Die Ritterburg Bentheim

28.9.2020. Die kleine Stadt Bentheim liegt oben auf einem Felsenberg. Auf der Spitze ist die alte Ritterburg, eine Seltenheit im flachen Westfalen, wo es kaum große Erhöhungen gibt und die Schlösser nur durch breite Wassergräben und schwere Eingangstore gesichert werden. Man nennt sie deshalb Wasserburgen. Die Ritterburg hatte dicke Steinmauern,unterirdische Gewölbe und einen tiefen, leeren Wasserbrunnen. Warf man ein brennendes Stück Papier hinein, konnte man zuschauen, wie es langsam auf dem Boden landete. Ein beliebtes Ziel für spannende Schulausflüge.

Bentheim liegt im südlichen Niedersachsen, ist aber nicht weit entfernt vom Land Nordrhein-Westfalen. Da ist auch die gemeinsame Grenze zum benachbarten Holland. Ein fester Punkt, den man sofort auf Karten erkennt, in denen die Ländergrenzen eingezeichnet sind. Das Driland, das Dreiländereck. Wieder ist es die Ziffer Drei, die in de Numerologie eine große Rolle spielt, als Zeichen der dreieinigen Trinitas, der gemeinsamen, universalen Energie.

Das Driland ist nicht reich. Typisch sind stille, alte Bauernhöfe mit großen Äckern und Weidefeldern, für Rinder und Schweine. Die gut verdienende Großindustrie ist fast gar nicht vorhanden.

Dort zwanzig Jahre lang aufzuwachsen, stieß rasch an Grenzen. Die Rettung war das örtliche Gymnasiun, das die Voraussetzungen, die Basis für ein Universitätsstudium schaffen sollte, mit einem breiten Angebot an Lehrfächern, von den geistreichen Dichterwerken der Literatur über alle wichtigen Forschungsgebiete, bis hin zu den Regeln der Physik, den nachprüfbaren Gesetzen der sichtbaren Welt, die Albert Einstein mit seinen Forschungen aus den Angeln hob. Seine Relativitätstheorie bewies, dass Licht kein unveränderbarer Faktor ist, wenn sich damit verändrbare Masse und Energie verbinden.

Das Gmnasium war die Urzelle, das Fundament, die Wurzel, ganz unten, auch am Baum der Erkenntnis, dessen zehn Zweige (Sephirot) bis zur Spitze führen, dem höchsten Grad der wachsenden Erfahrung und des Wissens.

Die Ritterburg Bentheim entzündete die Phantasie der Kinder, die damals gern Abenteuerbücher lasen. Nachts kamen lebhafte Träume, als wäre man selbst in den Handlungen dabei gewesen. Im gleichen Ort Bentheim gab es auch eine offene Freilichtbühne, wo Märchen und Indianerstücke gezeigt wurden. Mitten in einer Urlandshaft aus braunen Sandsteinfelsen, die so geschickt und unauffällig bearbeitet waren, dass selbst ältere Leute zu Fuss dreißig Meter nach oben steigen konnten, wo ein kleiner Wald zum Ausruhen einlud. Mittendrin, unten vor der Freilichtbühne, war ein offener Parkplatz, vor einem Nachtlokal, das tagsüber geschlossen hatte. Vermutlich fanden drinnen, spätnachts auch noch Geschlossene Vorstellungen statt. Nichts für KInder. Aber bekannt in der ganzen Gegend.

Hat man sich in abgelegenen Regionen wie dem Driland eingewöhnt, kommt man nur schwer davon los. Aber es muss sein, weil sonst Stillstand einkehrt. Die westfälische Landeshauptst Münster war von 1971 bs 1987, imsgesamt siebzehn Jahre, der wichtigste Lebensmittelpunkt, mit starken, eigenen Eindrücken und Erlebnissen. Danach folgte, als Nummer Drei der Lebensabschnitte, die damalige Traumstadt München, die sich mittlerweile auch stark verändert hat, in den letzten 33 Jahren.

Nach dem Tod meiner Eltern war ich seit 1990 nicht mehr im Elternhaus, habe aber 1990 und 1998 noch einmal Münster und das westliche Driland besucht. Das reicht. Erinnerungen und Erfahrungen sind stark und senden Zeichen für die Zukunft.

Über die besten Jahre hat Frank Sinatra einmal ein unvergessliches Lied gesungen: „It was a very good year“ :

https://www.youtube.com/watch?v=TeDfgUvyKHk

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