Die Liste der Auserwählten

8.4.2021. Sonderbegabungen sind oft einseitig. Ihre Fähigkeiten sind groß, haben aber Grenzen. Als Einzelgänger kämpfen sie gegen eine Mehrheit. Es sei denn, Alle haben einen Vorteil davon. Von Erfindern und Entdeckern, die nützlich sind und große Schatzkammern öffnen. Es gibt sogar Universalgenies wie Leonardo da Vinci (1452 – 1592), die auf mehreren wichtigen Gebieten aktiv waren. Im Zweiten Weltkrieg, von 1939 bis 1945, gab es eine „LIste der Gottbegnadeten“, die der Staat zusammenstellte. Die dort verzeichneten Persönlichkeiten wurden vom Militärdienst befreit, hatten Privilegien, mussten aber für Propaganda-Zwecke zur Verfügung stehen. Zum Beispiel der Dirigent Wilhelm Furtwängler (1886 – 1954), dessen Schallplatten noch heute bewundert werden, trotz aller zeitbedingten technischen Mängel. Der Raketen-Ingenieur Werner von Braun (1912 – 1977) baute bis zum Kriegsende Waffen und und wurde dann angesehener Leiter des amerikanischen Weltraumprogramms NASA.

So ging es auch anderen Superbegabungen. Gefährlich waren andere Listen, auf denen die Namen von Systemgegnern standen. Schwarze Listen. Ernst Röhm (1887 – 1934) war ein alter Freund von Adolf Hitler, hatte aber Gegner, die ihm unterstellten, er wolle selbst die Alleinherrschaft übernehmen. Am 30.6.1934 machte er Urlaub am Tegernsee. In den frühen Morgenstunden traf ein Flugzeig aus Berlin in München ein. Hitler selbst und bewaffnete Begleiter verhafteten Röhm und brachten ihn in das Gefängnis Stadelheim. Dort wurde er erschossen. Gleichzeitig wurden Schwarze Listen aktiviert, und viele Verdächtige in ganz Deutschland erlitten das gleiche Schicksal.

Entscheidend bei der Auswahl war die regierende politische Meinung. Wer dagegen war, musste gehen. Kein Einzelfall. Selbst die ältesten Staaten wie Ägypten oder Griechenland handelten so. Nur im antiken Griechenland wuchs vor 2.500 Jahren eine ganz neue Staatsform: Die Demokratie. Denn für den dominierenden Handel und die Landwirtschaft brauchte man sehr viele Menschen. In Athen lebten berühmte Philosophen. Dort gab es regelmäßige Volksversammlungen, an deren Beschlüsse alle Bürger gebunden waren. Dafür sorgten auch Volksgerichte. Im Sport setzten die Olympischen Spiele Maßstäbe für faire Regeln und Gerechtigkeit, die heute noch gelten. Doch teure Kriege sorgten für Unruhe und Machtkämpfe. 698 n. Chr. übernahmen die Araber die Macht in der Region. Die neue Weltmacht aber entstand in Rom, das ganz Europa mit Raubzügen überrollte.

So vergeht der Ruhm der Welt. Wilhelm Hauff (1802 – 1927) schrieb: „Heute noch auf hohen Rossen, morgen durch die Brust geschossen.“

Doch seit dreißig Jahren hat sich die Welt gewaltig verändert. Das Internet wurde zur Massenbewegung. Es hat ungeheure Vorteile, die teilweise noch gar nicht erkannt wurden. Schade, weil es gar nicht so schwer wäre. Im Kapitel „Elektronik“ weise ich laufend darauf hin, mit bisher 294 Artikeln. Aber ganz alte Gewohnheiten haben massive Bremskräfte, im Beruf lernt das Jeder kennen. Außerdem ist jede gute Sache attraktiv, auch für dunkle und finstere Gestalten, die sich dort breit machen. Beispiele dafür hat schon Jeder erlebt, sie werden mittlerweile wie Alltagsgeschichten behandelt. Der Titel „Die Liste der Auserwählten“ hilft in diesem Zusammenhang also gar nichts. Denn die oberste Schicht der Eliten sotzt mittlerweile tief mittendrin im Durcheinander. Nur als Stichwörter: „Wirecard“ und „Open Lux“. Wer immer noch nicht weiß, was das bedeutet, kann mit jeder Suchmaschine sich gründlich informieren.

We schnell sich die Welt verändert, ist offen für Alle, die sich dafür interessieren. Ständig gibt es auch neue Skandale. Früher war das noch schlimmer, weil Vieles vertuscht, in halbdunklen Hinterzimmern geflüstert wurde und die Beteiligten eisern schwiegen. Das ist vorbei. Die Reste liegen noch da und wirken dabei viel zu groß. So wie der alte Schnee im Frühjahr. Plötzlich ist er weg. Eine neue Ernte wächst und blüht. Hinter weit offenen Türen und Fenstern.

Und das ist die einzige Chance. Nicht das Anschwellen riesiger Datenspeicher für Geschwätz, sondern die Auswahl der Hauptsachen. Sie funktionieren alle nach den gleichen Regeln, sehen aber äußerlich, an der Oberfläche, ganz unterschiedlich aus. Das kann man übersetzen, wie eine Fremdsprache. In der griechischen Fassung der Bibel beginnt die Schöpfung mit dem Satz: „Am Anfang war – Logos.“ Also die Logik, das Nachdenken. Die Erkenntnis von universalen Naturgesetzen. Das ist das Fundament der Weltordnung, auch in Zukunft. Wer sich darauf einstellt, ist schon vorbereitet auf die kommende Neue Welt. Wenn sie realisiert wird, verschwinden einige Krisen von selbst. Und den Rest kann man genauer anschauen, die Ursachen finden und das Gesamtergebnis noch klarer bewerten und verbessern.

Die höchsten Höhen der Alpen sieht man vom Flugzeug. Richard Strauss hat eine monumentale „Alpensinfonie“ komponiert. Und Herbert von Karajan gelang die richtige Klangmischung. Man braucht dann auch nicht mehr die Hinweise des Komponisten: „Sonnenaufgang. Der Anstieg. Eintritt in den Wald. Auf dem Gletscher. Gewitter und Sturm. Abstieg. Nacht.“ Dabei kann man aber, parallel die Musik verstehen. Und viel mehr noch: Die Idee der Freiheit, der unbeschädigten Natur. Und was man daraus machen kann:

https://www.youtube.com/watch?v=Tzr2Fw_0nY8