dass man sie sich sparen kann.

In lesenswerten, spannenden Büchern passieren immer die gleichen Abläufe: Ein schlechter Charakter, der sich niemals ändern kann, weil es ein unveränderliches. böses Geschenk der Natur ist. Dann seine ahnungslosen Opfer, die auf ihn, erst einmal hereinfallen. Fertig… Manche sind damit steinreich geworden und haben ihr Geld im Ausland versteckt. Doch in den letzten Jahren sorgen diese Skandale für eine immer größere Aufmerksamkeit, weil volle Datenspeicher nur darauf warten, dass geeignete Programme vollautomatisch die kleinsten Auffälligkeiten erkennen, vergleichen und dann bewerten, als Vorbereitung für ein hartes Gerichtsurteil. Diese maßgeschneiderten, leicht zu bedienenden Programme müssen aber aber, immer noch, erst entwickelt und noch viel besser werden. Das macht dumme Menschen übermütig, natürlich auch viele junge Leute. Aber nur bis Ende März dieses Jahres, als sämtliche Lokale plötzlich schließen mussten. Kurz davor sind Einige noch aus ihren Behausungen gekrochen, so dass man sie noch einmal anschauen konnte. Sie haben gelacht!

Mein Bekannter wusste auch noch mehr, über die jetzigen Zustände. Weil er früher immer gut ausgelastet war, hat er jetzt auch die Zeit, genauer hinzuschauen und nachzudenken. Diese Art von Stille gefällt nur Wenigen, die nicht jede Nacht stundenlang durch die „Feier-Banane “ rauschten, die beliebten, vorher überfüllten Nachtlokale, nicht weit vom zentralen Hauptbahnhof entfernt, zwischen Maximiliansplatz und Sendlinger Tor. Vor dreißig Jahren gab es noch mehr Auswahl, für jeden Geschmack. Aber dann wurde der dauer-hektische Trubel langweilig.

Was danach kam. kann man weiter empfehlen. Endlich blieben die meisten Belästiger dort, wo sie auch hin gehören. Es gibt genug gute, andere Themen. So ist auch diese Webseite aufgebaut. Sie soll Alternativen zeigen und in die Zukunft schauen.

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