Falsche Noten

23.11.2020. Mit den Naturwissenschaften können manche Schüler nicht Viel anfangen. Das liegt aber an den Lehrern. Wer in der Physik nur Formeln abfragt und in der Geschichte nur Jahreszahlen, erzeugt Müdigkeit. Genauso die Wiederholung immer gleicher Inhalte. Oder ein Übergewicht von Fremdwörtern, die man auch mit einfachen deutschen Wörtern vermitteln kann. Am schlimmsten sind dabei Gutachter. Sie haben ein aufwändiges akademisches Wissen, aber ihre Texte enthalten oft nur belanglose Banalitäten. Wenn man sie übersetzt, ist es Zeitverschwendung, wird aber vor Gericht gern ernst genommen, weil es den Richtern die eigene Wahrheitssuche und das Nachdenken erspart. Eine teure Sache, aber nur für die Opfer. Im Prozess gegen Jörg Kachelmann, dessen Details man mit jeder Suchmaschine im Internet findet, saß den ganzen Tag ein Gutachter im Gerichtssaal und beobachtete den Angeklagten. Was er dabei gesehen hat, spielte am Ende keine Rolle, denn es gab einen Freispruch, mit einer Begründung, die einen eigenen Kommentar verdient hätte, wenn es nicht Zeitverschwendung wäre.

Zahllose andere Fälle lassen sich genau so beurteilen, aber manchmal wird noch viel mehr Aufwand dabei getrieben, statt gute Computerprogramme einzusetzen, die Fakten neutral bewerten und aussortieren können, im Ergebnis leiht verständlich und nachprüfbar. Zeit ist Geld und zu schade, um zum Fenster hinaus geworfen zu werden. Aber das geschieht auch in großen Firmen und Staaten, die überbesetzt sind von Vorschriftenlesern, die sich ständig etwas einfallen lassen, damit der Sportwagen immer langsamer und schwerfälliger wird. Sie verteidigen ihre Pöstchen mit Ausdauer und Schlauheit. Ihre Freunde sind genau so.. Das sind mächtige Vereinigungen, die viel Schaden anrichten und weltweit verbreitet sind.

„An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“ So steht es in der Bibel. Gemeint sind die verdorbenen Früchte im Weinberg des Herrn. Nach der Ernte werden sie weg geworfen. Wenn es Menschen sind, kommen sie in die Hölle. Die Johannes-Apokalypse enthält viele solche Schreckensbilder, und man kann sie alle deuten und in den heutigen Sprachgebrauch übersetzen. Die Numerologie ist dabei unersetzlich. Ziffern mit einer tieferen Bedeutung. Wikipedia: „Die letzten drei Siegel. Das fünfte Siegel: Es erscheinen die Seelen der unschuldigen Märtyrer, die ein Strafgericht verlangen. Das sechste Siegel: Nach Erdbeben und kosmischen Erscheinungen wird der Himmel wie eine Buchrolle zusammengerollt. Die Menschen verbergen sich in den Bergen. Eine unzählige Menschenschar aus allen Nationen sammelt sich mit Palmzweigen um den Thron Gottes. Das siebte Siegel: Es tritt eine halbe Stunde Stille im Himmel ein. Danach bekommen sieben Engel sieben Posaunen. Ein Tier mit zehn Hörnern und sieben Köpfen steigt aus dem Meer. Ein anderes Tier mit zwei Hörnern, der falsche Prophet, steigt aus der Erde. Satan zwingt die Menschen, sich mit der Zahl seines Namens, 6 6 6, zu kennzeichnen. Die Hure Babylon und das Tier. Die Mutter aller Huren (die Göttin Roms), betrunken vom Blut der Heiligen, sitzt auf einem kranken, scharlachroten Tier. Beide werden von Engeln vernichtet. Das Weltgericht: Die Erde und der Himmel verschwinden. Das Buch des Lebens wird neu aufgeschlagen. Die Toten stehen auf und werden nach ihren Werken gerichtet.“

Hier sind schon so oft die Zeihen der Numerologie erklärt worden, dass man nicht jedes einzelne Bild übersetzen muss. Allein die starken Sprachbilder sind eindrucksvoll und eindeutig. Mit solchen Methoden hat auch Richard Wagner gearbeitet. Details dazu wurden schon oft analysiert und übersetzt. Falsche Töne, falsche Noten gibt es da nicht, denn hinzu kommt eine Musik, die alle Worte vertieft und ins Monumentale steigert.

Der Zweite Weltkrieg endete 1945, vor 75 Jahren. Unangenehme Krisen hat es seitdem immer wieder gegeben. Die Schlimmste wurde vor einem halben Jahr, plötzlich weltweit entdeckt. Sie verschwindet nicht über Nacht, aber so wie alle anderen Katastrophen. Die zusätzliche Zeit zum Nachdenken kann Jeder nutzen. Kürzlich telefonierte ich mit einem Gastronomen, der zur Zeit keine Arbeit hat. Auch deshalb verzichtet er jetzt auf Alkohol. Man kann auch auf ganz andere Dinge verzichten. Die Belästigungen in der Münchner Innenstadt, durch arbeitslose Dummköpfe haben diese Langweiler zunächst noch zum Lachen gebracht. Aber viele Kultureinrichtungen sind danach geschlossen worden. Wie es weitergeht, wird sich zeigen. Das Geld wird für Wichtiges gebraucht, aber nicht zum gelangweilten Vergeuden und Verplempern der Lebenszeit.

Besonders temperamentvoll ist Beethovens 5. Klavierkonzert. Aber nur, wenn Meister-Interpreten mitmachen. Dirigent und Komponist Leonard Bernstein („West Side Story“) braucht keine Partitur. Er lacht zwischendurch und tanzt freundlich, aber niemals aufdringlich. Der Pianist Krystian Zimerman und die Wiener Philharmoniker spielen offensichtlich gern dazu. Die gedankliche Tiefe Beethovens ist sofort spürbar:

https://www.youtube.com/watch?v=hDXWK3W477w

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