Die Seidenstraße von China zum Mittelmeer

27.3.2021. Die 6.400 Kilometer lange Seidenstraße folgte dem Verlauf der Großen Chinesischen Mauer und führte über Afghanistan zum Mittelmeer. Von dort transportierten Karawanen die kostbare Ware weiter: Seide, Gold und Silber. Reisebegleiter waren Gelehrte und Soldaten. Ihr Wissen verbreitete sich. Ab 115 v. Chr. wurde die Straße immer wichtiger und berühmter. Als Rom auf dem Höhepunkt seiner Macht angekommen war, war China dort nur vom Hörensagen bekannt. Marco Polo (1254 – 1324) änderte das. Er brach in Venedig auf und besuchte das Märchenland im Fernen Osten. Beim Herrscher Kublai Khan lebte er als Gast. Als er nach Venedig zurück kehrte, schrieb er das „Buch der Weltwunder“ und wurde weltberühmt damit. Allerdings hielten einige seiner Zeitgenossen das für eine Sammlung von erfundenen Phantasiegeschichten. Sie hatten Unrecht.

Vor zweitausend Jahren war das Mittelmeer ein Machtzentrum. Aber von China wusste man viele Jahre lang nur sehr wenig. Eines der ersten Großreiche war die Han-Dynastie, von 206 bis 220 n. Chr. Die Hochkultur blühte, aber der offen zur Schau gestellte Reichtum der Großgrundbesitzer löste auch Aufstände von Kleinbauern aus. Der erste Kaiser, Qin Shihuangdi (259 – 210 v. Chr.) hinterließ ein gigntisches Grabdenkmal, dessen Terracotta-Krieger erst 1974, zufällig von einem Bauern gefunden wurden. Am 18.11.20 habe ich einen Artikel über den ersten chinesischen Kaiser geschrieben:

https://luft.mind-panorama.de/der-erste-chinesische-kaiser/

Die eng miteinander verknüpften alten Handelsstraßen waren auch Netzwerke, die Informationen weitergaben. Das weltweit größte Netzwerk ist seit dreißig Jahren das Internet. Die Nutzung ist offen für Jedermann, denn auch die Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind wichtige Säulen unseres Grundgesetzes und anderer freier Staaten. Je weniger Freiheitsrechte ein Staat zulässt, desto verdächtiger wird er. Denn politische Macht ist auch eng mit sehr viel Geld und falschen Freunden verbunden. Das kann missbraucht werden. Zur Zeit müssen sich bekannte Politiker unangenehme Fragen anhören, weil sie Aufträge bezahlt haben, für Firmen, die medizinische Masken direkt an Ministerien geliefert haben. Dabei werden üblicherweise Provisionen gezahlt, nur für die guten, teuren Ratschläge. Namen gehören hier nicht hin, aber es reicht das Stichwort „Masken-Skandal“, das in den aktuellen Suchmaschinen nichts mit mehr mit Karneval oder Banküberfällen zu tun hat, aber sofort einen ganzen, nagelneuen Sumpf aufblättert und hell in das Scheinwerferlicht taucht.

Bei den Karnevalszügen in Köln und Düsseldorf stehen die Zuschauer nur am Straßenrand. Hier sind sie mitten drin, schauen aber weg und gehen weiter. Weil das Sache der Behörden ist. Die freuen sich nicht über jede Hilfe, weil das Zeit kostet. Aber alle sind glücklich, wenn der Masken-Zug vorbeigerollt ist. Danach kann man genauer hinschauen.

Wenn man jedoch mit einer orientalischen Wanderkawarane ist, so wie damals auf der alten Seidenstraße und gar kein Geld dabei hat, dann reicht auch die Phantasie aus 1001 Nacht. „Sheherazade“ wird hier dirigiert von Lubnan Baalbaki, im libanesischen Beirut:

https://www.youtube.com/watch?v=l4_6IgeFllo

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