Die Katharer und das Licht

15.12.2020. Noch neun Tage bis zu der Winternacht, die die ganze Welt verändert hat. Gleichzeitig war das römische Weltreich auf dem Gipfelpunkt seiner weltlichen Macht. Da ging es um kriegerische Raubzüge, um immer mehr Länder unter seine Macht zu zwingen. Das Christentum jedoch setzte eine ganz neue Zeitrechnung und Denkweise durch. Das Wichtigste dabei war das gewaltsame Ende seines Gründers. Er stritt mit seinen eigenen Landsleuten, dem Hohepriester Kaiphas in Jerusalem, den gelehrten, eingebildeten Pharisäern und den drum herum deutenden Schriftgelehrten. Er kritisierte sie scharf. Gegen ihr gedankliches, autoritäres Macht-Denken setzte er sein eigenes, das von geistiger Liebe handelte. Seine Bergpredigt kann jeder selbst nachlesen, obwohl das kaum Jemand heutzutage macht. Diese Predigt sorgte für große Unruhe. Er wurde verdächtigt, ein Gotteslästerer zu sein, verhaftet und zum Tode verurteilt. Zunächst wurden dann die neuen Christen grausam verfolgt, später wurden sie zur dominierenden Staats-Religion, Das bekam ihnen nicht gut. Sie setzten sich über Alles. Auch sie verfolgten die angebliche Gotteslästerung, die Ketzerei. Der Begriff „Katharer“ stammt von südfranzösischen Gläubigen , die aber eine eigene Glaubensgemeinschaft waren und das Licht, die Sonne, verehrten. Das sprach sich auch im misstrauischen Vatikan herum, der nur seine eigene, auch militärische Macht duldete. Der Papst schickte ein bewaffnetes Heer los. Dann wurden alle erreichbaren Katharer ermordet. Ihre letzte Zuflucht war die Burg Montségur. Dort wurden sie vom Kreuzfahrer-Heer belagert, bis sie aufgaben. Sofort danach wurden sie, direkt vor ihrer Burg, auf Scheiterhaufen verbrennt.

Das war aber nicht das Ende ihrer Geschichte, sondern erst der Anfang. Ihr Denken wurde zum Thema vieler Bücher in dieser dunklen Zeit. Wolfram von Eschenbach erfand die Lichtreligion der Gralsritter, in seinem Hauptwerk „Parzival“. Der Held kommt nach vielen, phantastisch ausgeschmückten Abenteuern, zur geheimnisvollen Gralsburg. Dort wird ein Kelch verehrt, dessen roter Wein das Blut des gekreuzigten Christus symbolisiert. Beim Abendmahl der christlichen Eucharistie wird immer noch das Ritual der symbolischen Verwandlung des Bluts in Wein zelebriert. Das ist die höchste Stufe der Erkenntnis, die Erleuchtung. Die mystische Vereinigung des Menschen mit den Zeichen Gottes, die er erkennen kann. Die Unio Mystica, ein geistiges Ereignis von höchster Bedeutung.

Die Ketzerverbrennungen waren der brutale Tiefpunkt der katholischen Kirche und ein Wendepunkt. Es folgten immer mehr hartnäckige Kritiker. Martin Luther widersprach dem Papst öffentlich, auch vor dem Reichstag in Worms, im Angesicht des zornigen Kaisers. Das war der Beginn der erneuernden Renaissance-Zeit, mit der das philosophische Denken der Antike wieder auferstehen sollte. In Florenz herrschten damals die reichen Kaufleute, die Geldsäcke der Medici. Auf ihrer Seite stand Niccolo Macchiavelli, mit seinem einflussreichen Buch „Der Fürst“. Die Leitlinie war, „Der Zweck heiligt die Mittel“. Das heißt: Es ist den Herrschern Alles erlaubt. Dagegen stritt in Florenz der fanatische Mönch Girolamo Savonarola. Er kritisierte scharf den römischen Papst Alexander und dessen lockeren Lebenswandel, der ihn deshalb wegen Ketzerei verbrennen ließ, draußen vor dem Stadtpalast Palazzo Vecchio.

Am 11.10.20 habe ich zu seinem traurigen Schicksal einen Artikel geschrieben:

Savonarola | Der königsblaue See (mind-panorama.de)

Das Licht des Grals, der Erkenntnis, sorgte nicht nur für die Vernichtung der Katharer. Im 19. Jahrhundert begann die technische Industrialisierung. In großen Fabriken arbeitete anonyme Menschen, die trotz ihres körperlichen Arbeitseinsatzes schlecht behandelt wurden. Das erregt den Zorn von Karl Marx. Mit seinem wissenschaftlich gestalteten Buch „Das Kapital“ löste er die weltpolitischen Revolutionen des Kommunismus aus, der in Russland zur Hinrichtung von Zar Nikolaus führte und in China zur radikalen Abschaffung der gottgleichen Kaiser.

Vor dreißig Jahren endeten in Europa solche Menschen-Experimente. In Moskau kam Michail Gorbatschow an die Macht. Seine Leitworte waren „Glasnost“ (Transparenz, Nachprüfbarkeit) und „Perestroika“ (Fortschritt). Er sorgte für die deutsche Wiedervereinigung und den Zusammenbruch der sowjetischen Allherrschaft in allen angeschlossenen Ländern. Das war eine gewaltlose Revolution, aber er wurde trotzdem abgelöst.

Seitdem hat die Welt sich nicht immer zum Besseren verändert. Krisen beherrschen die Gegenwart. Aber auch eine Wunderwaffe: Das Internet, das vor dreißig Jahren, auch ein Massen-Medium wurde. Dabei tobt dort der ewige Kampf zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Gut und Böse.

In den ersten Jahren schien es so, dass dabei ein unkontrollierbares Chaos ausbricht. Alles kostenlos. Alles anonym. Das lockt auch Verbrecher an. Sie haben aber das Pech, dass sie den Kampf von Anfang an verloren haben, trotz einiger Riesen-Skandale. Entscheidend bleibt die göttliche Weltordnung. Der Dekalog. Die Zehn Gebote. Wer sie bricht, wird dafür bestraft, von universalen, kosmischen Kräften.

Das Internet hilft dabei. Es wirft Licht in die dunkelsten Abgründe. Aber es wird bis heute, in wichtigen Bereichen nur lückenhaft genutzt. Vor Allem die Justiz lebt noch mit uralten Aktenschränken aus Papier. Ich habe hier laufend neue Methoden vorgestellt, die hoch wirksam sind, im Sinne von Transparenz und Fortschritt. Das sind elektronische Türöffner, um selbst die schwierigsten Fälle zu lösen, auch dann, wenn alle Spuren vergeblich vertuscht wurden. Die Auflösung darf nur nach den ewigen Gesetzen geschehen. Dem Schutz der persönlichen Daten gegen unerwünschte Besucher. Dem Vergleich zwischen Auffälligkeiten aus mehreren Richtungen, die Gesetzesbrüche, auf unterschiedlichen Ebenen. Das können Computer blitzschnell. Aber es fehlen noch die guten Programme dafür.

Nach dem bevorstehenden Jahreswechsel wird eine „neue Welt“ entstehen. Dazu findet man hier bereits 126 Artikel. Das gleiche Thema sieht man auch, ganz oben auf dieser Seite.

Krisen können vergehen, aber nur, wenn Alle dabei mitmachen.