Feustel

11.12.2021. Bereits gestern gab es hier den Bericht „Aus alten Chroniken“ :

https://luft.mind-panorama.de/aus-alten-chroniken/

Zitat: „Im August 2003 hatte ich ein ausführliches Gespräch, mit einem älteren Mitarbeiter des Freimaurergebäudes in Bayreuth. Er war dabei sehr offen und gesprächsbereit.“

Viel Neues konnte er leider nicht erzählen, hat sich aber über den Gedankenaustausch gefreut. Ich habe dann selbst weiter nachgeforscht, aber dann schon vor vielen Jahren vergessen, wo die Unterlagen waren. Es sind nur ein paar Internet-Ausdrucke und eigene Kommentare dazu.

Aber ich bin der Meinung, dass einzelne Fakten auch vor Ort gar nicht bekannt sind. Geheimnisse gibt es dabei nicht, aber Rücksicht auf die noch lebenden Personen.

Hier also nur ein paar Stichwörter, die aber ausführlich ergänzt werden können, von Interessenten, die Zugang zu öffentlichen Stadtarchiven haben. Das ist eigentlich Jeder, der dafür einen Grund hat.

Eine Zentralfigur im Leben Richard Wagners war der Bankier Friedrich Feustel (1824 – 1891. Ihm gehörte eine Flachspinnerei in Laimeck, er war also ein Aktivist bei der beginnenden Industrialisierung. Außerdem gehörte ihm die „Bayreuther Bierbrauerei AG“. Er war ein aktiver Stadtpolitiker und führender Lokalredakteur der „Bayreuther Zeitung“, die heute „Nordbayerischer Kurier“ heißt. Als alter Mann benutzte er eine Pferdekutsche, die man auf einem Foto sieht. Seine Bank war das heutige Gebäude des Hotels „Bayerischer Hof“. Gegenüber stand sein privates Stadthaus, heute das Restaurant „Lamondi“.

Gemeinsam mit seinem Schulfreund, dem Bürgermeister Theodor Muncker, sorgte er dafür, dass Richard Wagner seinen Lebensmittelpunkt in Bayreuth fand. Auf Feustels Grabstein sieht man eine verblassende Inschrift „Freund Richard Wagners“.

Er war auch Großmeister der Freimaurerloge „Zur Sonne“. Wagners Privathaus Wahnfried ist nur hundert Meter vom Freimaurergebäude entfernt, im Osten. Diese Himmelsrichtung hat eine starke symbolische Bedeutung, weil dort morgens „die Sonne“ aufgeht. Der Beginn jedes neuen Arbeitstags, auch zur Fortsetzung neuer Projekte, die noch nicht abgeschlossen sind.

Feustel hatte eine darart starken gedanklichen Einfluss auf Wagner, dass in seinen letzten beiden Werken „Meistersinger“ und „Parsifal“ deutliche Spuren davon zu finden sind, allerdings versteckt in einer mächtigen symbolischen Bildersprache. Dazu gibt es hier ein eigenes Kapitel, „Die Deutung der Symbole“. Am nächsten kommt diese phantastische Bildwelt in Stefan Herheims Parsifal-Inszenierung von 2008, über die ich hier am 13.11.21  ausführlich berichtet habe:

https://luft.mind-panorama.de/stefan-herheims-parsifal-2008/

Die Freimaurer waren im Dritten Reich verboten, weil Hiter sie misstrauisch als Konkurrenz für seine Macht einschätzte. Aber schon 1945 wurden die  verfolgten Logen wieder neu gegründet. Als ich im Jahr 2003 mit einem sehr aufmerksamen älteren Mitglied sprach, war er völlig erstaunt über viele Einzelheiten. Sie lassen sich aber nachprüfen, nur die Kommentare sind von mir. Richard Wagner haben sie bis zu seinem Tod voll unterstützt. Weitere Datails dazu habe ich schon in früheren Beiträgen mitgeteilt. Die Wagnerforschung muss sich noch mehr um solche Fakten kümmern. Wie man sie auswertet und analysiert, findet man hier.

 .

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.