Hier encore 2014

18.1.2021. In Paris wurde 2014 eine bemerkenswerte Sendung aufgezeichnet. Vor großem Publikum saßen Stars der Fünfziger und Sechziger Jahre, alle mittlerweile sehr alt: Charles Aznavour (1924 – 2018), Gilbert Bécaud, Salvatore Adamo, Jean Ferrat und viele Andere, gemeinsam mit ganz jungen Nachwuchssängern. Unter dem Titel „Hier enore“ – „Gestern, noch einmal.“ Sie sangen und redeten miteinander. Ihre Stimmen von damals hatten sich kaum geändert. Sonst hätte man Gilbert Bécaud gar nicht erkannt. Mittlerweile ist er auch ein schlohweißer, älterer Herr. Vor sechzig Jahren war er aber noch ganz jung. Eine fehlte: Edith Piaf war die beste in der Nachkriegszeit. Und Andere. Man hätte sie wenigstens in Filmaufzeichnungen zeigen können. Aber davon gibt es auch schon sehr viele.

Die Schatzkammern der Vergangenheit leuchten noch heute, wenn man sie öffnet. Auch die lichtlosen, schwarzen Abgründe gibt es immer noch. Nur einen persönlichen Wert haben alte Filme, mit denen ich im Alter von 26 Jahren begann, als die Kosten dafür erschwinglich wurden. Profis können das digitalisieren und auf transportablen USB-Festplatten speichern. Dann kann man sie überall wieder anschauen oder kopieren, in längeren Zeitabständen. Die schlimmsten lassen sich auch löschen, aber es sind Dokumente. Ergänzt werden sie vom Gedächtnis, das auch kleine Details in neue Zusammenhänge bringt. Solche Archive können sehr wertvoll sein.

Man erkennt darin Ursachen und Situationen, die zunächst unbegreiflich waren. Aber wenn die Erfahrung und Erkenntnisse sich steigern, dann begreift man sie immer klarer und deutlicher.

Bei der Suchmaschine „Google Earth“ muss man nur einen Ort und eine Straße eintippen. Dann bekommt man ein detailliertes Satelliten-Foto, auch von einem einzelnen Grundstück. Mein Elternhaus in Westfalen hat sich seit 1956 kaum verändert. Damals wurde es neu gebaut. Aber jetzt wohnen dort Unbekannte. Nur ein kleines Wohnhaus steht am Ende des Garten. das gehört einem Verwandten, zu dem schon lange kein Kontakt mehr besteht. Mit einer Internet-Webcam schaue ich auch auf den belebten Prinzipalmarkt von Münster. Das ist das Zentrum der Altstadt, mit deren historischen Rathaus. Dort wurde 1648 der lange, Dreißigjährige Krieg in ganz Europa mit einem Friedensvertrag endgültig beendet.

Über das schreckliche Schicksal der Wiedertäufer, 1536 vor dem Rathaus in Münster, habe ich am 8.10.20 einen Artikel geschrieben, der hier immer noch oft gelesen wird:

https://luft.mind-panorama.de/die-wiedertaeufer-in-muenster/

Die Zeit vergeht, aber sie ändert sich auch. Die Informationen werden immer besser und genauer. Daraus ergeben sich Ideen und Lösungen, die bisher nicht genug beachtet wurden. Das wird sich ändern.

Hier kann man das ganze Konzert mit den Chanson-Sängern in Paris anschauen (112 Minuten) :

https://www.youtube.com/watch?v=k8J3tstd1Po

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