Märchenkönige und Belästigungen

7.12.20. Heute, genau vor 33 Jahren gab es eine sehr originelle Begegnung. Damals war ich gerade neun Wochen in München. Gewöhnungsbedürftig war auch ein junger Oberpfälzer, aus der Kleinstadt Sulzbach, mit dem ich abends in einem Bierlokal ausführlich ins Gespräch kam. Er sprach einen schwer verständlichen Dialekt aus seiner Heimat, aber wir haben uns sofort verstanden. Er trug eine teure oberbayerische Bauern-Tracht mit Gamsbart-Hut, als wäre er aus den Alpen, aber er wollte sich in der Millionenstadt München, genau so zeigen. Er hatte den Spitznamen „König Ludwig“, von einem Italiener, den er, als echter Bayer, aber überhaupt nicht leiden konnte. Nur weil der ein Italiener war („Was wollen die Alle hier?“). Er fuhr auch einen schnittigen, eleganten Porsche, aber drin war nur ein billigen Volkswagen-Motor. Sechs Jahre waren wir gut befreundet, aber dann war einfach die Luft raus, ohne ernsthaften Streit.

So etwas ist alltäglich, aber Manche wollen trotzdem, immer noch weiter unerwünschte Aufmerksamkeit. Zum Beispiel: Gestern bekam ich ein Mail, mit einem Pseudonym, also anonym, aber die Wortwahl verriet sofort, wer das war. Die letzte, freiwillige Begegnung war im April 2000, schon vor zwanzig Jahren. Seitdem gab es jedoch, immer wieder unerwünschte Winkereien und sonstige Belästigungen. jeder sollte das, klugerweise ganz unterlassen, weil es strafbar ist, außerdem, wenn man selbst einen schwatzenden Bekanntenkreis hat – und auch bei meinen Freunden ein fester Begriff ist. Dann spricht sich Alles schnell überall herum. Und das soll es auch! Mit solchen Leuten will ich Nichts zu tun haben!

Im letzten März kam es sogar schon wieder zu einer ungeplanten, vorher ausspionierten Begegnung im Café Marimba am Reichenbachplatz, und ein alter Freund war zufällig dabei. Also ein Zeuge. Das war schon wieder ein dreister Versuch, unerwünschte Aufmerksamkeit zu erregen. Meinen Begleiter an diesem Tag, kenne ich schon lange, seit Mai 1988. Natürlich hat er das mitbekommen.

Namen nenne ich hier, grundsätzlich Niemals, auch deshalb nicht, um überflüssige Missverständnisse auszulösen. Aber die Beteiligten sind schon seit Jahren bekannt, auch in einigen Stammlokalen. Außerdem sind umständliche Gerichtsprozesse oft eine Zeitverschwendung, aber dann notwendig, wenn es noch auffälliger und dreister wird. Manchmal reicht aber auch schon das allgemeine Bekanntwerden, um solche Dummheiten zu dämpfen. Wer will mit solchen Figuren etwas zu tun haben? Niemand.

Wenn man nur diese drei Beispiele nimmt, weiß aber Jeder sofort, dass es auch unzählige ganz andere Begegnungen gibt, die schwarze oder weiße Farben tragen. Beruflich kann das ein größeres Problem sein. Nicht etwa mit den Arbeitswilligen. Sondern mit den Dummen und Faulen. Statt einer Leistung erschleichen sie sich Belohnungen, mit Täuschungsmanövern, Lügen und Hetzkampagnen.

In der sehr lebhaften Immobilienbranche hatte ich damit kaum Probleme. Die meisten Kunden waren freundlich und umgänglich, auch weil sie sich gute Geschäfte erhofften. Sogar Millionäre können sich ganz normal benehmen. Man trifft sie manchmal in den sogenannten Prominentenlokalen, die zur Zeit bekanntlich alle geschlossen sind. Die Gastwirte kämpfen um ihre Existenz. Aber selbst in ihren besten Zeiten waren sie nur selten hochnäsige Angeber.

Ein sehr bekannter Münchner sagte einmal zu mir, „Arroganz ist ein Zeichen von Dummheit.“ Und so benehmen sich die Dummen tatsächlich. Man muss ihnen immer aus dem Weg gehen, aber manchmal gehen sie trotzdem nicht, auch wenn sie längst polizei-bekannt sind. Wiederholungstäter werden aber härter bestraft, finanziell oder auch mit Gefängnis, wenn die Justiz sich ein wenig Zeit dafür nimmt. Und sich dabei nicht von Täuschungsmanövern und dreisten Lügen auf den falschen Holzweg schicken lässt. Ausspionieren und Psychoterror, also „Stalking“, sind streng verboten und stehen deutlich im Strafgesetzbuch. Saftige Strafzahlungen und Entschädigungen legen die öffentlich tagenden Gerichte selbst fest, auch Kontaktverbote aller Art.

In sozialen Netzwerken, in offenen Internet-Foren wie Facebook, sind Belästigungen der Alltags-Tonfall, aber nur, weil die Justiz viel zu wenig durchgreift. Aber wenn derartige Figuren auch noch im realen Leben auftauchen, dann muss die Justiz eingreifen. Nicht erst nach einer Strafanzeige, sondern von selbst, selbständig, wörtlich „von Amts wegen.“.

Gerade weil ich selbst gern gute Gespräche erlebe, sind derartige Aufdringlichkeiten etwas ganz Anderes, nämlich das, was ich hier gerade als Straftat erklärt habe. Auch bei allen ganz anderen Themen hier, handelt es sich dann um deutliche, leicht verständliche Warnhinweise. Denn Wissenslücken hat Jeder, aber manche Unbelehrbaren müssen erst die Folgen spüren. Zu langjährigen Berufsfahrern habe ich manchmal gesagt, „Wir haben keine Zeit und Lust, euch ständig zu kontrollieren. Aber wenn ihr einmal mit Alkohol am Steuer erwischt werdet, kann euch Niemand mehr helfen.“ Ein paar Tage später gab es einen Anruf, „Ich kann nicht zur Arbeit kommen. Die Polizei hat mir gerade den Führerschein weg genommen.“ Dann hält auch das Mitleid sich in überschaubaren Grenzen.

Das Christentum ist eine Religion des „Mit-Leidens“. Es gibt zwar auch falsche, vorgetäuschte Gefühle. Aber in Richard Wagners gipfelstürmenden Schlusswerk „Parsifal“ hört man ganz deutlich, was es wirklich bedeutet.

Die vollständige Gesamtaufnahme von 1951 war der Beginn von Wieland Wagners weltweit bewunderter, geistiger Revolution. Mit seiner damaligen Solistin „Kundry“, also Martha Mödl, hatte ich zum Beispiel am Ostermontag 2000 ein ausführliches Telefonat, in dem sie offen und sehr menschlich ihre Gedanken mitteilte. Wenn man nur den Beginn dieser wunderbaren Live-Aufnahme hört, das vier Minuten lange Vorspiel unter der Leitung von Hans Knappertsbusch, dann versteht man das Alles und erinnert sich:

https://www.youtube.com/watch?v=EWXNUADhMzo

.