Die Stärke der Kraft, die Härte des Stahls

20.3.2021. Stärke regiert die Welt. Aber sie hat völlig unterschiedliche Gesichter. Angenehme und brutale. Das zeigen die Ergebnisse. Ein paar Stockwerke tiefer liegen die Ursachen. Die Motive. Eine große Mischung lässst das Gebäude wachsen. Als der Turm in Babylon dem Himmel zu nahe kam, brach er zusammen. Größenwahn lässt viele aufwändige Projekte scheitern, deren Planung Massen an Zeit und Geld verschlungen hat. Raubüberfälle sind wie Kriege gegen fremdes Land und Eigentum. Sie können Spitzenwerte erreichen, brechen aber dann zusammen. Auch die Herrschaft über Menschen kann groteske Formen annehmen. Schutz dagegen sind die Freiheitsrecht, das Fundament solider Staaten. Friedrich Nietzsche (1844 – 1900) schrieb, „Was mich nicht umbringt, macht mich stark“. Einige seiner Anhänger ersetzten das Wort „stark“ durch „hart“. So wie Stahl. Aber Nietzsche meinte nur innere Stärke, keine materiellen Kategorien. Sein persönliches Schicksal verlief tragisch. Auf dem Höhepunkt seines Ruhmes stürzte er innerlich ab und verfasste hasserfüllte Schriften gegen frühere Freunde. Dafür gibt es viele Erklärungen, aber es sind Vermutungen. Abstürzende Sterne gibt es oft. Im Weltall verglühen sie, wenn sie zu alt sind.

Wer sich umschaut, erfährt das Gleiche ständig in den Medien. Oder in alten Büchern. Der griechische König Krösus fragte die Wissenden des berühmten Orakels von Delphi, ob er seinen nächsten Krieg gewinnt. Die Antwort: „Wenn das geschieht, geht ein großes Reich verloren.“ Zu spät erkannte er, dass es sein eigenes Reich war.Solche Prognosen können wie ein Bumerang sein, der an einer magischen Wand abprallt und den Verursacher zerschmettert. Das sind nicht nur alte Märchen. Aber heute gibt es Methoden, zuverlässige Daten zu sammeln, sie nach Wichtigkeit zu trennen und zu bewerten. Veränderungskurven sind nur selten vertikal, also plötzliche Überraschungen, sonder haben die geschwungene Form einer Ellipse. Sie bauen sich langsam auf und später fallen sie wieder ab. Beeinflussen läst sich das durch Informationen. Aber sie müssen korrekt und offen zugänglich sein. Sonst mischen sich Betrüger und Zerstörer ein, die verführerische bunte Seifenblasen erzeugen und nur heiße Luft, bis der Ballon platzt. In den letzten Jahren wurde das immer raffinierter. Aber wenn die Blase platzt, werden auch die Schäden sichtbar. Beim verbrannten Geld oder beim Untergang von Gemeinschaften, zum Beispiel Firmen.

Wenn die berufliche Zeit vorbei ist, sieht man das Alles aus größerer Distanz und kann es besser erkennen. Die Merkmale, die Mitmacher und Nutznießer, die sich gegenseitig hochschaukeln. Tragisch ist es, wenn sie im privaten Kreis längst bekannt sind. Dann wird es ein Dauerthema und schlägt noch höhere Wellen. Aber dann ist es alter Käse zum Weghören. Vor einem Jahr begann die große Ruhepause, die viele anständige Menschen bedroht. Die Arbeitsplätze in der Gastronomie, die Konzertveranstalter und Alle, die für Lebensfreude und -qualität sorgten. Die dreißig Jahre vorher war das selbstverständlich, aber damals begannen auch verdeckte Krisen den Alltag zu unterwandern, die gar nicht bemerkt wurden. Stattdessen tobte ein Zirkus von Oberflächlichkeiten und Falschspielereien. Wer darin Vergleiche zieht, kommt sehr schnell zu Ergebnissen und zieht sich aus dem Treiben zurück, das dann zwangsläufig austrocknet oder abgeschaltet wird. Möglichst ohne Zwang. Das geht, aber es waren auch viel Dummheit und Bösartigkeit unterwegs.

Wie das in der Steinzeit ablief, vor 2,6 Millionen Jahren, kann man sich anschauen. Im Kinofilm „Conan, der Barbar“ (1. Teil) von 1982. Da überfällt eine Räuberbande ein Dorf und ermordet alle Bewohner. In den ersten zwanzig Minuten hört man fast nur gewaltige Musik. Es wird kaum gesprochen. Das hat eine starke Wirkung. Eine junger Mann überlebt und macht sich auf einen Rachefeldzug. Mit Methoden, die heute abgelehnt werden. Aber damals gab es keine anderen. Seitdem hat die Menschheit ihr Leben gewaltig verändert, aber die alten Wurzeln sind noch erkennbar. Hier kann man den Film in der englischen Originalfassung sehen. Er beginnt mit dem oben erwähnten Nietzsche-Zitat. Als Vergleich zeigt er viele Einzelheiten (126 Minuten):

https://www.youtube.com/watch?v=fLC_b3z7xuw

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