Helles Licht

16.2021. Übertriebenes Licht bringt nichts. Notwendig ist es in Tiefgaragen und an nächtlichen Haltestellen, weil dort auch Gesindel sich herumtreibt, das kein Licht leiden kann. Dorthin gehören auch Überwachungskameras, deren Speicher nach ein paar Tagen gelöscht werden können. Ansonsten ist zu viel Neugierde eine teure Zeitverschwendung. Wenn an geselligen, beliebten Treffpunkten auch Gäste auftauchen, die neugierig sind, dann sollte man sie meiden. Denn sie leben davon, dass sie Informationen weiter verbreiten und dafür Geld einstecken, zum Schaden der .Opfer. Auffälligkeiten sind immer wie helle Taschenlampen, die Licht in Schattenwinkel bringen. Man muss nur die Gesichtsmuskulatur solcher Figuren betrachten, dann erkennt man sie sofort. Zusammengekniffene Augen, ein zu breites Lächeln und eine übertriebene Freundlichkeit.

Ganz helle Stellen findet man in der lichtlosen Dunkelheit. Auch da sind es wieder Auffälligkeiten. Wer im hellen Sonnnenlicht eine schwarze Sonnenbrille trägt, verbirgt sein Gesicht. Das kann auch interessant wirken, aber es ist ein Signal für Undurchsichtigkeit, für Geheimnisse, die nicht Jeder wissen soll. Solche Spielereien können ganz harmlos sein, aber sie kommen nicht allein. Wenn dazu noch eine unverständliche Fachsprache kommt, zu viele Andeutungen und Vermutungen, auch noch verschlagene Blicke, sind es Täuschungsmanöver. Auch solche Leute sollte man meiden.

Achtet man nicht darauf, hat das Folgen, weil die Dummköpfe ihr Geschwätz herumposaunen. Und dann erreicht es auch die direkt Betroffenen, die erst einmal, völlig überrascht, aus allen Wolken fallen. Aber Alles, was sich wiederholt, bringt auch mehr Licht. Erfahrungen. Vor Allem, wenn die Lügner aufdringlich sind und sich überall einmischen. Das Pausenpublikum in Opernhäusern trägt manchmal eine aufgedonnerte, teure Abendgarderobe. Aber das kann auch eine auffällige Verkleidung sein, um Kontakte zu reichen Mitmenschen zu finden und sie wie eine Weihnachtsgans auszunehmen. Man merkt aber schnell, wenn Jemand an solchen Orten keine Ahnung und kein Interesse an Musik hat. Einmal habe ich, an einem Pausentisch eine kleine Gruppe vornehm zurechtgemachter Gäste gefragt, um was es denn eigentlich geht, in den langen vier Stunden des Zusammenhockens, weit weg, auf der Bühne. „Das wissen wir auch nicht. Aber wir kommen schon seit Jahrzehnten hier hin.“

Das ist gar nicht selten. Aber auch solche Leute sind Zeitverschwendung. Sie zahlen hohe Eintrittspreise, langweilen sich aber stundenlang, nur um in zwei überschaubaren Pausen ihre Pläne auszuleben: Oberflächlihe Bewunderung und gute finanzielle Kontakte.

Das gibt es im gesamten Privatleben. Und noch mehr im Beruf. Viele große Firmen sind in ständiger Gefahr, wenn wichtige Führungsplätze von Blendern, Nichtskönnern oder Verbrechern unterwandert sind. Die fleißigen Mitarbeiter werden von unsichtbaren Netzwerken in die Ecke geschoben oder mit Psychoterror belästigt. Aber die Verursacher sägen selbst an dem dicken Ast, auf dem sie sitzen, bis er bricht.

Leider hat sich das, schon seit Jahrzehnten immer mehr gesteigert, Nach den radikalen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bis 1945 lag Deutschland in Trümmern. Ludwig Erhard gelang jedoch ein „Wirtschaftswunder“, mit mehreren, hohen Erfolgs-Wellen: Die Fress-Welle gegen den Hunger. Die Wohnungswelle, zur Anschaffung eigener Wohnhäuser und Firmen. Die neue Währung „Deutsche Mark“, ein internationales Gütesiegel. Die Autowelle für eigene Privatfahrzeuge. Nur so gelang auch die Reise-Welle, mit der zunächst die Badestrände in Italien überrollt wurden, so dass die Einheimischen neugierig wurden. Sie tauchten, schon innerhalb von zehn Jahren nach dem Erfolg des Wirtschaftswunders, in Deutschland auf und blieben dort. Sie hatten auch eine Menge zu bieten, sehr kostengünstig: Amore. Spaghetti. Pizza. Wein, zunächst zu niedrigen Preisen, wie zu Hause in Neapel. Oder in den Nachbar-Regionen Kalabrien, Sizilien, Apulien und der besonders armen Basilicata. Viel hat sich dort nicht geändert, weil man die sehr wirkungsvollen Regeln von Ludwig Erhard dort nie angewandt hat.

Das Internet wird das Alles noch sehr schnell ändern. Die Möglichkeiten werden sogar von erfahrenen Profis unterschätzt oder missbraucht. Aber es schafft ein immer „helleres Licht“. Auch für Arbeitsabläufe und Methoden. Ganz neue Programme. Was die Zukunft genau bringt, weiß zwar Niemand. Aber die Signale sind deutlich zu erkennen: Ungerechtigkeiten verschwinden immer mehr. Auch die allgemeine Armut. Die Informationslücken. Die Unwissenheit.

Viele Artikel hier beschäftigen sich damit. Dazu gibt es jetzt eine neue Webseite: „Mittagslicht“

https://mittagslicht.mind-panorama.de/

Sommernächte haben besonders viel Licht. Auch wenn die späte Abenddämmerung kommt, sieht man überall in den Zentren Lampen und Lichter. In Biergärten konnte man, bis Ende März letzten Jahres, viele gute Gespräche führen, auch mit Unbekannten, wenn Jeder eine ganz eigene Welt in seinen Gedanken hat.

Über die „Sommernächte“ (Nuits d´Eté) schrieb Hector Berlioz einen Liederzyklus, in dem Alles enthalten ist. Die Leichtigkeit der Nachtgedanken, die Melancholie und die Freude. Das kann nicht jeder Sänger bringen. Aber Veronique Gens gelingt es. In den kurzen Pausen der einzelnen Lieder, in der folgenden Aufzeichnung sieht man, wie auch der Dirigent und das Orchester davon tief bewegt sind:

https://www.youtube.com/watch?v=3HrRrTl88FM

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