Herbstgrüße vom Bodensee

11.3.2021. Der Bodensee gehört zur südlichen Grenze von Bayern. Gleich danach ist man in der Schweiz. Im Oktober 1999 war ein runder Geburtstag. Grund genug, dort zum ersten Mal hinzufahren. Neuland war das nicht, denn der See gehört zum elementaren Schulwissen. Aber das persönliche Anschauen ist etwas ganz anderes als Bücher und Photos, vor Allem bei den Einzelheiten. Die allerdings würden den Rahmen einzelner Bücher sprengen, also bleibt nur eine Auswahl. Diese Methode ist erfolgreich bei allen Themen, wird aber nicht immer angewendet. Deshalb bleibt aus den Schuljahren meist nur ein chaotisches Durcheinander von Fakten übrig. Auch beim Studium wird zu viel gelernt. Was man wirklich braucht, ergibt sich aus der beruflichen Alltagspraxis. Das Wichtigste muss man sich selbst beibringen, sonst landet man bei den Schwätzern, die viel reden und wenig erreichen. Und dass ist leider die Mehrheit. Man höre sich nur Ansprachen von Politikern an.

Wenn man deren Themen austauscht, bleiben meistens nur die gleichen Leerformeln übrig. Damit kann man aber kein Land regieren. Deshalb sind alle wirtschaftlichen Geschäftsszahlen verbesserungsfähig, auch in den großen Firmen. Erfolge gibt es zwar genug, aber es könnten viel mehr sein, nicht nur in den armen Ländern, sondern auch in Europa, wo die gesamte Substanz immer mehr austrocknet. Stattdessen drängen sich Schwätzer in den Vordergrund, und im Hintergrund warten die Gesetzesbrecher auf ihre eigene Zukunft. Wie das schiefgeht, kann Jeder selbst finden, allein bei den Stichwörtern WireCard und Open Lux, die hier schon seit Wochen zum Thema gehören und deshalb nicht ständig wiederholt werden müssen. Allein die Schlauheit der Methoden fällt aus dem Rahmen, aber es sind keine Einzelfälle.

Mit dem groben Raster der flüchtigen Wahrnehmung kommt man in schwindelerregende Tiefen, und die geographische Verbreitung ist auch nicht nicht alltäglich. Am Bodensee geht es ganz friedlich zu. Die Uferlandschaften sind sehenswert. Die alten Städte voller Beispiele für eine große Vergangenheit. Am 29.9.20 hab ich einen Artikel über das Konstanzer Konzil im Jahr 1418 geschrieben:

https://luft.mind-panorama.de/metella-beim-konstanzer-konzil/

Zitat: „Aufsehen erregte die Verhaftung des Ketzers Jan Hus. Kaiser Sigismund hatte ihm freies Geleit zugesichert. Aber die Kirchenfürsten überredeten ihn, dass sein Wort gegenüber einem Ketzer, einem Kirchenkritiker, nicht gilt. Also wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Danach brachen „Hussitenkriege“ aus, in denen seine Anhänger sich blutig rächten. Hundert Jahre später, 1521, widersprach der Mönch Martin Luther (1483 -1516) mutig dem Befehl von Kaiser Karl V. , vor dem Reichstag in Worms, seine Ketzer-Lehre nicht mehr zu verbreiten. Auch er wurde zum Tode verurteilt, versteckte sich aber auf der Wartburg im thüringischen Eisenach. Schon sein Zeitgenosse Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543) dachte nicht daran, seine Erkenntnisse zu widerrufen.“

Die katholische Kirche verlor damals immer mehr solche Fälle. Wer Zwang gegen die eigenen Mitglieder ausübt, kann damit zwar Erfolg haben, aber nicht auf Dauer. Das gilt auch bei der Glaubensfreiheit, für Alle, die ein Element der deutschen und amerikanischen Verfassung ist. Wer dagegen verstößt, greift den Staat selbst an. Das nennt man Hochverrat. Bis zur Abschaffung der Todesstrafe war das eine alltäglichr Form der Bestrafung. Die englischen Könige ließen viele ihrer Kritiker wegen dieser Beschuldigung hinrichten. Auch sie verfolgten Glaubenskritiker gnadenlos, als todeswürdige Ketzer. Sehr aufschlussreich ist dabei der Fall Christopher Marlowe. Er lebte von 1564 bis 1593 in London.

Zu seinem Gedenken habe ich am 23.11.20 folgende Webseite eröffnet:

„Zeichen und Bilder“

https://www.mind-panorama.de/

Marlowe war mit der englischen Königin Elisabeth II. persönlich befreundet. Vermutlich half auch sie ihm, kurz vor einem drohenden, lebensgefährlichen Prozess, nur wegen Gotteslästerung und Gottesleugnung (Atheismus), im letzten Augenblick unterzutauchen und nach Norditalien zu flüchten. Dieser Fall ist auch ein Musterbeispiel dafür, wie man nach vierhundert Jahren einen Kriminalfall aufklären kann, zu dem es bisher nur viele Vermutungen gab. Sammelt man die wichtigsten Spuren, ergibt sich aus der Auswertung zweifelsfrei die Lösung. Gestern lief wieder die Erfolgssendung „Aktenzeichen XY“, über ungelöste Kriminalfälle. Sie hat schon seit Jahrzehnten große Verdienste. Aber es gibt auch ganz andere Methoden, immer im zulässigen Rahmen der Gesetze und ohne übertriebene Überwachung. Der Fall von Christopher Marlowe gehört dazu.

Diesen Fall habe ich nur mit einem ganz normalen Laptop bearbeitet. Zur Aufklärung gab es natürlich keine Überwachungstechnik, deren heutige Bedeutung weit übertrieben wird und auch gar nicht zulässig ist. Medizinisch berechtigt sind einige aktuellen Corona-Verbote, aber auch da wird mit zu viel Überwachung gearbeitet und gegen die garantierten Freiheitsrechte im Gundgesetz verstoßen. Das wird sich in den nächstn Wochen verbessern. Der Fall Marlowe macht exemplarisch klar, dass auch nach vierhundert Jahren eine lückenlose Aufklärung möglich ist.

Alle Quellen dafür sind öffentlich zugänglich. Man muss sie nur mit persönlichen Lebenserfahrungen verbinden. Dazu gehören Auswertungstechniken, die einer großen Mehrheit gar nicht bekannt sind. Dabei funktionieren sie auch in großen Firmen und Staaten. Deren Probleme wären vergleichsweise rasch zu lösen, abet viele Bremsklötze in Führungspositionen sorgen für Stillsstand oder unsaubere Methoden.

Der alte Fall Marlowe ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der ganz großen Farbpalette. Die grenzenlosen anderen Möglichkeiten findet man hier unter dem Stichwort „Elektronik“, mit bisher 250 Artikeln. Eine unendliche Geschichte. Seit vielen Jahren habe ich Gespräche darüber geführt. Meistens zufällig, in Stammlokalen mit ständig wechselndem Publikum. Ganz allgemein gibt es bei solchen Themen große Wissenslücken oder die Abwehr von Verbesserungen, auch bei den gesetzlichen Grenzen des Handelns und gefährlichen Wissenslücken, die schnell zu unzulässigen Übertreibungen führen. Aber die Verbreitung von Informationen ist heute alltäglich. Immer wichtiger dabei wird die Qualität, die offen nachprüfbar ist. Dazu gehören auch Spuren, die Niemand beachtet oder bewerten kann. Auch da schaden Übertreibungen nur, weil sie von der Hauptsache ablenken: Von der Zuverlässigkeit des Ergebnisses.

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