Die Schule der Nacht

17.12.2020. Die Schule der Nacht war ein beliebter Londoner Stammtisch, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, um Sir Walter Raleigh , der wissenschaftliche und philosophische Fragen diskutierte. In einem Stück von  William Shakespeare  sagt der König von Navarra: „Schwarz ist das Zeichen der Hölle und der Schule der Nacht.“

Diese Gruppe wurde von einigen wachsamen Zeitgenossen des verbotenen Atheismus und des Freidenkertums verdächtigt. Freidenkerei ist ein Grundrecht, aber damals nannte man es eine Form der widerspenstigen, der Regierung nicht unterwürfigen Ketzerei. Das passte nicht nicht in das feste, starre Weltbild der herrschenden anglikanischen, königlichen Staatskirche. Das ungelöste Problem mit solchen verdächtigen „Zauberlehrlingen“ war aber, dass es sich dabei um angesehene, freie Denker handelte, die auch über Magie und Zauberei miteinander sprachen, ebenfalls eine Form der heidnischen Ketzerei, nach Meinung der allein herrschenden Staatskirche. Eine Anklage, die dem Verrat, dem Hochverrat gleichzusetzen war. Atheismus galt als gesetzlose Anarchie und wurde häufig, als schwere Anklage gegen politische Kritiker verwandt.

Zu dieser „geheimen“ Vereinigung, der nachtschwarzen Schule, sollen sogar einige Mitglieder des fortschrittlichen Adels gehört haben, einschließlich Astronomen, Reisenden der Neuen Welt, Philosophen und Dichtern, z. B.  Christopher Marlowe . Der „Schul-Direktor“, Walter Raleigh, kam 1581 an den englischen Hof und gewann rasch die Gunst und Freundschaft der Königin. Von dieser wurde er 1585 zum Ritter geschlagen. Raleigh übernahm auch die Befehlsgewalt der königlichen Leibwache und war deshalb verantwortlich für die Sicherheit Elisabeths. 1595 führte Raleigh eine Expedition nach Südamerika an, um dort das Goldland El Dorado zu suchen.  Bei seiner Rückkehr wurde er, auf Betreiben Spaniens, verhaftet und zum Tode verurteilt. Am 29. Oktober 1618 wurde er hingerichtet.

Schwarze Magie und Zauberei blühten und brannten, schon m alten Ägypten, im antiken Griechenland, im europäischen Mittelalter und sind heute noch ein Bestandteil, der Mittelpunkt von einzelnen Glaubensgemeinschaften, mit zum Teil strengen Regeln, die aber mit der garantierten Meinungsfreiheit und Glaubensfreiheit, im Grundgesetz nicht zusammen passen. Jeder darf allein glauben, was er will, nicht nur das, was seine wachsamen Chefs ihm befehlen und vorschreiben wollen.

Die katholische Kirche hatte sich, im Mittelalter in einen derartigen bösen Machtrausch hineingesteigert. dass immer mehr heftige Kritiker auftauchten. Zunächst wurden viele als gottlose Ketzer verhaftet und verbrannt. Genau deshalb entstanden so starke, auch gewaltsame Gegenbewegungen, dass die Kirche immer mehr an Glaubwürdigkeit verlor.

Ich bin schon vor vierzig Jahren aus der Kirche ausgetreten, wegen einer persönlichen, nicht akzeptablen Erhöhung der Kirchensteuer. Juristisch war das alles formal korrekt, aber sie wollten unbedingt eine Nachzahlung und drohten juristisch. Da reichte es. Seitdem bekommen sie gar nichts mehr.

Weil die Gedanken frei sind, auch die religiösen. Da darf es überhaupt keinen Zwang geben. Sonst ist das Nötigung, ein Strafdelikt.

Seitdem habe ich mich mit vielen Glaubensrichtungen gründlich beschäftigt. Die Seriösen bringen gedanklichen Gewinn. Die Anderen wollen Geld verdienen. An sich nichts Schlechtes, aber in diesem Zusammenhang illegal. Vor vielen Jahren hatte ich ein ganzes Wochenende Besuch von einem leitenden Glaubenslehrer. Ihm ging es überhaupt nicht gut, weil man ihn fortgeekelt hatte. Er war froh, das er mit Jemandem darüber reden konnte. Aber man wollte ihn nicht mehr, und danach habe ich ihn niemals mehr wieder gesehen.

So etwas ist bitter. Bisher habe ich schon dreißig Artikel zum Thema Religion geschrieben. Unter diesem Text stehen weitere Kapitel, zu diesem schwierigen Thema.

Die Religion ist eine ernste, aber keine traurige Sache. Sie wird nur dann zum Problem, wenn sie übertreibt und zu viel Macht ergreift. Dann werden Grenzen überschritten.

Der Buddhismus hat nicht nur nette, friedliche Länder geschaffen. Sonst gäbe es in Asien gar keinen Streit mehr. Aber die Idee ist, dass durch die Meditation, das konzentrierte Nachdenken, der Mensch seine Fehler verarbeitet. Deshalb wird er so lange wieder geboren, bis er rein ist. Dann löst er sich auf, im Nirwana. Dieses Nichts ist aber keine Leere, sondern Teil der göttlichen Weltordnung, die alle verstorbenen Seelen wieder aufnimmt. Dann werden sie Teil der universalen, kosmischen Energie, die unseren Planeten immer stärker gemacht hat, auch nach schweren Krisen.

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