Falsche Logik und heilige Zahlen aus dem Mittelalter

25.9.2020. Falsche Ergebnisse müssen keine Fehler sein, sondern absichtliche Provokationen oder Fälschungen sind auch beliebt. Das ist nicht immer sofort feststellbar, kann auch ein Scherz sein. „Zwei und zwei, das macht fünf. “ Das war in der Schulzeit beliebt, um einen Anderen lächerlich zu machen. Demnach hatte er keine Ahnung, wollte aber trotzdem mitreden. Auch bei unterschiedlichen Meinungen nützte solch ein Spruch, wenn man nicht zu plump und zu direkt sein wollte. Das Lachen verhindert eine erhöhte Verärgerung.

Geht es allerdings um korrekte Abrechnungen, sind solche Fehler unerwünscht. Sonst fehlt den Beteiligten Geld in der Kasse. Oder der Staat bekommt zu wenig Steuern. Dann kann er auch nicht mehr so viel ausgeben. Das kann wünschenswert sein, aber es wird unerbittlich bestraft, je nach Höhe und Zeitdauer. Die Steuerfahnder snd gnadenlos, ihre Rechnungen müssen sofort bezahlt werden. Oder man stottert sie lange ab, plus Zinsen. Der gesamte Spielraum wird damit kleiner.

Eine dritte Möglichkeit ist echte Dummheit. Fehler sind dann unvermeidlich, haben aber trotzdem ärgerliche Folgen.

Auch falsche Hoffnungen, Illusionen sind schmerzhaft. Wer auf einem Jahrmarkt durch ein offenes Spiegelkabinett geht, sieht vorher draußen nur kleine, hohe Räume mit durchsichtigen Fenstern. Drinnen sind es jedoch ein paar Spiegel, schmale Gänge, in denen man immer wieder stecken bleibt, um einen anderen Weg zum Ausgang zu suchen.

Der fünfte Fall hat gute Wirkungen. Eine psychische Störung erkennt man an Auffälligkeiten. Analysiert das ein Fachmann richtig, dann verschwinden die Beschwerden. Einen schlechten Charakter kann man allerdings nicht verändern. Ein Betrüger bleibt immer ein rechnender, planender Betrüger, auch wenn er zur Tarnung ständig weint und um Mitleid bittet.

Das Wertvollste ist die Numerologie. Die Zahlenmystik. Schon die ersten Menschen glaubten, dass es heilige Ziffern gibt, mit einer geheimnisvollen Bedeutung. Die Zahl der Wochentage ist Sieben. So lange hat nach der Genesis auch die Erschaffung der Welt gedauert. Höhepunkt ist der Sonntag, als Krönung der Werke,

Man findet diese Zusammenhänge in der Kabbala, das sind die Gespräche mit Gott. Ein Buch aus dem Mittelalter, über die Mysterien, die Geheimnisse, die Niemand auflösen kann, die aber unzerstörbar und sehr mächtig sind.

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Die Abbildung stammt aus dem 13. Jahhundert, dem Mittelalter. Sie zeigt den Baum der Erkenntnis, mit zehn Zweigen, den Sephirot. Das Buch heißt „Portae Lucis“ (Die Tore des Lichts). Ganz oben befindet sich eine Krone (Kether). Damit ist Gott gemeint. Darunter sind zwei Kreise, die man als Sohn und Geist deuten kann. Die Trinitas, die dreifache universale Energie. Abwärts folgen fünf Kreise. Als abgekantetes Fünfeck mit scharfen Spitzen heißen sie Pentagramm und sind ein Zeichen großer Macht, wie das amerikanische Militärzentrum Pentagon. Zeigt die scharfe Spitze eines Pentagramms nach unten, kommt die Kraft aus der satanischen Unterwelt. Zeigt die Spitze nach oben, zeigt sie auf das Universum und meint die Allmacht des Schöpfers. Ganz unten ist noch ein einzelner Kreis. Das Fundament, die Wurzel des Baums.

