Erhards offene Schatztruhe

2.4.2021. Stille Feiertage gibt es vor Allem im November. Oft ist auch das Wetter danach: Grau und neblig. Wem das auch noch die Stimmung verdirbt, der hat Probleme. Und nicht nur mit dem Wetter. Auch in den letzten Jahren lachten die Leute viel, aber sie hatten Sorgen. Weil die Probleme nicht immer schnell erkennbar waren, ergab sich eine seltsame Mischung aus Kichern und Jammern. Nicht so sehr bei den Älteren. Die hatten schon Vieles mitgemacht. Zum Beispiel immer die gleichen Gesichter der Politiker und Künstler, die sich für besonders einmalig hielten. Die jüngeren sahen sich auch immer ähnlicher. Äußerlich und beim Reden. Es wurde immer langweiliger, wenn es nichts mehr zu sagen gab, aber trotzdem viel geredet wurde. Es war eine ganz neue Art von Kultur, die frühere verschwand sowieso immer mehr.

Jetzt kann man genauer hinschauen. Vor Allem nicht aus der geographischen Nähe, sondern mit etwas schärferem Blick. Der registriert die große Oberfläche, aber auch, was man sonst so sagt über den Zustand der Welt. Alles ist genau vermessen, gespeichert und in Karten eingetragen. Sprachprogramme übersetzen jeden Text sekundenschnell. Und der große Rest wartet in Suchmaschinen, die auf einen kleinen Knopfdruck reagieren. Aber fragt man nach, hört man oft nur Gekicher oder raschelndes, trockenes Geknister. Das ist schade, denn nur ein gründlicher Gedankenaustauch bereichert und steigert den Horizont. Der Inhalt von Schatztruhen ist manchmal mit Geld nicht zu bezahlen. Aber oft sind die Kisten leer. Sogar neue Grabstätten mächtiger Herrscher wurden im Altertum mir Stapeln von Kostbarkeiten gefüllt, damit sie sich unterwegs immer etwas kaufen konnten. Leider kamen dann Grabräuber, und Alles war weg.

Das zweite Osterfest mit vielen Verboten kündigt sich an mit grauem, kühlen Wetter, aber das ist nur ein Einzelbild. Aus der Steinzeit vor 2,6 Millionen Jahren hat die Menschheit sich nur ganz langsam fortentwickelt. Vom Rückwärtsgang war dabei niemals die Rede. Wer davon profitiert hat, mit Freizeitspaß, billigen Weltreisen und offenen Grenzen, erreicht jetzt beim Rückwärts-Lesen gar nichts. Die finanziellen Probleme steigern sich, weil der Staat für alle Zusatzleistungen, auch für das notwendige Kurzarbeitergeld, riesige Kredite aufnehmen muss, die so schnell wie möglich zurückzuzahlen sind. Auch zu Ostern läuft die Gastronomie auf Sparflamme. Die Hotels, die Einkaufszentren und Alles, was Spass macht. Vor fünfhundert Jahren endete das Mittelalter, und die Renaissancezeit öffnete immer mehr Gedankenfreiheit. Nur im Vergleich: Der Stillstand ist jetzt offen erkennbar. Die wachsende Bewegungslosigkeit. Im Sumpf bewegen sich schwarze Krallen, aber sie stecken nur ein. Ihre Namen kann man nachschauen: Nicht nur WireCard und Open Lux, die man gar nicht mehr erklären muss, weil sie ausführlich in jedem Lexikon stehen. Die Raffgier richtet hohe Schäden an, schon seit dem Altertum vor sechstausend Jahren. Wäre das Geld in offene Kanäle geflossen, hätte es große Fortschritte verstärken können. Gebraucht wird es in der Gegenwart, für sinnvolle Projekte und deren berechtigte Gewinne.

Ein guter Werkzeugkasten sind immer noch die Ideen von Ludwig Erhard (1897 – 1977). Am 8.10.20 gab es dazu hier einen Artikel: „Erhards Zauberformeln“ :

https://luft.mind-panorama.de/ludwig-erhards-zauberformeln/

Zitat: „Erhards Hauptgedanke war der freie Markt. Im Unterschied zur zentral gelenkten Planwirtschaft, die veränderbare oder falsche Prognosen der Regierung eisern durchsetzte und erzwang, lebt der freie Markt von der Konkurrenz und dem natürlichen Sachzwang, nicht nur die beste Qualität zu liefern, sondern auch zum günstigsten Preis für die Kunden. Heimliche Absprachen der Produzenten wurden verboten und in einem eigenen Kartellgesetz unter Strafe gestellt. Wer wirklich etwas leistete, bekam dafür zu Recht Gewinne, und der weit verbreitete Neid, gegenüber Millionären auf dieser Basis, schadet nur. Den Betrieben. Den Mitarbeitern. Und den Familien, die vom Gehalt ihr gemeinsames Leben finanzieren. Dazu kam die „soziale“ Komponente, mit der die Gutverdiener etwas abgeben mussten für die Ärmeren, durch Steuern, Stiftungen, Projektfinanzierungen und abzugsfähige Spenden. „Maß halten!“ forderte Erhard immer wieder. Er meinte die Übertreibung. Die um sich greifende Geldverschwendung. Das Leben auf Pump mit geliehenem Geld. Betrügereien und alle Verstöße gegen das Handelsgesetzbuch (HGB), das vom „ehrlichen Kaufmann“ und dem Inhalt seiner jährlichen Geschäftsbilanz fordert: „Klarheit und Wahrheit“. Wenn allerdings solche Bilanzen gefälscht werden, zum Beispiel Computer für schwer durchschaubare und zunächst kaum nachweisbare Abgasmessungen von teuren Autos systematisch, über lange Zeiträume manipuliert werden, dann ist das Wirtschaftswunder bald nur noch ein falsches „Sommermärchen“ wie die bekannten heimlichen Zahlungen an den Weltfußballverband FIFA.“

Das ist aktuell. Wer wirklich mit Erhards sauberen Methoden arbeiten will, muss natürlich noch gründlicher nachschauen. Aber sofort nach dem Kriegsende 1945 hat er mit seinen treffsicheren Wunderformeln, sehr schnell, den deutschen Wohlstand gesteigert. 76 Jahre später kann man die Regeln immer noch anwenden, möglichst bald.

Geahnt hat das schon 1942 Zarah Leander, als sie sang, „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen.“ :

https://www.youtube.com/watch?v=LFKM2VYDPjg

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