Mehr Licht

24.2.2021. Die Jahreszeiten wiederholen sich, aber Anderes nicht. Kürzlich schrieb ich an einen Bekannten, „Wenn in vier Wochen, am 20. März, der Frühling beginnt, dann wirst Du auch innerlich schon weiter sein und auch mehr Licht sehen.“ Das muss gar nicht sein, weil es von vielen Ursachen abhängt. Manchmal passieren Fehler, und die schlecht getarnten Verursacher halten sich trotzdem für unangreifbar. Aufgrund ihrer Führungsfuktion und wegen ihres Finanzkapitals. Das ist jedoch ein schwerer Fehler. Die großen Skandale der letzte Monate, wie WireCard in den höchsten Höhen der Hochfinanz, zeigen, dass beim Aufwachen auch mit eisernem Besen gekehrt wird, ohne Rücksicht auf persönliche Wichtigtuerei. Seltsamerweiser ist das kein Regelfall. Eine bekannte Münhnerin versuchte, ihre Parteifreunde mit Enthüllungen zu erpressen. Damit hatte sie sich unmöglich gemacht. Trotzdem sitzt sie heute im Europaparlament. Ein Militärexperte konnte zu hohe Ausgaben nicht begründen und löschte Dateien. Jetzt sitzt er im Europaparlament.

Was aus Brüssel kommt, ist grundsätzlich nicht falsch. Trotzdem hält sich der gute Ruf schon seit Jahren in Grenzen. Dafür gibt es viele Beispiele, die in den Medien wochenlang breit gewalzt wurden. Deshalb will England kein EU-Mitglied mehr sein, sondern nur noch eine Zusammenarbeit. Die ist sowieso unvermeidlich, weil sämtliche Staaten viele lebenswichtige Querverbindungen haben. Aber London duldet die EU nicht mehr als einzige, höhere, schwer bewegliche Kommandogewalt. Dieses eine Beispiel wird deshalb noch sehr interessant, weil Probleme mit Sicherheit kommen. Aber auch vorbildliche Lösungen, die andere dann als Maßstab realisieren. Zu viel angepasste Gleichmacherei, zu viel blinder Gehorsam behindern den Fortschritt. Die Nationen haben schon zu viele typische Eigenarten verloren, die beliebtesten Einkaufsstraßen in den Innenstädten sehen fast alle gleich aus. Bayern war bis zur Olympiade 1972 für seine bäuerlichen Traditionen weltbekannt und gleichzeiig in der Spitzengruppe der Industrieländer. Diese beiden Bereiche sind sich aber immer ähnlicher geworden, also langweiliger und einfallsloser.

Jetzt ist ein Wendepunkt erreicht. Kein Rückschritt nach vorgestern. Als die ersten Menschen der Urzeit den aufrechten Gang lernten, gab es einen gewaltigen Qualitätssprung nach oben, der sich aber seit Jahren immer mehr verflacht hat. Seit fast einem Jahr gibt es viel Zeit wie noch nie, darüber nachzudenken. Trotzdem scharren Viele ungeduldig in den alten Startlöchern, um einfach weiter zu machen. Doch dafür haben sich zu viele Fehler, immer höher aufgetürmt. Am Leben der Alltagsmenschen ändert sich dabei nicht viel.

Aber auf allen Führungsüositionen muss ein großer Frühjahrsputz stattfinden. So wie im Eutopaparlament dürfen nicht immer weiter die gleichen Gesichter auftauchen, die sich schon oft völlig unmöglich gemacht haben. Auch nicht in finanzwirtschaftlichen Schlüsselpositionen, wo falsche Schaltpläne den ganzen Zug ständig in die Gefahr bringen, noch schlimmer zu entgleisen. Das gilt auch im Bereich der jahrzehntelang übersubventionierten Hochkultur, die zur Zeit nur noch bedrohlich, schwer angeschlagen ist. Oder in Staaten, wo die armen Regionen frech belogen und betrogen werden, damit einige Langfinger sich daran immer noch schamlos bereichern. In aller Öffentlichkeit. Die genauen Pleitezahlen sind bekannt, auch ihre Ursachen, trotzdem tauchen immer wieder die Gespenster aus der Vergangenheit auf, drohen und erpressen, täuschen und fälschen einfach weiter. In Einzelfällen wie dem „Open Lux“-Banken-Skandal sorgen auch Whistleblower, Mitwisser mit geheimen Insiderwissen für das unvermeidlichr Platzen solcher Seifenblasen, aber der Sumpf hinterlässt weiter seine Spuren, immer deutlicher.

Das ist nur noch eine Frage der Zeit, aber das langsame Tempo macht auch nachdenklich. Und an vielen Stellen tauchen gefährliche Risse und Löcher auf. Vor Allem, wenn es sich um sehr junge oder sehr dumme, schlecht bezahlte Mitarbeiter handelt, deren offene Plaudereien und Witze Niemand ernst genommen hat. Eine Lawine im hohen Schneegebirge kann lange ruhig bleiben, aber wenn sie sich, nur durch einen Fußtritt, in Bewegung setzt, wird sie immer größer. Auch weil viele, lachende Neugierige dazu kommen.

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