Halbwache Schlafwandler

20.2.2021. Was der Mensch macht, wenn er wach ist, passiert innerhalb von Grenzen. Aber es gibt auch Zwischenreiche. Im Schlaf arbeitet der Verstand weiter, kann aber die Traumbilder nicht ordnen. Die laufen ab nach festen Regeln, die zunächst unsichtbar bleiben. Aber weil sie sich wiederholen, kann man sie auch rekonstruieren. Daraus ergibt sich ein ganz eigener Schaltplan, der auf tiefere Ebenen zugreift, wo die Ursachen aktiv sind. Ein Universalschlüssel, aber nichts für Dummköpfe, die damit Wunderdinge planen, die gar nicht funktionieren. Denn der gesamte Bereich reagiert sehr empfindlich auf Störungen und sendet dann Fehlalarme. Manipulationen sind überall möglich. Man kann dazu nur immer wiederholen: Sie scheitern daran, dass sie das Fundament beschädigen. Und das ist immer die Weltordnung, nach der das ganze pflanzliche und tierische Leben aufgebaut ist. Der Dekalog. Das Stichwort findet man direkt unter diesem Text. Dazu gehören bisher 130 Artikel. Der Inhalt nennt Beispiele für diese zehn Regeln der kosmischen Ordnung, die eigentlich Jeder kennt. Zum Beispiel das Verbot zu lügen, zu stehlen, zu morden und auch die Habgier nach fremdem Besitz.

Diese sehr alten Verbote werden trotzdem nicht beachtet, sonst wäre die Justiz, mit ihren viel zu vielen Gesetzen ganz überflüssig. Andererseits gibt es neben den zehn Hauptregeln noch einen gewaltigen Zwischenbereich, der ganz eigene Formen hat. Doch selbst die dunkelsten Winkel werden immer schneller erkennbar, wenn die Methoden der Elektronik besser angewendet werden. Es gibt schon sehr viele, aber sie konzentrieren sich viel zu oft auf Nebensachen, verschwenden Zeit und Geld. Aber die Kurve des Fortschritts zeigt nach oben, weil alle Veränderungen sich selbst kontrollieren und dann noch leichter zu bewerten sind.

In den vielen Zwischenbereichen macht man die größten Entdeckungen. Es ist wie im halbwachen Zustand eines Schlafwandlers. Der wacht plötzlich auf, seine Orientierung funktioniert, er kann Türen öffnen und fällt nicht hin. Aber wohin er will, weiß er nicht. Erlebt man solch einen Menschen, wird er rasch wach und ansprechbar, weiß aber nicht, warum er seine Wanderung begonnen hat. Es lohnt sich auch nicht, darüber ausführlich nachzudenken. Es kann eine Veranlagung sein, wenn sie sonst keine anderen Signale abgibt. Immerhin ein beliebtes Thema für Gruselgeschichten, aber dort nur als oberflächlicher Unterhaltungseffekt.

Eine Spur jedoch ist das Zwischenreich selbst. In ernsteren Fällen ist es das Unterbewussstsein, ein riesiger Bereich unterhalb der Wahrhnehmung der täglichen Außenwelt und der eigenen Erfahrungen damit. Hier werden auch ganz alte Enttäuschungen und Misserfolge gespeichert, die auf Signale warten, um wieder lebendig zu werden. Als Störungen und Auffälligkeiten, bis man ihre tiefste Ursache findet und sie sich auflösen.

Geschieht das nicht, kommt es zu schweren Spannungen und Krisen. Nicht nur im persönlichen Bereich. Das Betriebsklima in großen Firmen hängt davon ab, auch die Gewinne. In der Politik ruinieren falsche Führungspersönlichkeiten ganze Staaten. Gerade in der jetzigen Krisenzeit beweist das Auftauchen bestimmter, längst bekannter Namen, wohin der Dampfer schon wieder fährt. Darum ist es nicht gut, wenn auch demokratische Herrscher, die schwere Fehler gemacht haben, plötzlich neue Regierungspositionen bekommen. In den letzten Monaten ist das öfter geschehen.

Das Volk, also die direkt Betroffenen, hat Respekt und wartet ab. Manchmal jahrelang, während links und rechts die schlechten Nachrichten sich steigern. Spricht man auch mit Ausländern darüber, die über die Auflösungen und Abwechslungen informiert sind, dann hoffen sie zwar auch, sehen aber nicht die deutlichen Wegweiser und Warnsignale, die sich logisch voraussagen lassen. Prognosen können unsicher sein wie tägliche Wettervorhersagen, aber manche Veränderungskurven gehen in eine eindeutige Richtung. Zu oft, denn sonst gäbe es ja nicht diese Beharrlichkeit. Das ist sogar ein Merkmal der Gegenwart, wenn negative Tendenzen sich verstärken und dabei immer wieder die gleichen Gesichter sich einmischen, wie halbwache Schlafwandler.

Vincenzo Bellini (1801 – 1835) hat daraus ein eigenes Thema gemacht: „La Somnambula“ (Die Schlafwandlerin). Da geht es nur um Liebesverwirrungen und MIssverständnisse. Aber die Titelheldin Amina ist musikalisch reich ausgestattet. Selbst Maria Callas, die sehr laut und dramatisch singen konnte, hat diese Rolle sehr zurückhaltend, aber mit ihrer ganzen Persönlichkeit ausgefüllt. 1965 sang sie: „Ah, non credea mirarti !“ :

https://www.youtube.com/watch?v=VRhBY0X4sv8

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