Die Schachtel der Pandora

28.2.2022. Schaut man zur Zeit auf ein Europa, wie es, nach der jetzigen Weltkrise,  sein kann, sieht man drei Bilder: Den fetten Mittelpunkt Deutschland, der immer mehr finanzielle Fehler macht. Arme Länder wie Portugal, Spanien und Italien im Süden. Wohlhabende Staaten wie Frankreich und Benelux, wo nicht viele Waren produziert werden aber viel Geld versteckt ist. Das Wikipedia- Lexikon braucht nur das Stichwort „Pandora-Papers“ und öffnet dann alle Verstecke: „Als „Pandora Papers“ wird das bis dato größte Leak über sogenannte Steueroasen bezeichnet, dessen Existenz vom Internationalen Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) am 2. Oktober 2021 bekanntgegeben wurde. Weltweit arbeiteten Journalisten an der Auswertung der Daten und deckten die Besitzer und Verbindungen von 29.000 Steuervermeidungs- und Steuerhinterziehungskonten bei 14 Offshore-Dienstleistern auf.“

Wenn man das Wort „Pandora gar nicht kennt, reicht wieder die Wikipedia:  Pandora (altgriechisch, deutsch ‚Allgeberin‘ aus pan ‚all-‘, und `doron ‚Gabe‘, ‚Geschenk‘. Das ist  in der griechischen Mythologie eine von Hephaistos aus Lehm geschaffene Frau. Als ein böses  Übel beschreibt Hesiod die Pandora. Von Hermes wird sie zu Epimetheus gebracht – einschließlich der unheilvollen „Büchse der Pandora“, die Unglück verbreitet.“

Das sorgt immer noch für blankes Entsetzen. Geschäftlichr  Panik-Attacken habe ich mir schon vor fünfzig Jahren angeschaut, beim beruflichen Anfang in Münster. Ich bin so erzogen worden, auch durch das Vorbild meiner hart arbeitenden Eltern, dass ich alle Betrügereien und Täuschungsmanöver ablehne. Daraus entstehen zwangsläufig,  Konflikte mit denjenigen, die das Gegenteil praktizieren und dabei immer höhere Reichtümer sammeln auch steuerfrei und viele Jahre lang. Diese Anhäufung von Macht muss keinen billigen Neid aufwecken, aber wenn sie kein sauberes Fundament hat, weil sie auf Betrügereien ganze Gebirge aus Gold aufbaut, kann man eine Antenne dafür bekommen, die unsichtbar ist, aber Signale empfängt. Dann reicht ein kluger Satz des chinesischen Generals Sun Tsu (544 – 496 vor Chr.): „Schlage auf den Busch, und die Schlange springt heraus.“

Das muss noch nicht einmal Absicht sein. In jedem Bierlokal reagieren zufällige Gesprächspartner darauf, wenn man nur harmlose Stichwörter verwendet, bei denen sie aber glauben, man hätte tief in ihr Innenleben hineingeschaut. Das ist besonders dann bedauerlich, wenn man sich auf eine gemütliche Runde gefreut hat und dann ein Schlüsselwort verwendet, das sogar für direkte Zuhörer ganz unwichtig ist. Aber Schlüssel sichern nicht nur fest verschlossene Türen, sondern man kann hindurch schauen, als wäre es durchsichtiger Beton. Als schlagkräftiges Beispiel braucht man hier nur den Namen des römischen Journalisten Gianluigi Nuzzi. Durch Mitarbeiter der Vatikanbank am Petersdom erfuhr er streng vertrauliche Geheimnisse und schrieb mehrere Bücher darüber. Das hat mehr Erschütterungen ausgelöst als ein unerwartetes Erdbeben, obwohl die meisten Menschen davon gar nichts mitbekamen. Aber auch Vulkane können plötzlich aktiv werden und ganze Landschaften verwüsten, wenn der Innendruck zu stark wird. Zum Stichwort „Gianluigi Nuzzi“ gibt es hier 25 Beiträge:

https://luft.mind-panorama.de/?s=gianluigi+nuzzi&x=21&y=3

Er führt aber noch auf ganz andere Spuren. In der Vergangenheit füllten immer wieder große Finanz-Skandale die Schlagzeilen, aber den Hauptverdächtigen konnte niemals etwas nachgewiesen werden. Niemand kam auf die Idee, sich ihre Mitarbeiter genauer anzuschauen, deren Fotos und Namen man niemals in der Zeitung sah. Selbst bekannte Enthüllungsjournalisten blieben ahnungslos. Und was sie nicht beweisen können, sollten sie auch nicht herumplaudern, denn sonst drohen saftige Schadensersatz-Klagen, die von den Chefredakteuren nicht erstattet werden. Oft reichen auch dabei nur Stichwörter, um die verschlossenen Türen zu öffnnen. Hier geschieht das nicht, sondern nur bei den Fällen, die bereits durch alle Infomationsmedien bekannt sind. Es ist außerdem ekelhaft, wenn herumgequatscht wird, schamlos und rücksichtslos. München ist auch dafür ein heißes Pflaster. Nicht in den Prominentenlokalen, sondern dort, wo auch die körperlich arbeitende Bevölkerung das Recht hat, sich bei einem oder noch mehr Bier zu entspannen. Dort gab es nie Ärger, wenn nicht auch solche Leute auftauchten, denen man ihre Lieblingsthemen schon äußerlich ansah.

Das Alles wird sich im Frühjahr entspannen. Das eingeschlafene Verfassungsrecht auf Versammlungsfreiheit wacht bald  wieder auf, aber ich habe längst kein Interesse mehr daran, dumme Geschichten auch nur anzuhören. Niemand muss die Texte hier lieben, aber ich schreibe sie deshalb gern, weil sie Niemandem persönlich schaden. Alle Informationslücken kann Jeder selbst schließen, auch die Methoden trainieren, bei denen nicht mit Schmutz herumgeworfen wird.

Wer unbedingt Belohnungen braucht, kann sie frei einstecken, aber sie dürfen keine hässlichen Flecken hinterlassen, die selbst bei einer guten Reinigung nicht verschwinden. Neue Kleidung verhindert nicht, dass neue, noch größere Flecken entstehen. Wer davor Angst hat, findet alle Informationen im Internet. Wer nicht lange suchen will, braucht eine Suchmaschine. So kann man diese Webseite auch verstehen, wenn man rechts oben auf diese Seite blickt. Nicht weit entfernt ist die Startseite, die auch alle Grenzen deutlich festlegt, zuverlässig.

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