Die roten Fußsoldaten

19.2.2021. Gestern ging es hier um den alten Steinkreis Stonehenge im südenglichen Wiltshire. Bemerkenswert war dabei, dass aus ein paar großen Steinen (Megalithen) immer genauer eine ganze versunkene Hochkultur der Steinzeit, vor viertausend Jahren erkennbar wird und dass die Forscher immer noch neue, kleine Details entdecken, deren reale Zusammenhänge bisher nicht bekannt waren, aber jetzt immer umfangreicher werden.

Einen anderen Weg geht man in China. Dort gibt es die monumentale Grabanlage des ersten chinesischen Kaisers Qin Shihuangdi (259 – 210 v. Chr.), der einen ungeheuren Aufwand anordnete, um eine ganze Welt in der Erde aufzubauen und dort zu verstecken. Schon hundert Jahre später wurde sie zwar von dem Historiker Sima Quiam (144 – 90 v. Chr.) in allen Einzelheiten beschrieben. Aber erst vor fast fünfzig Jahren, am 29.3.1974, wurden die großen roten Figuren der „Terracotta“-Armee“ von einem Bauern zufällig entdeckt. Weil danach einzelne Figuren beschädigt wurden und auch ihre farbige Bemalung verloren, ist man seitdem außerordentlich vorsichtig. Nur ein Teil der Anlage ist bis heute frei gelegt und kann auch besichtigt werden. Der Rest folgt langsam, Zug um Zug. Der große Grabhügel des Kaisers ist draußen gut erkennbar, kommt aber erst „später“ dran. Festlegen will sich noch Niemand. Denn Keiner weiß, was Luft, Licht und Sauerstoff dort anrichten können. Außerdem gibt es einen überlieferten Fluch, dass die gesamte Anlage sich bei einer Öffnung selbst zerstört. Drinnen soll es zum Beispiel Flüsse ausbeweglichem Quecksilber geben. Nachweisen konnte man tatsächlich, mit chemischen Messungen, dass dort eine hohe Quecksilber-Konzentration in der Luft vorhanden ist.

Am 18.11.20 habe ich hier zum Thema des „ersten chinesischen Kaisers“ geschrieben:

https://luft.mind-panorama.de/der-erste-chinesische-kaiser/

Als das europäische Mittelalter vor fünfhundert Jahren endete, wurde auch die Macht der Magie schwächer. Die Mysterien der Zauberer wurden erkennbarer. Und Schwächen. Alchemisten hatten noch versucht, Gold im Schmelztiegel selbst zu mischen und neu zu erschaffen. Die wissenschaftlichen Chemiker wiesen aber nach, dass das nicht möglich ist. Auch die astrologische Deutung des nächtlichen Sternenhimmels, dessen Tierkreiszeichen wie Löwe und Widder Einblicke in die Zukunft verschaffen sollten, wurden durch die Forschungen der Astronomie abgelöst. Weltraumkameras können längst realistische, farbige Bilder aus der Tiefe der Universums senden und genaue Auswertungen auslösen.

Übrig bleibt immer die Symbolik, die starke Bilder deuten und ihre Macht erkennen lässt. Hinter diesen magischen Zeichen findet man alte Kräfte, die zwar Jeder spüren, aber nicht erklären kann. Ihnen galten die Tempelrituale in der Antike und die Hieroglyphen der ägyptischen Pharaonen, auch die universale Lichtreligion der südfranzösischen Katharer. Mysterien sind Geheimnisse, die man mit Logik nicht aufklären kann, aber deren Elemente wie eine Fremdsprache entschlüsselt werden können, wenn man deren Vokabeln und Grammatik versteht.

Das ist auch die Ursache für die Fazination der alten Steinriesen in Stonehenge und der Terracotta-Armee in China. Die ganze Welt ist voll solcher Zeichen. Am Ende des Mittelalters, in der Renaissance-Zeit, wollte man sie überwinden und ihren Sinn naturwissenschaftlich verkleinern. Das gelang nur oberflächlich, weil die Technik auch immer mehr Oberflächlichkeit erzeugte. Viele Experten meinten, dahinter wäre gar nichts. Viele Computer werden tatsächlich für Spielereien und Facebook-Beleidigungen missbraucht. Das Angebot ist dafür noch größer. Aber es kommt nichts dabei heraus als aggressive Dummheit. In einer Epoche, wo der Menschheit zahllose wertvolle Informationen frei zur Verfügung stehen, zeigt sich das begrenzte Format von unbelehrbaren Charakterlosigkeiten. Jeder Zahlenvergleich bringt dazu eindeutige Ergebnisse, abwohl die individuellen Entscheidungsmöglichkeiten für jede Richtung offen sind. Wenn die aktuellen Weltkrisen, auf allen Gebieten, daran auch nichts ändern, ist das kein gutes Vorzeichen. Aber Warnsignale lassen sich manchmal steuern, ohne Druck und Belästigungen. Wichtig ist nur, was dabei herauskommt.

In China ist auch die Meditation weit verbreitet, in Europa eher eine Randerscheinung. Man muss er nur üben. Voraussetzung ist die Konzentration, die innere Abwendung von Nebensachen. Konzentriert man sich dann auf ein Thema, füllt es die Gedanken aus, aber nur so weit wie gewünscht. Dann hängen sich andere Gedanken daran, die aber auch keine Unruhe auslösen sollen. Das ist eine Denkmethode, die auch auf öffentlichen Plätzen funktioniert, wenn deren Eigen-Signale nicht dominieren. Sie entspannt, verändert aber die Realität nicht. Auch die chinesischen Kaiser-Reiche lebten mit vielen Kriegen. Aber der General Sun Tsu (544 – 496 v. Chr,), der dreihundert Jahre vor dem ersten chinesischen Kaiser lebte schrieb ein schmales Buch über die „Kunst des Krieges“. Darin ist nicht die miltärische Gewalt das Wichtigste, sondern die Strategie, die Methode, mit der man einen Gegner durchschaut und sein Denken. Das Buch gilt, auch noch in der Gegenwart, als Vorbild für eine militärische Ausbildung und für alle Führungskräfte. Die meisten kennen es gar nicht. Oder sie können es nicht richtig in die Realität umsetzen. Das allerdings betrifft alle Bereiche: Die Firmen, die Bilanzexperten und die Mitarbeiter, die mit den Misserfolgen leben müssen.

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