Kein Weltuntergang

9.3.2022. Bei Kinofilmen gibt es hier keine seitenlangen Fach-Rezensionen für eingeweihte Cinéasten, sondern einen Blick auf die Methoden, mit denen die Meister arbeiteten. Hitchcock (1899 – 1980) bekommt dabei immer den Zuruf, mit dem in Hollywood die Oscars verteilt werden: „Der Gewinner heißt….“ Ich habe das sogar einmal zitiert, am 27.12.21, in dem Beitrag „Keine Kristallkugeln“. Denn Roland Emmerich hat einen Kinofilm über William Shakespeare gemacht , mit vielen Digitaltricks, aber ohne genaue Zitate seines Themas. Denn der Londoner Dramatiker (1564 – 1627) hat seine monumentale Größe nur durch seine Sprache, und ihm sind hier zwei eigene Kapitel gewidmet. Er konnte ganze Welten nur durch Worte lebendig machen, das schaftt nicht Jeder. Emmerich wurde bekannt durch den Horrorfilm „Joey“, bei dem ein Junge ständig Geräusche im Haus hört, die unheimlich sind. Der Regisseur hat dafür kein Happy End, am Ende wird es immer schlimmer. Hitchcock hätte das niemals gemacht. Seine Methoden, Horror zu erzeugen, sind sehr vielseitig, er verwendet nicht nur die Angst, sondern das ganze Spektrum psychischer Störungen. Dabei hat er sich oft bei dem Surrealisten Salvador Dali bedient und mit ihm auch selbst zusammengearbeitet. Beide verehrten den Psychoanalytiker Sigmund Freud, zu dem es hier auch ein eigenes Kapitel gibt.

Ein Münchner Filmproduzent hat mir einmal gesagt, dass Angst die Quelle aller Horrorfilme wäre. Über diesen Irrtum haben wir uns lange unterhalten. aber nach dem zweiten Mal war er nur noch aus der Ferne sichtbar, wenn er spazierenging. Einmal habe ich noch zu ihm gesagt: „Du benimmst dich auffällig.“ Dazu hat er nur die Augen aufgerissen, aber kein Wort dazu gesagt. Vielleicht haben unsichtbare Mächte ihm das so zugerufen, im Befehlston. Schade. Denn ich kenne viele Mitarbeiter der Filmindustrie, schon vor dreißig Jahren, als ich ganz neu in München war. Viele verkleiden sich gern, aber künstliche Perücken und Schminke kann man sofort erkennen. Die Merkmale habe ich hier schon oft erklärt.

Ein unbekanntes Meisterwerk ist „Theater des Grauens.“ Die Hauptrolle spielt Horror-König Vincent Price, als genialer Shakespeare-Schauspieler, für den die Berufskritiker nur Hohn und Spott übrig haben. Er heißt Edward Lionheart (Löwenherz), seine Tochter heißt Edwina, und wird von Dina Rigg gespielt, bekannt als „Karate-Emma“. Da ist sie eine Londoner Geheimagentin, die organisierte Banden, immer mit Karate-Schlägen, aus dem Verkehr zieht. Als Edwina hilft sie bei den Verbrechen ihres Vaters Edward. Er ermordet seine Opfer, während er dabei die Original-Texte von Shakespeare zitiert, außerdem mit den gleichen Methoden, die man auch in den berühmten Theaterdramen findet. Der Münchner Schauspieler Wolf Euba hat das perfekt synchronisiert, seitdem lieben auch ein paar von meinen Bekannten die Shakespeare-Stücke, in voller Länge.

Wer solche Phantasien in seine eigene Realität überträgt, ist natürlich auch ein Verbrecher. Aber die Realität ist trotzdem voll davon. Beispiele dafür findet man hier überall, aber die persönlichen Daten von Verdächtigen werden dabei  immer geschützt. Ihre Methoden müssen trotzdem analysiert werden, genauso wie jeder Krieg auf der ganzen Welt, sonst machen sie immer weiter. Die Justiz liegt bei vielen Fällen im Tiefschlaf. Richard Wagner hat  niemals ein Verbrechen begangen, aber sein vierteiliges Zentral-Werk vom „Ring des Nibelungen“ ist voll davon. Verursacher ist ein goldener Ring, der dem Besitzer die Weltherrschaft verleiht. Aber von Anfang an ist der Ring auch ein Symbol ihrer schlimmsten Verbrechen, bis die ganze Welt untergeht. Der tatsächliche Weltuntergang findet nicht  statt, auch nicht in der nächsten Zukunft, aber die Symbole werden gedeutet im Kapitel „Johannes-Apokalypse“.

Hier hört man das Gegenteil: „Frühlingsrauschen“, von und mit  Christian Sinding (1856 –  1941), einem Zeitgenosssen des „Ring“-Komponisten:

https://www.youtube.com/watch?v=73KV8-IZm5Y

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