Gesamtschau der Wagnerwerke

19.9.2021. Kürzlich hat Jemand auf einen Knopf gedrückt, und das lange Zeit eingeschlafene Wagner-Thema ist wieder aufgewacht. Es sieht aber nicht zerwühlt und müde aus, sondern ist rundum erneuert. Das erlebt man an vielen Musiktheatern, aber es bekommt ihnen nicht, weil sie sich für das Thema überhaupt nicht interessieren oder darauf mit den Füßen herumtrampeln.

Neu erfinden muss man da gar nichts, sondern nur leicht an der Oberfläche kratzen. Trifft man die richtige Stelle, öffnet sich  der Abgrund zur schwärzesten Finsternis und zum hellsten Licht. Mit dem Stichwort „Pentagramm“ findete man da noch mehr.

Heute geht es um eine Gesamtschau, einen Fernblick aus der Nähe bis zum erkennbaren Horizont. Zehn Musikdramen ht Wagner selbst dafür ausgewählt.Die Ziffer Zehn ist auch die Anzahl der zehn Gebote, der universalen Weltordnung. Vermutlich hat Wagner daran aber nicht gedacht

Der „Holländer“ spielt in einem Gewittersturm am Meer, spiegelt sich aber im Innenleben der Personen. Der Titelheld kann niemals Ruhe finden. Er verflucht den Sturm, aber erst die Treue eines liebenden Menschen kann ihn retten. Natürlich wird das verhindert durch falsche Informationen. Wie bei einem schlechten Computerprogramm sorgen sie für immer neues Unglück..

„Tannhäuser“ malt in grellen Farben den unauflösbaren Gegensatz zwischen Materie und Geist. Die äußerliche Welt mit ihren vergänglichen Attraktionen wird besiegt von der Macht der Gedanken und ihrer höchsten Stufe, der Erleuchtung. Das ist die Gemeinsamkeit mit Gott, die „Unio Mystica“.

Und auf dieser Treppe geht es weiter. Im „Lohengrin“ besucht ein Ritter die Menschen, der direkt aus dem Gralstempel kommt, wo die „Unio Mystica“ den Ablauf eines jeden Tags bestimmt. Doch Rachsucht und Flschheit zerstören diese Chance.

Das waren die drei Frühwerke, die  sehr lang dauern, aber in einer guten Aufführung die Zeit als eigene Dimension völlig verschwinden lassen. Das habe ich 2010 erlebt, mit dem herausragenden Dirigenten Andriss  Nelsons. Die zweite Karte habe ich an einen wartenden Menschen vor der Theaterkasse verkauft. Er lief mir später, in München öfter zufällig über den Weg, bis ich merkte, was wirklich mit ihm los war.

Jetzt ist eigentlich der vierteilige „Nibelungenring“ dran, aber das war schon in den letzten Tagen immer wieder das Thema. Er ist wie das wertvollste Mittelteil in einem Kirchenaltar, das „Trptichon“. Auch darüber gibt es hier 14 Artikel:

https://luft.mind-panorama.de/?s=Tryptichon+&x=19&y=15 

Jetzt fehlen nur noch die drei Spätwerke. Im „Tristan“ wird niemals das Wort Gott erwähnt, das sonst ein Hauptmerkmal der Wagnertexte ist. Hier geht es um eine Darstellung des Buddhismus, in einer ganz ungewöhnlichen Form. Die Handlung kommt aus dem Mittelalter, der Text auch. Aber darin versteckt ist eine ganz andere Bedeutung. Wörtlich im Finale, im Liebestod: „ Freunde! Seht! Fühlt und seht ihr’s nicht? Soll ich atmen, soll ich lauschen, untertauchen? In des Welt-Atems wehendem All ertrinken, versinken, unbewußt,  höchste Lust!“

Mit den „Meistersingern“ stellt Wagner alle seine bisherigen Prinzipien auf den Kopf. Keine düstere Tragödie, sondern eine Komödie. Aber mit Tiefgang. Besonders erstaunlich sind die viele Anspielungen und Symbole, die in ganz andere geistige Welten zeigen.

„Parsifal“, das Weltabschiedwerk, steigert alle vorherigen Querverbindungen bis ins Unendliche. Adolf Hitler sagte nach dem Besuch einer Aufführung, „Daraus mache ich mir eine eigene Religion.“ Das wäre aber völlig falsch gewesen. Es sind zu viele Dimensionen erkennbar, die ich am 16.9.2021 unter dem Titel „Die Gesetze der Mystik“ erklärt habe. Wer sich damit beschäftigt, schaut in die Unendlichkeit:

https://luft.mind-panorama.de/mystik/ 

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Aufgrund mehrfacher schlechter Erfahrungen weise ich hin auf das gesetzliche Copyright. Der Begriff wird ganz oben auf dieser Seite erklärt.

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