Die Wunder der Tang-Dynastie

20.12.2020. Die Tang-Dynastie  war eine bedeutende chinesische Kaiserdynastie, die von 617 bis 907 n. Chr. an der absoluten Macht war. Sie gilt als ein Höhepunkt der langen Geschichte Chinas. Wikipedia: „Kaiser Gaozong (Regierungszeit 650–683) litt an Schwindelanfällen und Kopfschmerzen. Man nahm an, dass er von seiner Frau, bis zu seinem Tod 683 langsam vergiftet wurde. Sie hieß Wu Zhao, ermordete auch ihren erstgeborenen Sohn und sperrte zwei weitere ihrer Söhne ein. Dann nahm sie 690 den Kaisertitel selbst an und regierte (trotz ihrer zahlreichen Morde) mit der Unterstützung der Buddhisten, der Geheimpolizei und offenbar auch großer Teile des Volkes .“

Erstaunlich, was da Alles möglich war. Aber das ja nur ein ganz kleiner Ausschnitt. Weiter liest man:

„Unter Kaiser Xuanzong erlebte Tang-China zunächst ein Goldenes Zeitalter des Friedens, der Kultur und Wissenschaft, und anschließend einen jähen Absturz. Inzwischen machten sich nämlich die hohen Militärausgaben ständiger Kriege an der Seidenstraße beim armen Volk bemerkbar, in Form von erhöhten Steuern. Der Kaiser floh (881 n. Chr. ) deshalb nach Chengdu und musste seine beiden Hauptstädte einem erbitterten Feind überlassen, der auch mehrere Tang-Prinzen umbrachte. .“

„Der endgültige Untergang der Tang kam aber erst mit dem Aufstand des Huang Chao 876–884. Dieser Aufstand kostete noch mehr Menschenleben. Der Bandenführer Huang Chao hatte zunächst die Südprovinzen (u. a. Kanton), verwüstet. Der Kaiser  Chengdu flüchtete und musste beide Hauptstädte Huang Chao überlassen, der diverse Tang-Prinzen umbrachte und erst 884 von einem türkischen Kavalleriekorps geschlagen werden konnte. 885 kehrte der Kaiser nach Chang’an zurück und starb bald darauf. Die Eunuchen bemächtigten sich 900 der Person des regierenden Kaisers, wurden aber von einem General namens Zhu Wen  beseitigt. Nach den nötigen Vorbereitungen wurden 907 alle Tang-Prinzen von Zhu Wen umgebracht, womit die Dynastie endete.“

So geht das also auch. Viele Herrscherhäuser sind längst verschwunden, in Europa direkt nach dem ersten Weltkrieg. Wiens Märchenkaiser Franz Joseph, der Ehemann der berühmten Sissi, begann nach der Ermordung seines Thronfolgers den ersten Weltkrieg, mit einer Kriegserklärung. Dann traf es auch die anderen europäischen Länder. Auch China kennt sich mit politischen Streitereien gut aus.

Kriegerischer Ruhm und goldener Glanz sind rasch vergänglich. Auch die Macht der mächtigsten Kaiser. Das mussten sogar die Stärksten erleben, die sich für unangreifbar halten. Wilhelm Hauff schrieb im vorletzten Jahrhundert: „Heute noch auf hohen Rossen, morgen durch die Brust geschossen.“ Deshalb, nach dem blutigen Ende des furchtbaren Zweiten Weltkriegs, nach der sechzehnjährigen Bevormundung und strengen Überwachung durch eine absolute Diktatur, gab es, leider nur in Westdeutschland, eine rundum gute Verfassung, das Grundgesetz von 1949, das die wichtigsten Freiheitsrechte garantiert und mit Unterstützung der Justiz verteidigen soll.

Die Behörden sind also nicht eine selbstherrliche, allmächtige Regierung, sondern der Dienstleister, für den Schutz der Bevölkerung. Zum Beispiel für die Garantie der Meinungsfreiheit, den starken Schutz der Privatsphäre, Pressefreiheit und natürlich auch die Informationsfreiheit, den freien Zugang zum Internet. Wenn das Jemand nicht bezahlen kann, muss der Staat selbst dafür zahlen, im Voraus.

Das Grundgesetz steht über allen anderen Gesetzen, die deshalb auch nicht dagegen verstoßen dürfen. Ausnahmen dürfen nur, sehr sparsam und zurückhaltend, vergeben werden. Geheime Gesetze sind grundsätzlich verboten und gleichzeitig ein schwerer Landesverrat, der früher als Hochverrat mit der Todesstrafe endete.

Auch China hat sich im letzten Jahrhundert stark verändert, schon bei der Staatsgründung als Volksrepublik, 1949, durch Mao Ze Dong. Nach seinem Tod sorgte Deng Ziao Ping für eine immer stärkere, freiere Liberalisierung und Lockerung, die immer noch, jetzt fortgesetzt wird. Erlebt man Chinesen in München, wie im März dieses Jahres, sind sie bei Zufallsbegegnungen stolz und selbstbewusst, hören aber aufmerksam zu. Das Lernen hat noch Niemand einen einzigen Zacken aus der Krone gebrochen. Viele junge Deutsche dagegen waren bis Ende März oft, viel mehr an ihrer Freizeit interessiert, natürlich auch an den Spielen im Internet. Dabei wurden manchmal die allseits gut bekannten Grenzen des Erlaubten, weit überschritten, über die jetzt aber Jeder lange nachdenken kann.

Diese Webseite hilft gern dabei, zum Beispiel in der Übersicht, unter diesem Text. China war in der ersten Kaiserzeit und in der Tang-Zeit, eine bewundernswerte Hochkultur, vor Allem im Bereich der Architektur, der Dichtkunst, der Philosophie und der „Kunst des Krieges“, die der kluge General Sun Tsu damals aufschrieb und die auch heute noch, an amerikanischen Militär-Akademien, zum unverzichtbaren Pflichtstoff gehört. Die Atmosphäre eines chinesischen Gedichtes, mit Nebel in einem Bambuswald, hat kein europäisches Vorbild.

Auch die deutsche Operette hat mit dem „Land des Lächeln“ die magische Atmosphäre von China eingefangen. Hier singt Sandor Konya „Von Apfelblüten einen Kranz“ :

https://www.youtube.com/watch?v=V_KKPVZ255Y