Neue Leitmotive

24.10.2021. Am Gärtnerplatz sitzen von morgens bis abends junge Leute und genießen das Wetter. Im Theater nebenan werden immer noch gute Inszenierungen alter Operetten gezeigt. Dort trat in den Sechziger Jahren der Tenor Anton de Ridder auf ( 1929 – 2006). Gegenüber vom Personaleingang gab es die „Theaterklause“, wo eine ganze Fotoserie von ihm zu sehen war. Solche Stimmen sind heute selten geworden: Ein heller Klang, der mühelos auch das Hohe C traf. Solche Töne sind selten geworden. Hier singt er das Lied: „Postillon von Lonjumeau“:

https://www.youtube.com/watch?v=QtKrVu6pBPU

An der Theke dieser „Theaterklause“ traf man oft Künstler und Techniker des Hauses. Und im Oktober 1988 war ich dort Stammgast, weil ich ein paar Leute kannte. Zum Beispiel einen begeisterten Amateurtänzer. Am 9.9.21 habe ich etwas über ihn geschrieben: Tanzen bis zum Abwinken“ : „Mit seiner Ehefrau ging er oft zu exklusiven Tanzwettbewerben, aber die dafür notwendige Abendgarderobe schneiderten sie selbst. Für den großen Silvesterball im Luxushotel Bayerischer Hof hatten sie auch  kein Geld, kannten aber den Koch.  Er ließ sie einfach, durch die Küche, in den festlichen Ballsaal. Eine Platzreservierung hatten sie nicht und konnten deshalb die ganze Zeit nur tanzen. Bis zum Abwinken. Aber damit war das teure Problem gelöst, ganz einfach.“

https://luft.mind-panorama.de/tanzen/

Die große Zeit der berühmten Theater ist längst vorbei. Das Geld für Eintrittskarten kann man sich sparen, wenn man YouTube einschaltet. Dort gibt es die besten Musikfilme aller Zeiten, Konzerte und Schlager. Aber keine engen Sitzplätze mit raschelnden oder mitsingenden Nachbarn. Jedes Konzert kann man jederzeit unterbrechen, wenn man nur will, und die Gäste sucht man sich auch selbst aus.

Damit war früher viel Stress verbunden. Optische Zumutungen. Mittelmäßige Sänger. Hohe Preise.

Ein sehr wichtiges wirtschaftliches Gesetz lautet: „Möglichst wenig Aufwand für die besten Ergebnisse.“ Das ist kein Wunschtraum mehr. Überall gibt es Lösungen, um das Leben angenehmer zu gestalten. Aber sie sind gar nicht bekannt oder werden nicht befolgt. Vorschläge dafür gibt es hier in allen 43 Kapiteln. Sie sind nicht willkürlich zusammenphantasiert, sondern stammen aus persönlichen Erfahrungen. Und vielen anderen Quellen, die offen sind und trotzdem nicht benutzt werden. Und damit Niemand immer nur vor der eigenen Haustür sucht, kann man sich andere Kontinente anschauen. Erst einmal Länder im reichen Europa, die arm sind, weil die falschen Kochrezepte benutzt werden. Man schaue nur in die Speisenkarten. Dort bekommt man Alles, hervorragend, also so, wie man es verdient. In großen Firmen und Staaten funktioniert das nur deshalb nicht, weil die falschen Köche am Herd stehen. In Deutschland sollen schon wieder neue Staatskredite in Milliardenhöhe eingekauft werden. Untersucht werden vorher aber nicht die überflüssigen Ausgaben, die staatlichen Subventionen. Genauso auch auf den anderen Kontinenten, aber mit anderen Brillen und Vergrößerungsgläsern.

Südamerika und Afrika haben gewaltige Vorräte an Bodenschätzen. Statt sie selbst zu nutzen und zu verwerten, sind Reisende unterwegs, Einkäufer aus ganz anderen Staaten. Sie zahlen gut für Nutzungsrechte, aber warum nutzen die Staaten, die auch Besitzer sind, das nicht selbst? Die Gewinne könnten sich vervielfältigen, wenn die richtigen Köpfe an den Schalthebeln sitzen und tatsächlich etwas bewegen. Gleich hinter dem Hochgebirge der Alpen liegt das Mittelmeer mit Traumlandschaften. Aber die ökonomischen Zahlen sind schlecht, weil nicht gut gewirtschaftet wird. Also bleiben große Regionen einfach weiter arm. Es gibt Fabriken, deren geographische Lage völlig egal ist, zum Beispiel in der Elektronik und in der Computer-Branche. Die Regierungen können darüber entscheiden, wo neue Produktionsgenehmigungen verteilt werden, mit voraussehbaren hohen Gewinnen. Alles Weitere regelt sich dann von selbst. Gerade wurde es schon gesagt: „Die Gewinne könnten sich vervielfältigen, wenn die richtigen Köpfe an den Schalthebeln sitzen und tatsächlich etwas bewegen.“

Dass sich diese Gewohnheiten verändern, ist sicher. Aber jeder Tag Wartezeit ist einer zu viel. Dieses Leitmotiv kann man auch singen. Aber dafür ist andere Musik besser geeignet.

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