Die Mitte der Welt

2.7.2021. Auf vielen Weltkarten liegt Europa in der nördlichen Mitte, als weltpolitisches Zentrum. Ganz im Westen ist der Sonnenstaat Kalifornien, genauso weit im Osten liegt China. Zweitausend Jahre lang war es nicht besonders gut bekannt, obwohl es Asien dominiert. Heute feiert die dortige Staatspartei den hundertsten Geburtstag ihrer Gründung. Ihr hartnäckigster Feind war General Tschiang Kai Shek (1887 – 1975).  In einem Langen Marsch von 1934 bis 1935 durch ganz China setzte sich der Parteiführer Mao Ze Dong (1893 – 1976) an die Spitze seiner eigenen Gegenbewegung. Er gewann und rief die Gründung der Volksrepublik am 1.10.1949 öffentlich aus. Bis zu seinem Tod waren seine Gedanken die Richtschnur für den gesamten Staat. Eiserne Disziplin, Abschaffung der bisherigen Herrscher. Die Macht ging an das Volk, dessen Willen die Partei ausführte. Als Mao  ging, begannen Machtkämpfe. Deng Xiaoping (1904 – 1997) setzte seinen Einfluss durch. Das Land wurde weiter streng regiert, öffnete sich aber immer mehr nach außen.In den westlichen Großstädten sind die Chinesen unübersehbar. Sie kaufen Firmen und lernen viel, damit es ihrer Heimat noch besser geht. Ihre Jahrtausende alte Hochkultur tritt auch bei ihnen  immer stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Hier gibt es bisher 23 Artikel zum Thema China, aber ein Ende ist dabei gar nicht zu erkennen:

https://luft.mind-panorama.de/category/5-oekonomie/4a-china/ 

Chinas Sonderstellung hat noch viel mehr Gründe als allgemein bekannt. Es geht seinen eigenen Weg und zeigt die Grenzen seiner Beeinflussbarkeit. Andere Weltstaaten wie die Vereinigten Staaten(USA) machen das noch deutlicher, aber deren moderne Staatsgründung ist auch schon über einhundertvierzig Jahre her. Die meisten Einwanderer landeten in New York. Sie wollten die Bevormundung durch Königreiche und Alleinherrscher in Europa nicht mehr ertragen und freuten sich über die Unabhängigkeitserklärung am 4.7.1776. Gleichzeitig garantiert wurden auch Freiheitsrechte zur eigenen Meinung, zur Presse, zur Wahl des Arbeitsplatzes und des Wohnorts. Die wichtigsten Ideen wurden später  in das westdeutsche Grundgesetz von 1949 übernommen. Sie verpflichten auch den Staat und schützen alle Bürger vor dessen Übergriffen. Die Klarheit solcher Verbote wurde in den letzten Jahren auch unterschätzt  und nicht ernst genommen.

Leider gibt es auch viele Gesetze, die überflüssig sind und trotzdem durchgepaukt werden müssen. Die Gerichte sind überlastet, viele Behörden auch oder sie haben Informationslücken, die zu falschen Bewertungen und Urteilen führen. In jeder großen Firma passierern Rechtsverstöße, um die sich Keiner kümmert oder sogar einen persönlichen Nutzen daraus zieht. Ich habe selbst Prozesse erlebt, wo weder die Richter noch die Anwälte sich gründlich vorbereitet hatten. Besonders Streitigkeiten um Geldzahlungen werden dann zum Verwirrspiel, und Frechheit siegt manchmal auch.

Kein Grund zur Traurigkeit, denn Berufungsinstanzen mit neuen Gutachtern und Protokollführern können Alles wie Kaugummi in die Länge ziehen, egal, wer verliert. Meist sind gemütliche Tagescafés in der Nähe. Dort kann man miteinander reden und sich sogar ganz schnell einigen. Es kommt oft  auf die Höhe des Streitwerts an, denn daran orientieren sich auch die Kosten für Sachverständige, Amtspersonen und redefreudige Zeugen, deren Glaubwürdigkeit durch  ihre eigenen Worte ins Schwanken gerät.

Überflüssige Kosten sind eine Trompete der Gegenwart. Wenn man ein Bier mit netten Menschen trinkt, ergibt das immer einen Gewinn, weil der Gedankenaustausch unbezahlbar sein kann. Aufdringliche Schwätzer verschwenden Zeit, also auch Geld. Sie wollen sich überall einmischen und als Leithammel auftreten. Der sonstige Schaden bleibt Jedem erspart, der die Auffälligkeiten erkennt.

Sonstige überflüssige Kosten verstecken sich in falschen Arbeitsabläufen, veralteten Methoden, Wissenslücken und Kriegstaktiken, die wie Bremsklötze wirken. Kosten sind grundsätzlich unvermeidlich, aber sie müssen in dem Rahmen bleiben, der sie auch aushält. Ein zu niedriger Aufwand kann zwar jedes Projekt zerstören, aber wenn es gut geleitet wird, kommen die berechtigten Gewinne von selbst. Warum das nicht geschieht, ist Thema der Ursachenforschug. Deren Aufwand lohnt sich immer, wenn die wichtigsten Kenntnisse dafür vorhanden sind.  Sogar mangelndes Interesse ist keine Seltenheit. Aber dann sollte man weitergehen, denn der Bedarf an Problemlösungen wird immer größer. Manchmal reichen dafür auch ein paar Ideen.

China hat zur Zeit sehr viel davon zu bieten und braucht keine Besserwisser. Aber zuhören und antworten, dafür muss man nur eine einzige Fremdsprache lernen. Englisch gehört heute zum universalen Grundwissen. Und als Anfang, reicht das immer.

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