Maschinenmenschen

30.3.2021. Im Jahr 1789 wurde die französische Monarchie gestürzt. Vorher gab es Veröffentlichungen, die eine „Rückkehr zur Natur“ forderten (Rousseau, 1712 – 1778). Er meinte damit, dass die Menschen von Natur aus frei sind und keinen allmächtigen Herrscher brauchen. Das verbreitet sich in ganz Europa. Wer ausreisen konnte, fuhr vor Allem nach New York. Am 4.7.1776 war der Gründungstag der USA, mit einer Verfassung, die das Recht des Einzelnen garantierte, selbst sein Glück zu suchen, verbunden mit Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, offener Auswahl des Berufs und des Wohnsitzes.

So entstand der stärkste Staat der Welt. Die Prinzipien gelten immer noch, sie wurden 1949 Teil des Grundgesetzes in Westdeutschland. Aber die Wirklichkeit war nicht immer danach. Henry Ford war Autofabrikant und perfektionierte das Fließband. Arbeiter brauchten keine jahrelange Ausbildung mehr, sondern lernten nur ein paar Handgriffe, die sie jeden Tag wiederholten. Weil die Konstruktionpläne darauf vorbereitet waren, gelangen immer bessere Produkte, und das System verbreitete sich auf der ganzen Welt.Bei den vorherigen Freiheitsdenkern löste es Unbehagen aus. Der Mensch selbst wurde wie eine Maschine behandelt. Er brauchte nur noch zu gehorchen.

Weil auch noch in den Fabriken schlechte Arbeitszustände herrschten, wurde Karl Marx (1818 – 1883) darauf aufmerksam. In seinem Buch „Das Kapital“ erklärte er, dass die Arbeiter nur noch den Wert hatten, für den finanziellen Gewinn des Unternehmers finanziell ausgebeutet zu werden. In Russland führt das am 25.11.1917 zur Oktoberrevolution. Der Zar wurde verhaftet und erschossen. In China verjagte Mao Ze Dong den letzten Kaiser und gründete am 1.10.1949 die erste Volksrepublik. Im gleichen Jahr entstand in Ostdeutschland die DDR, auch als kommunistischer Staat, in dem Alle gleich sein sollten. Juristisch ist das richtig, aber die Menschen behielten in allen anderen Bereichen ihre persönlichen Eigenarten. Die aufwändige Totalüberwachung nutzte am Ende nichts. Sie kostete viel Geld, das für wichtigere Dnge fehlte, für die Ernährung, den alltäglichen Verbrauch. Vor dreißig Jahren waren die Kassen leer. Das System brach von innen zusammen und löste sich auf, in der westdeutschen Demokratie. Es gab keine Rachejustiz, die neue Spannungen erzeugt hätte, aber das Denken war jahrzehntelang völlig unterschiedlich trainiert worden.

Alte Köpfe träumen gern von alten Zeiten, und die gibt es immer noch. Zur Zeit ist die ganze Welt von einer schweren Krise überrollt worden. Viele Branchen haben kaum noch Einnahmen, zum Beispiel die Gastronomie und alle Kulturveranstaltungen. Im Sommer wird sich das wohl verbessern. Aber offen ist die Frage: Wie soll das gehen? Einfach so weiter wie bisher, mehr fällt Vielen dazu nicht ein. Aber das funktioniert nicht, weil es sonst noch schlimmer wird. Bis vor einem Jahr konnte man in den Großstädten Maschinenmenschen sehen, die gemeinsam das Gleiche machten: Herumtippen auf Smartphones, Kichern, Verbreitung von verbotenen Privatfotos über das Internet. Und das ist nur ein Beispiel. Zeitweise entstand der Eindruck, wir hätten überhaupt keine Gesetze mehr. Damit vernichtet sich die Freiheit selbst. Die universale Weltordnung will das aber nicht.

Wer Phantasie hat, konnte meinen, dass böse Beobachter aus dem Weltraum die Geduld verloren und die Türen zuknallten. Selbst wenn das nicht stimmt, die Wirkung war aber so. Eine Pause zum Nachdenken. Dafür gibt es viele Ursachen, aber auch Lösungsmöglichkeiten, die das Fundament dieser Webseite sind. Sie beruht auf langen persönlichen Erfahrungen und dem Nachdenken über die Gründe für die aktuellen Krisen. Dazu gehörten auch viele Gespräche, zufällig, mit anderen Zuschauern. Das Erschreckende war oft das dumme Niveau. Wenn man zuhört, lernt man auch die Abgründe kennen: Habgier. Falschheit. Hinterlist. Raffgier. Das lässt sich ändern, aber Viele verschwenden keinen Gedanken darauf. Ostern, in fünf Tagen, ist das Fest der Auferstehung. Viele Jahre wurde es nur für Reisen oder Tagesausflüge genutzt. Zur Zeit geht das nicht mehr so einfach. Aber auch das ist eine Chance, damit sich etwas ändert, zum Besseren. Bald wird man auch das wissen.

Dass Menschen keine Maschinen sind, hat die Psychoanalyse mit wissenschaftlichen Methoden bewiesen. Trotzdem versuchen Politiker immer wieder, das Gegenteil auszuprobieren. Das allein sind schon verbotene Menschenversuche. Der Entdecker und Erforscher der Tiefenpsychologie war Sigmund Freud (1856 – 1939). Zu einem großen anderen Thema hat er sich nie geäußert, aber er hat versucht, dem Komponisten Gustav Mahler (1860 – 1911) zu helfen. Mahlers erste Sinfonie wurde am 20.11.1889 uraufgeführt. Jeder kann sich dabei zusammenphantasieren, was er will. Für mich ist sie eine Hymne auf den Frühling.

Der kanadische Dirigent Yannick Nézet-Séguin, 2014 im Münchner Herkulesaal, gibt dabei sein Äußerstes, auch mit den Händen und der lebhaften Gesichtsmuskulatur. Das Ergebnis stimmt auf jeden Fall:

https://www.youtube.com/watch?v=K-Pwh5Y5z14

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