Die Ming-Dynastie, Mondfinsternis in Europa

29.3.2021. Die Ming-Dynastie herrschte von 1368 bis 1644 im Kaiserreich China. Interessant dabei ist auch, dass im gleichen Zeitraum das westeuropäische Mittelalter endete und die Renaissance-Zeit begann. Ein großer Umbruch. Martin Luther aus Wittenberg wagte es, auf dem Konzil von Worms dem Kaiser ins Gesicht zu sagen, dass er seine eigenen Gedanken nicht widerrufen werde. Er hielt der alleinherrschenden katholischen Kirche zahlreiche Fehler vor. Die Folge war in vielen anderen Fällen ein Todesurteil, als Gotteslästerer und Ketzter. Luther wurde auch damit gedroht, aber sein Kurfürst Friedrich der Weise versteckte ihn auf der Wartburg bei Eisenach. Er bekam immer mehr Anhänger. Die gewaltsamen Ketzerverbrennungen wurden erst beendet, nachdem der Theologe Friedrich Spee (1591 – 1635) sie juristisch völlig widerlegte und als bösartige Phantasie entlarvte. Vorher hatte er erlebt, dass der gesamte Stadtrat von Bamberg durch Mitbürger und Nachbarn denunziert und verhaftet wurde. Keiner kam mit dem Leben davon.

In London rettete sich im letzten Augenblick Christopher Marley vor einem drohenden, bereits festgelegten Prozess in gleicher Sache. Sein Schicksal kann man auf folgender Webseite nachlesen, die ich am 23.11.20 gestartet habe: „Zeichen und Bilder“:

https://www.mind-panorama.de/

In China herrschte damals auch keine Ruhe, aber aus ganz anderen Gründen. Sogar Seeschlachten gab es zwischen verfeindeten Rivalen. Aber wenn Frieden herrschte, ging es so zu: „Es kam zu unzähligen Bebauungs- und Bewässerungsprojekten, durch die von einer halben bis zu fünf Millionen Hektar Land pro Jahr erschlossen wurden. Die Einnahmen aus der Getreidesteuer verdreifachten sich in sechs Jahren. Man schätzt, dass in 20 Jahren bis zu einer Milliarde Nutzbäume gepflanzt wurden (Obstbäume, Bäume für die Flotte, Maulbeerbäume für die Seidenherstellung) Dabei legte der erste Ming-Kaiser Zhu Yuanzhang das Fundament für einen stabilen Staatsapparat, der immerhin zweieinhalb Jahrhunderte überstand, mit Bevölkerungswachstum und starken ökonomischen Veränderungen und noch bis 1911, mit nur kleinen Änderungen als Vorbild diente.“ (Wikipedia).

Das hört sich schon ganz anders an als der Kampf um den einzig wahren Glauben, der mit Gewalt und zahlosen Soldaten in Europa 1.500 Jahre lang ablief. Glauben heißt aber nicht Wissen, also hat man sich wegen Nichts umgebracht. Der politische Fanatismus gefährdet auch die Gegenwart und hat viele radikale Anschläge ausgelöst.

„In der Ming-Dynastie wurde die Kultur weiter entwickelt. Und die Religion, mit den Richtungen Buddhismus, Daoismus und der Anbetung einer Vielzahl von Gottheiten. Der Buddhismus vertritt die Lehre des unendlichen Kreislaufs, in dem der Körper zwischen Geburt und Wiedergeburt gefangen ist. Das Leben wird als durch Leiden, Gier und Hass geprägt gesehen, und diesem Zusammenhang werden die vier edlen Weisheiten gegenübergestellt. Der Daoismus ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung („Lehre des Weges“), in der die Suche nach Unsterblichkeit ein wichtiger Bestandteil ist. Der Kaiser ließ als frommer und ergebener Anhänger der Daoschule drei berühmte Tempel in Peking bauen: den Sonnentempel, den Erdtempel und den Mondtempel.“ (Wikipedia). Das Lexikon schreibt auch: „Die unzureichend organisierten Staatsfinanzen stellten einen gewichtigen Faktor beim Untergang der Dynastie dar. Alles Andere außer der Landwirtschaft wurde nicht ernst genommen. Trotz besserer Bedingungen im 16. Jahrhundert (Kartoffel, Silberzufluss, technische Fortschritte, Aufschwung des Großhandels usw.) konnte der Staat seine finanziellen Probleme nie vollständig in den Griff bekommen. Die Ungleichgewichte führten schließlich 1644 zum Zusammenbruch des Staates“. Es war die vorletzte Dynastie. Aber gearbeitet für den Fortschritt haben auch Andere. Am 20.12.20 gab es hier einen Bericht über die „Wunder der Tang-Zeit“ (618 – 917 n. Chr.) :

https://luft.mind-panorama.de/die-wunder-der-tang-dynastie/

Ohne Kriege kam damals kaum ein Staat aus. Aber in den Pausen gab es in der Ming-Zeit viele Projekte für eine Fortentwicklung des Alltagslebens. Der Kaiser ließ als frommer und ergebener Anhänger der Daoschule drei berühmte Tempel in Peking bauen: den Sonnentempel, den Erdtempel und den Mondtempel. Der Staat konnte aber die finanziellen Probleme nie vollständig in den Griff bekommen. Darum brach er zusammen. Das ist auch in der Gegenwart möglich, muss aber nicht sein. Die Fehler findet man immer in der Vergangenheit, wenn man sie anschaut und bewertet, denn dann kann man sie vermeiden. Bisher geschah das nicht immer. Die einzige Chance ist also die Zukunft, aber nicht in vernebelten Träumen. Auch deshalb lohnt sich der Blick nach China.

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