Monsieur Le Doux

8.11.2020.  Monsieur Le Doux war Catharinus Dulcis (1540-1626). Er war 1595 Hauslehrer für Französisch und Italienisch, bei John Harington im englischen Rutland. Le Doux war, so Vermutungen, eine zweite Identität für Christopher Marlowe, nach dessen vorgetäuschtem Tod am 30.5. 1593. Marlowe hatte durch heftige Streitschriften den Zorn der anglikanischen Kirche erregt und stand kurz vor der Eröffnung eines harten Prozesses gegen ihn, mit drohender Todesstrafe. Le Doux schrieb aus Frankreich nach England. Berichte aus Frankreich und Italien Er war hoch gebildet in Geschichte, Religion, Sprachdichtungen und dem Theater. Er stand in Kontakt mit Francis Walsingham, dem Geheimdienst-Chef der englischen Königin, Elisabeth I.

Dessen Neffe, Thomas Walsingham, unterstützte einen persönlichen Freund, den Dramatiker Marlowe und war damals englischer Botschafter in Paris. Der gleichfalls dort anwesende Le Doux interessierte sich sehr für Christopher Marlowe und dessen Werke. Nicht bewiesen ist, das er mit ihm identisch war, aber es gibt Spuren dafür.

Sie führen auch nach Italien. In Verona lebte der aus England verbannte und geflüchtete Marlowe, natürlich incognito. Im nahen Padua ist er vermutlich 1627 gestorben. Das erklärte seine Familie dort, aber erst nach seinem Tod. Falls das stimmt, ist auch erklärlich, warum sein Pseudonym Shakespeare einige seiner besten Stücke in dieser Gegend spielen ließ. Romeo und Julia (Verona). Othello (Venedig). Und andere. Marlowes Todesjahr war also 1627, nicht, wie bei der Londoner Messerstecherei im Jahr 1593. Und auch nicht 1616, als der echte Londoner Theaterdirektor William Shakespeare starb, sondern elf Jahre später. Marlowe wurde 1564 in Canterbury geboren. Demnach wurde er tatsächlich 63 Jahre alt. Shakespeares (Marlowes) letztes Werk, „Der Sturm“ hat einen Abschieds-Epilog, ein Nachwort. „Hin sind meine Zaubereien. Was von Kraft mir blieb, ist mein. Und das ist wenig.“ Damit beendete er sein literarisches Schaffen.

Viele andere Spuren weisen in dieses Richtung. Sie widersprechen sich teilweise, sind aber auch damit nur Beispiele, für ein groß angelegtes Täuschungsmanöver. Marlowe musste bei seinem kurz bevorstehenden Londoner Prozess wegen Gotteslästerung, mit der sicheren Todesstrafe rechnen. Selbst seine Beschützer, Königin Elisabth I. und sein enger Freund Thomas Walsingham, konnten ihn davor nicht retten. Also wurde sein Tod nur vorgetäuscht. Einer der im Wirtshaus anwesenden Augenzeugen war Thomas Walsingham selbst. Damit schließt sich das Bild. Von Marlowe gibt es nur ein einziges Porträt, das ihn als 21jährigen Studenten zeigt. Spätere Bilder sind deshalb nicht aufgetaucht, weil er nicht erkannt werden durfte und in London sehr bekannt war.

Noch stärkere Beweismittel sind seine Werke. Die Dramen wimmeln von Anspielungen und verschlüsselten Hinweisen. Noch besser sind seine 154 Sonette. Liebesgedichte. Werbung im Buchhandel: „Mit seinen Sonetten schuf William Shakespeare einen einzigartigen Gedicht-Zyklus rund um die Themen Liebe, Glück, Schönheit, Ewigkeit und Tod. Streng in der Form und subtil in den Gedanken, öffnen sie einen unendlichen Raum aus Sprache, Klang, Empfindung und Weisheit.“ Das klingt übertrieben, stimmt aber. Die Verkleidungen beginnen schon mit der Widmung, „an Mister W.H.“ Eine Provokation. Das W. könnte für den Dichter „William“ selbst stehen, denn es sind Selbstbetrachtungen.

Die Sonette sind eine Fundgrube. Sie zu öffnen, ist hier kein Platz. Man kann mehr darüber lesen, in meinem Artikel vom 2.11.20.

„Die Weltformel – Shakespeares Sonette“

https://luft.mind-panorama.de/die-weltformel-shakespeares-sonette/

Eine derartige Spurensuche findet man oft in Kriminalfilmen, die aber nicht so raffiniert gemacht sind. In Zukunft wird der Meisterdetektiv ein gutes, einfaches Computerprogramm sein, das alle Spuren auswertet, immer mehr, endlich auch die elektronischen Hinweise. Dann geht Alles sehr schnell, wenn die Daten stimmen.

Auf dem Bild sieht man das einzige Porträt von Christopher Marlowe, als 21jähriger.

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