Lawrence Durrels Alexandria

16.11.2020. Die orientalischen Märchen aus 1001 Macht sind ein beliebtes Kinderbuch, aber nur eine stark gekürzte kleine Fassung. Die deutsche Gesamtübersetzung füllt ein ganzes Regalbrett aus. Sie ist nicht jugendfrei, sondern enthält eine große Sammlung von Traditionen und Gebräuchen aus Arabien. Als Schüler las ich später die vier Bände der Alexandria-Tetralogie von Lawrence Durrell (1912 – 1990). Sie sind ein moderner Roman, der im ägyptischen Alexandria spielt. Vergleichbar mit den alten Märchen ist die ausgebreitete, phantastische Bilderfülle. Jedes Buch erzählt zwar die gleichen Ereignisse, und man erlebt die gleichen Figuren und Schauplätze. Aber sie laufen jedes Mal völlig unterschiedlich ab.

Jede einzelne Hauptperson hat ihre eigene Perspektive und persönliche Wahrnehmung. Daraus ergibt sich keine geschlossene Einheit, sondern ein wimmelndes Spiegelbild der damaligen Zeit, widersprüchlich, aber subjektiv wahr. Zur Zeit des Autors Lawrence Durrell. 1941 lebte er in Kairo, später in Zypern. 1968 verfilmte Hollywood das erste Buch, „Justine“, unter dem irreführenden, reißerischen Titel „Treibhaus der Sünde“. Durrel schrieb noch ganz Anderes, berühmt blieb nur seine Alexandria-Tetralogie. Er übertrug die phantastische Bilderfülle der orientalischen 1001 Nacht in seine aktuelle Gegenwart, weckte labyrinthische Schauplätze und geheimnisvolle Menschen. Als Zwanzigjähriger war ich immerhin sechs Jahre befreundet, mit einem gleichaltrigen Araber. Streit gab es dabei fast nie. Aber auch nicht die geheimnisvolle Bilderfülle der Bücher.

Alltägliche Jahre waren das, ohne große Aufregungen, die aber auf ganz anderen Schauplätzen stattfanden, vor Allem im Beruf, wo sich täglich Dämonen und Zaubergeister trafen, die man sich aber nicht freiwillig ausgesucht hatte. Aus der Nähe betrachtet, merkte man sich ihre Wiederholungen und Denkweisen. In späteren Jahren war das ein wertvolles Rezeptbuch, zur Erkenntnis und Auflösung von Unverträglichkeiten, die manchmal, endlich mit einer überfälligen Trennung im Abgrund der Vergangenheit verschwanden. Oder, mit anderen schrillen Farben und belästigenden Formen, sich wiederholten. Alle Erfahrungen auf dieser Webseite sind so entstanden. Äußerlich haben sich die Stürme meistens beruhigt, aber werden sichtbar lebendig, durch Vergleiche.

Das ist auch das erfolgreichste Mittel zur Klärung der großen und kleinen Weltprobleme, bis hin zur Unternehmensleitung und zur Kriminalistik. Beides hängt direkt zusammen, vermischt sich manchmal, tarnt sich schlau und frech. Die Bewegungsfrequenz alter Aktivisten, die das bearbeiten, ist manchmal kaum wahrnehmbar. Aber nachprüfbare, konkrete Vergleichszahlen lösen viele Rätsel. Sie müssen überschaubar sein: Durch Zeiträume. Mitwirkende. Gewinne oder Verluste. Daraus ergeben sich, für Computer treffsicher berechenbare Ursachen und Perspektiven, die Grundlagen sind für alle Planungen neuer Projekte. Man kann die einzelnen Faktoren noch viel mehr verfeinern, aber wenn es unübersichtlich wird, ist die Grenze dafür überschritten. Darum kann man auch nicht auf Oberbegriffe verzichten. Kapitel. Abschnitte. So ist auch diese Webseite aufgebaut. Ganz rechts auf jeder Seite und unter jedem Text findet man eine Themen-Übersicht, die man nur anklicken muss, um noch tiefer in ein Thema einzusteigen. Forschung und Fortentwicklung. Theorie und Praxis. Das Eine funktioniert nicht ohne das Andere. Oder gar nicht.

Dabei besteht das Leben nicht nur aus Arbeit. Jeder zeitraubende Beruf färbt auf das Privatleben ab, allerdings nicht für Faulpelze, die Unruhe stiften. Auch dabei wiederholen sich die Verhaltensweisen und werden klarer erkennbar, je nach Charakter und Kenntnissen der Beteiligten. Dabei sind sehr wichtig – gerade auch solche Menschen, die ganz andere Begabungen haben. Das kann sich angenehm ergänzen, miteinander. Aber nur, solange die Regeln eingehalten werden. Zuverlässigkeit. Ehrlichkeit. Arbeitswillen. Leider mischen sich immer wieder auch die faulen Lügner ein, die mit krummen Methoden glitzern, täuschen und blenden. Erkennt man sie nicht schnell genug, ist unbezahlbares Vertrauen für immer zerstört, das sich gar nicht mehr reparieren lässt. In schweren Fällen wird dann die professionelle Kriminalistik aktiv. Oft sehr erfolgreich. Aber die Dunkelziffer der Straftaten ist viel zu hoch. Computerprogramme werden das ändern.

Sie arbeiten zu oft, noch mit völlig veralteten, unvollständigen Denkweisen des Sammelns und Bewertens. Zum Beispiel, wenn Wissensgebiete wie die Psychoanalyse, die Symbolistik und andere bereichsübergreifende Auswertungen immer noch exotische Randerscheinungen sind. Seit vielen Jahren hat sich das kaum verändert. Obwohl die Regeln keine Geheimnisse und im Internet leicht zu finden sind, erkennt man, vor Allem in entspannten Gesprächen, die großen Wissenslücken oder das dämliche Grinsen der Ahnungslosen.

Seit 1990 besteht die Bundesrepublik aus 16 Ländern. Jedes hat, immer noch seinen eigenen Fernsehsender, also zu viele Doppelbesetzungen. Die Beachtung der unterschiedlichen Regionen ist zwar sehr wichtig, aber zu oft veraltet, schwerfällig und übertrieben. Über Satelliten und Kabel gibt es ganz andere Auswahlmöglichkeiten. Zwar sind die Hauptnachrichten meistens realistisch, zur Zeit auch ernst und voll schwieriger Probleme. Aber zu Vieles wird ständig wiederholt, den ganzen Tag lang. Die Programmredaktionen müssen viel mehr Kontraste anbieten, mehr Abwechslung, viel mehr gute Nachrichten.

Trotz Krisen und Katastrophen hat sich die Menschheit immer weiter entwickelt. Vor allem seit dem letzten, europaweiten und bis nach Amerika ausstrahlenden Zweiten Weltkrieg. Seit 1945 geschahen die Fortschritte immer schneller, aber auch die Zwischenfälle. Solche Bremsklötze zu identifizieren und wegzuräumen, wird immer einfacher. Wenn Alle dabei mitmachen. In vierzehn Tagen endet der November. Danach beginnt eine andere Zeit.

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