Die Logik der göttlichen Weltordnung ist unübersehbar. Fälscht man sie, berührt man universale Gesetze, die auch Strafen ausführen. Die Weltesche war ein Zeichen der schützenden Natur. Als der germanische Obergott Wotan einen Zweig von der Weltesche einfach abschneidet, um daraus einen Speer für sich selbst zu schnitzen, als Erkennungszeichen seiner Macht, gelingt ihm anschließend gar nichts mehr, bis er mit seiner eigenen Götterburg Walhall verbrennt und mit ihm die ganze verdorbene Welt untergeht, überflutet vom Wasser des Rheins, dem nährenden Ur-Element, aus dem alles Leben entstand.

Das zeigt Richard Wagner an vier langen Abenden, im Nibelungenring. Vieles hat er ganz bewusst gestaltet. Aber Anderes konnte er gar nicht planen und steuern.

Die Zahl seiner Hauptwerke ist Zehn, wie die Zweige der Sephirot, oben abgebildet am Baum der Erkenntnis. Drei Frühwerke und drei Spätwerke umrahmen wie Flügeltüren die vierteilige Mitte, den großen Altar. Ein vollendetes religiöses Tryptichon, das Wagner selbst niemals vorausahnen konnte, aber aufgebaut hat. Als Medium, als Vermittler und Bote zwischen Gott und den Menschen.

Seine Nachbarn am privaten Wahnfried-Grundstück sind die Freimaurer, deren Zeichen die freien Maurer sind und alle anderen Handwerker, wie „Meistersinger“ oderBauarbeiter, die im Mittelalter große Kathedralen bauten, außen und innen ausgestattet als irdisches Abbild des Paradieses.

Die damalige Großloge „Zur Sonne“ verwendete nicht nur den Namen der mächtigsten Energiequelle für den Planeten Erde. Sie setzten auch durch, dass der Komponist die städtische Grundstücke für sein Privathaus Wahnfried und für das Festspielhaus kostenlos bekam. Die Bebauung musste er zwar selbst bezahlen, aber die beiden Standorte wurden klug ausgewählt: Wahnfried am Hofgarten, gar nicht weit vom Logengebäude der Freimaurer entfernt, die ihn als Freund behandelten. Auch sein Grab liegt, aufgrund einer Sondergenehmigung, im Wahnfried-Garten. Das Festpielhaus überragt im Süden, weithin sichtbar auf dem Grünen Hügel, die ganze Stadt und hat eine direkte Blickverbindung zur Stadtkirche im Ortszentrum. Die Himmelsrichtung entspricht genau dem realen Standort der Sonne am Mittag, wenn ihr stärkstes Licht sich auf die Altstadt richtet. Die Sonne war der einzige Gott, Aton, den der ägyptische Pharao Echnaton (1351 – 1336 v. Chr.) vor 3400 Jahren als mächtig anerkennte und verehrte. Das ist das Prinzip des Monotheismus, das Moses (ägyptisch: Musa) beim Auszug aus seiner Heimat übernahm und zum Fundament des Christentums machte.

In Bayreuth ist auch, im Erdgeschoss des Logengebäudes „DAS deutsche Freimaurer-Museum“, also im Rang herausgehoben, mit einem sorgfältig ausgestatteten Raum für wertvolle Ausstellungsstücke.

Diese Gegenstände sind Symbole. Auch die Rätselzahlen der Numerologie sind ein Geheimnis der Wagnerwerke, und auch das ganze, universale Thema der magischen Symbolik, einer alten Bildersprache. Dazu findet man hier zahlreiche Artikel, mittlerweile 117 Beiträge, in der Themen-Übersicht rechts unten auf dieser Seite.

Gregorianische Choräle enstanden im Mittlalter, als erste Notenschrift. Sie wurden ohne aufwändige Orchesterbegleitung, nur von meditierenden Mönchen gesungen. Zum Beispiel hier:

https://www.youtube.com/watch?v=t2ANO1xpBaY.

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