Ein Palast in Afrika

7.1.2022. Gestern war auch das Dreikönigstreffen der politischen Parteien. Es sprachen aber nur die Parteivorsitzenden. Tagespolitik wird hier grundsätzlich nicht kommentiert, weil sie ständig hin und her schwankt. Aber diesmal blieb auch die Frage: Was haben die eigentlich gesagt? Jedes Wort kann man nachlesen, aber der Inhalt ist jedes Jahr der gleiche. Auch bei den meisten Reden im Parlament. Das wird aber dringend gebraucht, weil dort die Gesetzesänderungen beschlossen werden. Die Universalgesetze sind hier ein Dauerthema, spielen dort aber keinen Rolle, denn die kann man nicht ändern.

Selbst wenn Justizminister ganz neue Paragraphen in die Welt setzen, erkennt man sofort, welche Farbe ihr Staat hat. Nicht die politische, denn die wird auch von geschmeidigen Wendehälsen besetzt, die ihre Fahnen nach dem Wind drehen. Sondern  die soziale Gerechtigkeit, die Abschaffung der willkürlichen Unterschiede zwischen den Einkommen. Wer kein Geld verdient, braucht staatliche Unterstützung, und die ist auch nicht zu hoch. Wenn nur die Schlauköpfe nicht wären, die Geld erbetteln, das ihnen gar nicht zusteht oder die großen Anführer, die ihre Millionen im Ausland verstecken. Unvergesslich ist mir das Foto eines berühmten Bauwerks in Afrika. Eine kleine Gruppe zeigte sich das gegenseitig, die ich gar nicht näher kannte. Dazu sagten sie nicht mehr als die Namen bekannter deutscher Firmen und einiger prominenter Fernsehköpfe. Wir kannten uns nur vom Sehen, als Biertrinker,  aber sie kannten meine Denkweise. Deshalb war nur eine Erklärung möglich: Steuerhinterziehung. Gleichzeitig berichtete der damalige Finanzminister Olaf Scholz, heute Bundeskanzler, dass er Post aus Afrika bekommen habe, einen Speicherstift mit vielen Adressen und deren Kontonummern. Die Staaten helfen sich dabei gegenseitig, also war damit zu rechnen, dass es zu Ostern ein paar beonders bunte Überrachungen gab.

Ostern ist dabei kein Datum, sondern nur ein Hinweis, ein Bild aus der Symbolsprache. Auch das Gebäude in Afrika, das vielleicht in Wirklichkeit bei Eisbären in Alaska steht. Es ist unvermeidlich, dass jeder Mensch Geheimnisse hat, die seine Kollegen gar nichts angehen. Aber viele sind neugierig und sammeln leidenschaftlich Informationen wie seltene Briefmarken, um sie als Wurfgeschosse gegen ihre Ziele einzusetzen. Ein Wundermittel dagegen sind saubere Finger, an denen kein dicker  Schmutz klebt und Offenheit, Nachprüfbarkeit.

Dazu gibt es hier sehr viele Tipps, aber unantastbar ist die persönliche Privatsphäre. Auch Pseudonyme, mit frei erfundenen Namen, können sehr vertrauenswürdig sein. Im August 2000 habe ich das Gegenteil erlebt, beim ersten Besuch des Internets als Diskussionsteilnehmer. Die damaligen Gesetze wurden inzwischen geändert und aktualisiert, aber die wichtigsten gab es schon längst: Das Verbot von Beleidigungen und Lügen. Die Internetredaktionen müssen das ganze Material jahrelang aufbewahren, als Beweismittel, und jeder Teilnehmer kann für sich selbst Kopien speichern und weiterschicken. Erstaunlich ist nur die eiserne Hartnäckigkeit, mit der einige Mitwirkende das nicht einsehen, Ihnen geht es wie den Besitzern des Palasts in Afrika oder Alaska. Plötzlich stehen sie im Scheinwerferlicht der Infomrationsmedien, und nicht nur für einen einzigen Tag.

Weil Pseudonyme  eine ganz einfache Form des Selbstschutzes sind, sind sie auch zu empfehlen. Die Computerfirmen arbeiten aber laufend an wirkungsvollen technischen Verbesserungen. Erstaunlich ist es, wie gut das beim Projekt „Open Source“ funktioniert, auch weil sehr vile Teilnehmer Spezialisten sind, die eingreifen, damit die Luft sauber bleibt. Aber neben der Technik gibt es auch Denkmethoden, die ungelöste Fälle lösen, die noch Niemandem aufgefallen sind. Auch das wird hier oft erklärt.

Händeschütteln habe ich noch nie gemocht, zur Zeit will das auch Keiner. Aber es kann auch eine symbolische Geste sein, ein Zeichen der Sympathie und des Vertrauens, ohne Körperkontakt, im Internet. Solch einen Handschlag würde ich nur ganz wenigen Menschen verweigern, auch wenn sie feindselig auftraten. Marionettenspieler brauchen immer Holzpuppen an unsichtbaren Fäden. Diese Holzpuppen sind immer unschuldig, nur dann nicht,  wenn sie selbst lebendig werden, aus eigener Kraft.

Echte Freunde ekennt man daran, wie sich benehmen, ohne Druck von außen. Und das schon viele Jahre lang. Manchmal müssen sie gehorchen, aber auch das ist schnell erkennbar. Jede Gemeinschaft, jede Orgnisation, lebt nur durch die Art ihrer Mitwirkenden, also der Mitglieder. Gelenkt werden sie immer von ganz oben, aber das lässt sich ändern. Spätestens, wenn der ganze Laden zusammenbricht. Und am besten noch vorher, wenn die Alarmsignale immer deutlicher werden. Dann greifen Selbstheilungskräfte ein, wie auch bei jeder Erkältung, wenn man die  richtigen Heilmittel griffbereit hat. Man muss sie nur anwenden.

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