Karate-Emma

29.3.2021. Für sehr viele Probleme gibt es Lösungen, einige sind gar nicht bekannt. Eine reibungsfreie Welt ist eine Illusion, ein Wunschtraum, die Spannungen gehören grundsätzlich dazu. Wenn die Störungen viele Jahre lang sich einmischen, ist es ganz normal, darüber nachzudenken. Jeder macht das, aber oft kommt gar nichts dabei heraus. Warum? Das ist schon der erste Schritt zur Lösung. Ursachen, die erkannt werden, können ganz schnell verschwinden. Das ist ein Prinzip der Psychoanalyse. Doch so einfach ist das gar nicht. Denn man muss suchen, andere Wege gehen und testen. Jedes  Ergebnis beweist die Wirksamkeit oder die ergebnislose Täuschung des Beurteilungsvermögens. Ein unersetzbares Vermögen, das sich aber,  auch ohne Zauberei,  in Geld verwandeln kann. Die ganze Beratungsbranche (Consulting) verdient damit sehr gut, wenn dihre Rezepte wirken. Sonst entsteht ein immer größerer Schaden, bis zum bitteren Ende. Fremde Ratgeber bekommen ein Honorar auch dann, wenn sie nichts erreichen, sondern nur mit einem blendenden Auftritt für viel Glitzer und Feuerwerk sorgen. Ehrliche Methoden bedeuten viel mehr Arbeit und Konzentration, den Widerstand von breiten Anführern auf wertvollen Stühlen. Außerdem sind viele Möglichkeiten gar nicht bekannt oder überschreiten die Grenze zum Erlaubten. Wüstensand, der bei einem Sturm verweht und verschwindet.

Deshalb werden auf dieser Webseite nur Erfahrungen erwähnt, die Hilfe bringen können, wenn man sie auch anwendet. Klappen muss  das nicht immer, aber das ist das normale Lebensrisiko, weil jeder Fall auch Eigenschaften hat, die in einer übersichtlichen Kurzform gar nicht erwähnt werden können.

In den Sechtiger Jahren gab es im Fernsehen „Karate-Emma“, eine fast endlose Krimiserie mit zwei Londoner Polizeidetektiven, unter dem umständlichen Titel „Schirm, Charme und Melone“. Die DVDs füllen zwei dicke Boxen, ich habe alle mit der Schauspielerin Diana Rigg (1938 – 2020). Sie starb am 10. September, vor einem Jahr. Als „Karate-Emma“ war sie unbesiegbar, weil sie die kompliziertesten Fälle löste und die Gangster dann mit ein paar Karate-Schlägen erledigte. Reine Phantasie, aber sehr aufwändig gemacht. Eine Mischung aus überragender, meistens sehr  böser Technik und idyllischen englischen Landschaften. Viel feiner britischer Hurmor und erstaunliche Schauplätze. Zum Beispiel: In einem friedlichen Dorf hat sich eine Gruppe  versteckt, die nach außen hin mit besten Manieren auftritt und damit Opfer sucht. Natürlich klären „Karate-Emma“ und ihr Berufskollege John Steed die Sache, innerhalb von stets fünfzig Minuten, die mit ein paar witzigen Bemerkungen enden.

Das klingt etwas künstlich, aber die temperamentvollen Dialoge waren so ausgeklügelt, dass man sie – nur mit längeren Pausen – immer wieder erleben kann und dabei Neues entdeckt. Das ist eine Ausnahme, deren Gesamergebnis  aber auch für die ganze Kultur gilt, wo das Stichwort „Langeweile“ keine Ausnahme ist.

So ist das auch bei allen anderen Themen. Professionelle Experten kennen ihr Fachgebiet sehr gut, aber nicht immer die Grenzen an den Rändern  oder unterwegs. Konzentriert man sich auf diese  Beobachtung, wird Vieles leichter verständlich. Die angenehmsten Überraschungen sind Zufallstreffen mit Leuten, die sich sehr gut mit ihren eigenen Aufgaben auskennen. Wenn sie dann erleben, dass man innerhalb einer Stunde sie gut einordnen kann, aufgrund ihres Wortschatzes, ihrer Themen und Wissenslücken, dann kann das Überraschungen auslösen, leider nicht nur gute. Zu vermeiden ist dabei jede Aufdringlichkeit im persönlichen Bereich und dumme Kommentare. Außerdem ist Offenheit sehr wirkungsvoll, wenn man dabei nicht übertreibt. Eine Antwort auf die Frage, „Kennen wir uns?“ muss immer ehrlich sein, in solchen Fällen also Nein. Und dann das, was jeder Andere auch erkennen könnte, wenn er genug Erfahrungen damit hat. Das schafft Vertrauen und vertreibt Belästiger, die sowieso schnell selbst auffällig werden und unbemerkt Warnsignale auslösen.

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