Die Kunst des Krieges

2.12.2020. Krieg gehörte immer dazu. Oft im privaten Bereich. Aber besonders schlimm war es, wenn Staaten aufeinander losgingen. Wenn Könige und Diktatoren sich stritten, dann reicht ein kleines Machtwort, damit die Bevölkerung friedlicher Nachbarstaaten, gemeinsam gegeneinander gewalttätig wurde. Hochgerüstete Armeen gerieten in Bewegung. Das Universalgenie Leonardo da Vinci war nicht nur ein berühmter Maler, sondern konstruierte auch Kriegsmaschinen. Die Technik hat sich seitdem bis ins Absurde gesteigert. In den Sechziger Jahren war es möglich, mit Atombomben die ganze Welt gleich mehrfach in die Luft zu jagen. Für wen? Diese Frage löste ein neues Denken aus. Die großen Staaten haben sich darauf geeignet, derartige Kriegsmaschinen im Ernstfall nicht anzuwenden. Hergestellt werden sie trotzdem und gut versteckt.

Am 17.8.1961 landeten Exilkubaner aus Florida in der Schweinebucht der Insel Kuba, um dem sozialistischen, sehr Amerika-kritischen Präsidenten Fidel Castro seine drohende Macht gewaltsam zu entreißen. Sie scheiterten mit ihrem Angriff. Am 15.10.1962 entdeckten Flugzeuge des amerikanischen Geheimdienstes CIA mehrere sowjetische Raketenstützpunkte auf Kuba.

Die Kuba-Krise in den Sechziger Jahren war derart gefährlich, dass die Hauptgegner, die Vereinigten Staaten (USA) und die russische Sowjetunion, rote Telefone installierten, mit denen die Präsidenten Kennedy und Chruschtschow jederzeit direkt zusammen sprechen konnten.

Das brachte die Entscheidung. Die Russen hatten Fernraketen auf der kleinen Insel Kuba installiert, mit denen sie New York zerstören konnten. Erst Kennedys auf allen Fernsehsendern verbreitete massive Kriegsdrohung brachte sie dazu, die Waffen wieder abzutransportieren, unter der Bedingung, dass Kuba niemals wieder angegriffen werden dürfe.

Nach den Terror-Angriffen am 9.11.2001 auf zwei New Yorker Hochhäuser wurde in der kubanischen Provinz Guantanamo ein Gefängnis für Verdächtige eingerichtet. Die Amerikaner haben dort, im äußersten Südosten, das Nutzungsrecht für eine Marinebasis. Die Vorfälle im Lager wurden später Thema eines offiziellen Berichts des amerikanischen Senats. Danach wurden einige Folterpraktiken verboten. Wikipedia: „US-Präsident Barack Obama erließ am 22. Januar 2009 ein Verbot von Waterboarding und anderen, unter das Etikett, harte Verhörmethoden, gesetzte Folterpraktiken. Das Ergebnis des Senats war, nach überwiegender Auffassung der Ermittler, dass die Methoden keine zusätzlichen wichtigen Informationen gebracht hätten. Betroffen waren aber auch Unschuldige.

Die Situation wurde seitdem so verändert, dass keine Schlagzeilen mehr daraus entstehen. Die weltweite Kritik, im Internet überall nachlesbar, hatte gewirkt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden die überlebenden deutschen Hauptverbrecher in Nürnberg zum Tode verurteilt, von einem internationalen Gericht, in dem auch die USA stark vertreten waren. Da die Täter für Alles eigene Gesetze hatten, verwendete man für ihre Verurteilung ganz andere Begriffe: Verstöße gegen „Völkerrecht“ und „Menschenrecht“. Dafür wurde später, in Den Haag sogar ein internationaler Strafgerichtshof geschaffen, an den verdächtige Staatsführer direkt ausgeliefert werden. Wegen der Vorfälle in Guantanamo ist dort bisher Niemand aufgetaucht. Einen Grund für diese Sonderbehandlung weiß Niemand.

Aber die Zukunft wird genauere, schnelle Alarmsignale installieren. Die Merkmale sind überall bekannt. Man kann sie jederzeit in aktualisierten Vergleichstabellen dokumentieren. Das Land. Die Regierungen. Den Zeitraum. Die Rechtsverstöße und ihre genaue Bezeichnung. Das ist übersichtlich, bringt einen raschen Gesamtüberblick. Und danach müssen Experten an die Arbeit gehen. Das Internet wird Alles bekannt machen. Kein Diktator kann das verhindern. Vor den Gesetzen sind Alle gleich.

Die ganz großen Kriege sind verschwunden. Aber die ökonomischen Krisen werden nicht so gründlich bekämpft. Sie verursachen Armut und soziale Spannungen, Ungerechtigkeiten. Trotzdem leben sie weiter, nicht nur im fernen Asien. Europa hat erstaunlicherweise eine Menge Erkenntnis-Bedarf. Die Informationen darüber stehen frei zur Verfügung. Die Regeln auch. Die Ursachen für Störungen und die tatenlose Passivität sind leicht zu ermitteln. Mit wenigen Haupt-Faktoren: Gesamteinkommen des Staats, der einzelnen Regionen und der Einzelpersonen in der Bevölkerung. Die wichtigsten Ursachen für die Wirtschaftsprobleme. Verteilung der großen Privatvermögen und der Staatsausgaben. Wird ein Rechnerprogramm nur mit diesen überschaubaren Informationen, in prozentualen Ziffern gefüllt, kann es sofort Auffälligkeiten feststellen, sie bewerten und Lösungen vorschlagen. Warum das oft nicht geschieht, ist dann auch sofort erkennbar. Aber das wird sich ändern, spätestens im neuen Jahr.

Vor 2.500 Jahren schrieb der chinesische General Sun Tsu: „Schlage auf den Busch, und die Schlange springt heraus.“ Er meinte, dass sich in einem undurchsichtigen, nicht erkennbaren Gebiet ein Feind aufhalten kann. Wenn man trotzdem seine Zeichen erkennt, kann man ihn damit sichtbar machen. Auch seine Verschlüsselungen und Täuschungsmanöver. Sun Tsu, der selbst viele Schlachten erfolgreich gewann und darüber ein Buch schrieb, „Die Kunst des Krieges“, wusste aber auch: „Das Ziel des Kriegs ist nicht der Sieg, sondern der Frieden.“ Aber nur dann, wenn Alle dabei mitmachen.

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