Grönemeyer schlägt zurück

19.10.2015. Am 2. Oktober berichtete der „Spiegel“ über den Versuch, Herbert Grönemeyer eine Falle zu stellen. Angeblich hatte er mit seiner Tasche zwei Journalisten geschlagen. Der Vorfall wurde gefilmt und auf YouTube veröffentlicht. Doch dann prüften Experten den Film und stellten fest, dass er die Fotografen mit seiner Tasche noch nicht einmal berührt habe. Außerdem sollen die beiden vorher seine Partnerin und ihr Kind fotografiert haben. Auf dem Fotoapparat des einen Belästigers wurde festgestellt, dass er eine Bilderserie vom Vorfall gelöscht hatte, weil Digitalkameras die laufenden Nummern speichern.

Zitat: „Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen die beiden Fotoreporter, die vergangenes Jahr auf dem Flughafen Köln/Bonn mit dem Sänger  Herbert Grönemeyer aneinandergeraten sind. Vieles spreche dafür, dass die Journalisten dem Popstar eine Falle gestellt haben, so der Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach.“

Hier kann man den vollständigen Artikel lesen:

http://www.spiegel.de/panorama/leute/herbert-groenemeyer-zu-unrecht-von-fotoreportern-beschuldigt-a-1055730.html 

Solche Methoden haben auch die Stasi-Schnüffler der untergegangenen DDR angewendet. Sie haben die eigene Bevölkerung  nicht nur überwacht und beschattet, sondern auch mit dem aggressiven Instrumentarium der „Zersetzung“ bearbeitet. Das bedeutet: Psychoterror. Fertigmachen. Desinformation. Verleumdung.  Rufmordkampagnen.

Nach dem Fall der Berliner Mauer vor 25 Jahren wurden achttausend Stasi-Mitarbeiter vom deutschen Staatsschutz übernommen, weil man ihre Kenntnisse für besonders wertvoll hielt. Die Methoden sind  also weiter im Einsatz. In der Filmstadt München beteiligen sich daran auch Privatfirmen aus der Medienbranche mit Statisten, die manchmal  illegale  Aufträge annehmen anstatt arbeitslos und knapp bei Kasse zu sein. Bei der für Privatpersonen verbotenen Standortermittlung über das Mobilfunknetz müssen ahnungslose Cafébesucher mit inszenierten Auftritten rechnen, zum Beispiel, dass dass am Nebentisch plötzlich Personen auftauchen, um einstudierte Szenen abzuspielen. Zum Beispiel hektisches Handytippen bei gleichzeitigem Anstarren und Auslachen oder sonstige Provokationen, die als Reaktionstests dienen. Derartiges Stalking ist ebenfalls eine Straftat.

Gerhard Schindler ist der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), der eigentlich nur für das Ausland zuständig ist, aber laut zahlreichen Presseberichten mit  Hilfe von 42.000 Selektoren (Suchbegriffen) im Internet deutsche Firmen, Organisationen  und Staatsbürger verfassungswidrig überwacht.  . Der Präsident versprach im letzten Sommer nach den detaillierten Presseberichten öffentlich, dass er alle Projekte juristisch überprüfen lassen werde und auch den finanziellen Aufwand.

Schindler sagte im letzten Juni vor dem Bundestag:

„Im Lauf meines langen dienstlichen Lebens habe ich gelernt, dass sich nichts vertuschen lässt und am Ende alles herauskommt.“

So ist es. Zuletzt gab es die  Skandale um Bestechungszahlungen beim Weltfußballverband FIFA und Manipulation von Software bei der Firma Volkswagen, die mit Milliardenzahlungen für Strafen und Entschädigungen rechnen muss. Bei Vorsatz zahlt die Haftpflichtversicherung der beteiligten Manager gar nichts. Sie haften selbst.  Neue Schlagzeilen gibt es mittlerweile fast jeden Tag.

1789 wurde die französische Monarchie abgeschafft.  Ein Volkslied aus dieser Zeit sagt schon alles über den Versuch, Menschen zu manipulieren, zu unterdrücken und zu betrügen:

„Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?
Sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen  mit Pulver und Blei.
Die Gedanken sind frei!

Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,
das alles sind rein vergebliche Werke;
denn meine Gedanken  zerreißen die Schranken und Mauern entzwei.

Milva singt: „Die Gedanken sind frei“

https://www.youtube.com/watch?v=8mLiXApfO8s

Dazu passt auch die Nationalhymne der untergegangenen Stasi-DDR. Wie glücklich waren damals die Menschen, dass sie Tag und Nacht von  der „Staatssicherheit“ überwacht und drangsaliert wurden. Im Text der Staatshymne heißt es deshalb ganz offen:

„Und wir zwingen sie vereint,
Denn es muss uns doch gelingen,
Dass die Sonne schön wie nie
Über Deutschland scheint.“

Hier ist die offizielle  DDR-Version mit großem Chor und  vielen Bildern von damals:

„Auferstanden aus Ruinen“

https://www.youtube.com/watch?v=bWe6k1F5WKQ

Weitere Informationen zu diesem Thema findet man hier:

„Totalüberwachung“

https://luft.mind-panorama.de/grenzen-des-handelns/

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