Die schmelzenden Flügel von Ikarus

3.3.2021. Als der griechische Sagen-König Minos die Seefahrt und das Land kontrollierte, erfand sein Landsmann Dädalus Flügel für sich und seinen Sohn Ikarus, um zu flüchten. Dazu befestigte er Federn mit Wachs an einem leichten Gestänge. Er warnte seinen Sohn, nicht zu hoch und nicht zu tief zu fliegen, da sonst die Hitze der Sonne oder die Feuchtigkeit des Meeres zum Absturz führen würden. Aber als beide an der Insel Samos vorbeiflogen, wurde Ikarus übermütig und er stieg so hoch hinauf, dass die Sonne das Wachs seiner Flügel schmolz, woraufhin sich die Federn lösten und er ins Meer stürzte. Diese alte Sage wird so gedeutet: Als Strafe der Götter für seinen unverschämten Griff nach der Sonne, der mächtigsten Energiequelle auf der Erde. Er wollte wie Gott sein.

Die ganze Welt der Märchen und Sagen besteht aus solchen Erkenntnissen. Die Bilder dazu nennt man Symbole, zu diesem Thema habe ich hier schon über 250 Beiträge geschrieben. Wer die Bildersprache nicht versteht, kann auch viele Rätsel und unaufgeklärte Fälle nicht lösen. Dafür gibt es auch ganz andere, zulässige Methoden, die aber in der Praxis deshalb nicht angewendet werden, weil sie dort unbekannt sind. Aber es wäre eine Ergänzung für die uralte Erfolgs-Serie „Aktenzeichen XY“ im Fernsehen. Dort sieht man diskrete Herren in schwarzen Anzügen und hört aufgeregte Zuschauer, die auch ihre Nachbarn verdächtigen. Erfolge gibt es dabei auch, und die hohe Zuschauerzahl ist garantiert. Eine andere Art von Erfolgsquote. Trotzdem bleiben viele schweren Fälle ungelöst.

Auch das ist nicht neu. Am 23.11.20 habe ich folgende Webseite gestartet: „Zeichen und Bilder“. Hier ist sie:

https://www.mind-panorama.de/

Kurze Einleitung: „Thema hier sind Geheimnisse der Vergangenheit, in vielen Bereichen und deren Auflösung. Mit den Ursachen findet man auch die Gründe, die veränderbar sind. Das ist das Werkzeug für die Zukunft. Nur so  kann auch Fortschritt entstehen. Deshalb ist dieses Thema dem Gedenken an Christopher Marlowe gewidmet.“

Von Allwissenheit und Besserwisserei ist dabei nicht die Rede. Aber die Welt der guten, reichen Nachkriegsjahre ab 1945 hat derart viele Risse bekommen, die geschminkt und zugekleistert wurden, so dass man die Schäden viel zu selten erkennt. Die Gründe sind Bequemlichkeit, Oberflächlichkeit und Informationslücken. Gerade das Internet hat da Viel zu bieten, wird aber nicht immer richtig genutzt. Stattdessen werden Smartphones, aus Langeweile und krimineller Energie, für privates Ausspionieren benutzt. Das dürfen auch Security-Firmen nicht, die ihre Erfolge verkaufen müssen. Die Polizei hat sogar noch viel engere, sehr enge Grenzen, die auch nicht allgemein bekannt sind. Legale Informationen sind auch in schwierigen Fällen leicht zu bekommen, wenn man sich auf die zulässigen, gerichts-verwertbaren Erkenntnisse beschränkt. Dafür gibt es hier viele Beweise. Aber das ist zwar spannend, aber für Normalmenschen zu anstrengend und zu langweilig.

Die nächsten Skandale sind deshalb schon vorprogrammiert. Sie spielen sich nicht nur bei den raffinierten Betrügern der Hochfinanz ab, sondern, aus alter Tradition, in den gehobenen Führungsetagen großer Firmen, weltweit. Und in staatlichen Organisationen, im politischen Bereich und Allem, was dort zur Nachbarschaft gehört. Auch das ist gar nicht neu, aber die Methoden und Querverbindungen. Sie liegen offen auf der Hand, aber es gibt zu wenige Lesebrillen. Kürzlich sagte mir ein alter Bekannter, „Du hättest Regierungsberater werden sollen.“ Niemals. Das ist ein zähes Gestrüpp, wie ein Spinnennetz. Sogar als mäßig bezahlter Sachbearbeiter kann man das jahrzehntelang hautnah erleben, aber auch dessen Unbeweglichkeit. Das Wissen kann man hier offen weitergeben, ohne damit das Grundrecht auf Privatsphäre zu verletzen. Aber es ist nicht allgemein bekannt.

Die Gesetze und die Freiheitsrechte des Menschen hartnäckig zu bekämpfen, ist ein kostpieliger Irrtum. Aber vor zweitausend Jahren war das Allltag. Die herrschenden alten Götter von damals kennt heute Niemand mehr. Oder glaubt nicht daran. Der Drang zur Sonne, zum hellen Licht der Erkenntnis, ist unzerstörbar. Man kann dabei übertreiben. Der Grund für den Absturz des fliegenden Ikarus war noch ein ganz anderer: Sein Vater hatte dem berühmten Helden Theseus wertvolle Hilfe geleistet, bei der Verwendung des langen, roten Ariadnefadens. Damit konnte Theseus, in einem undurchschaubaren Felsen-Labyrinth, seinen eigenen Weg markieren, den Eingang und den Ausgang. Danach konnte er drinnen auch das menschenfressende Ungeheuer Minotaurus finden und töten. Das Ungeheuer gehörte dem König Minos, der danach Rache schwur. Damals, vor zweitausend Jahren, hatte er damit Erfolg. Deshalb schmolzen die Flügel von Ikarus.

„Ariadne“ ist auch der Titel einer Oper von Richard Strauss. Die Titelrolle singt hier die unvergessene Lisa della Casa:

https://www.youtube.com/watch?v=oxtuyQ13DuI

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