Gewittertage

23.5.2021. Vor sechzig Jahren verbreiteten sich die ersten Fernseher in den Wohnzimmern. Das Erlebnis war noch bescheiden, aber es veränderte die Tagesgewohnheiten. Vorher saßen die Nachbarn abends noch in den Gärten und unterhielten sich. Die Themen waren geplante Eigenheime, Privtautos für die ersten Auslandsreisen, die Auswahlmöglichkeiten mit der neuen Währung: Mark. Nur Sparsamkeit bändigte die Verschwendung, denn Niemand hatte die Not der Kriegsjahre bis 1945 vergessen. Der Staat war stabil und heizte das Wirtschaftswunder an. Die Regeln funktionierten, so wie die gerade gennanten Beispiele. beim  Geldumlauf im Privatleben.

Mit dem Fernsehen erweiterte sich sofort der Horizont noch mehr. Und Anfang der Siebziger Jahre trat eine Sättigung ein. Alles war da, was man täglich brauchte. Arbeiterkinder gingen auf das Gymnasium und studierten dann hochbezahlte Führungsberufe. Gleiche Chancen für Alle. Schon 1968 begannen trotzdem die Berliner Studentenunruhen. Die Vergangenheit und ihre aktiven Vertreter wurden angegriffen. 1963 kamen die ersten Gastarbeiter aus dem Süden über die Alpen, sahen die Vorteile des fremden Staates  und blieben. Italien und Deutschland näherten sich immer mehr an. Im Ruhrgebiet und in den Großstädten wie Berlin und München lässt sich das gar nicht übersehen.

Die Unterschiede brachten keine großen Konflikte. Aber die ganze Welt war im Umbruch. Nordamerika steigerte seine Anwesenheit, auch weil es stark zum Ende des letzten Weltkriegs beigetragen hatte, mit massivem materiellen Einsatz. Immer mehr Staaten arbeiteten eng zusammen. 1976 starb in China Ma Ze Dong. Seine Nachfolger sind auf der ganzen Welt unterwegs, um den Fortschritt im eigenen Land zu steigern.

Die Erfolge sind unübersehbar, aber unabhängig davon, kam es immer wieder zu Krisen. Zur Zeit im Nahen Osten, und auch seit einem Jahr musste die Welt sich auf völlig veränderte Altagsgewohnheiten  umstellen. Die unvermeidlichen Folgen betreffen alle Bereiche: Die Politik, Justiz, Volkwirtschaft, Kultur.

Hier herrscht Verunsicherung, weil Niemand weiß, wie es weitergeht. Anpassungen sind unvermeidlich, aber Vorbereitungen darauf nicht deutlich erkennbar. Welche Formen das sein können, findet man hier im Kapitel „Die neue Welt“, mit über 200 Artikeln.

Vollständig kann eine solche Übersicht gar nicht sein, aber sie gibt Anregungen. Extreme Ideen gehören zur Vergangenheit. Offen sind ganz andere Bereiche. Statt nebensächliche Daten nur zu sammeln, müssen sie gezielter ausgewertet und realisiert werden. Das lässt sich nicht mit der groben Heckenschere oder der Gießkanne schaffen. Was im Inneren sehr kompliziert abläuft, kann nach außen hin viel einfacher sein, so wie bei einem Auto. Eine alltägliche Spannung, die viel Erfolg verspricht.

Zukunftsforschung ist keine Weltverbesserei. Wer zur übertriebenen Selbstdarstellung neigt, kann dabei Bruchlandungen erleben. Der Deutschland-Vertreter eines  Weltkonzerns liebte „Road-Shows“ Auf Firmenkosten reiste er durch das ganze Land, erwartete mindestens 200 Zuhörer und eine teure technische Ausstattung. Mit Beamern (Projektoren) zeigte er lange Tabellen und phantasierte persönliche Prognosen hinein, die nur selten zutrafen. Aber es machte Eindruck. Ein Kollege verweigerte später die Auskunft über die Einzelheiten, mit den Worten, „Wenn Sie nicht selbst dort hingehen, erfahren Sie auch nichts.“ Auch das war ein Irrtum.

Ein aufgeregter Abteilungsleiter liebte stundenlange Besprechungen, bei denen er kaum Jemand zu Wort kommen ließ. Er stand ständig unter Hochdruck, verweigerte aber Veränderungen. Leider wurde er nach einem Schlaganfall zum Frührentner und zurückhaltender. Die Firma selbst änderte sich nicht, weil er nicht allein war und viele Bewunderer hatte.

Lernen ohne Bewegung hat keinen Sinn. In der Kultur sitzen Konzertbesucher oft da, andächtig schweigend. Damit stören sie auch Niemand Sie wissen aber nicht unbedingt, was sie erlebt haben. Man kann sich zwar vorher informieren, aber das passiert nicht so oft.

Leicht Verständliches regt an zum Nachdenken. Ein gutes Beispiel:

Edvard Griegs bekannte „Morgenstimmung“:

https://www.youtube.com/watch?v=dyM2AnA96yE

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