Norma am Mittelmeer

25.9.2022. Die Nachrichten brachten heute Vormittag nur Wiederholungen der bekannten Themen, allerdings aktualisiert. Dann hilft die Fernbedienung, und plötzlich wurde ein Ereignis fortgesetzt, mit dem der Tag gestern ausklang:  Eine Norma-Übertragug aus Süditalien. Die Beteiligten sind kein Geheimnis, aber als Spielerei werden sie diesmal nicht genannt, Jeder kann sie selbst finden und braucht nur Interesse daran. Bellinis Norma habe ich bisher nicht besonders geschätzt, der Grund dafüt wurde erst jetzt klar. Die Musik ist sehr schön, verlangt aber Stimmen, die viel mehr können:  Dramatischen Ausdruck, keine Farblosigkeit. Richard Wagner sagte über Bellini: „Bei ihm habe ich gelernt, wie man eine Melodie schreibt.“ Erst jetzt ist klar, warum. Die Hauptdarstellerin hat sehr viele Stimmfarben zur Verfügung, ihr Gegenspieler Pollione schmettert so wie er sein soll: Ein römischer Feldherr vor zweitausend Jahren. Zur dem Werk „Norma“ gibt es hier schon viele Beiträge. Das Stichwort „Norma“ wird hier in 373 Artikeln  erwähnt oder mit Beispielen gründlicher erklärt.

Den Regisseur der Londoner Aufführung habe ich vor zwei Jahren auf meine Kommentare hingewiesen. Er hat persönliche Grüße ausrichten lassen, also hat es ihm gefallen.

https://luft.mind-panorama.de/?s=norma&x=20&y=8

Norma ist eine Hohepriesterin der Druiden. Sie verehrt den nächtlichen Mond und seine Geheimnisse. Ihr Gegenspieler ist der Römer Pollione, der hier einen langen, dunkelblauen Mantel trägt und früher mit ihr befreundet war.  Zwei Kinder sind davon geblieben, die man auch immer wieder sieht. Die Welt des Römers ist materielle Macht, deshalb hat er seine Kriege bisher gewonnen. Aber beide Dimensionen passen nicht zusammen, also ist, schon von Anfang an, der bevorstehende Untergang nicht zu vermeiden. Nach seinem ersten Auftritt geht Pollione wieder, weil er die Norma-Fanfaren hört,  laute Trompetenklänge. Aber sie will keinen Krieg, sondern die gedanklichen Abgründe des Lebens erkennen. Als sie dann zum ersten Mal auftritt, geht hinter ihr eine leuchtende Sonne auf, das Zeichen der Erkenntnis in seiner höchsten Stufe: Der Erleuchtung.  Das ist die innere Vereinigung des Menschen mit den sichtbaren Zeichen Gottes, die er erkennnen kann: Die Unio Mystica.

Zu diesem, viel grö0eren Thema gibt es hier das Kapitel „Die Gesetze der Mystik“, unter diesem Text.

In Normas Welt spielen  nicht materielle Macht und Geld die Hauptrolle. Der Römer Pollione ist das Gegenteil, Sein langer, dunkelblauer Mantel ist am Mittelmeer die Farbe einer politischen  Elite, die immer noch viel Einfluss hat. Hier heißt es, auf der Startseite oben: „Die Farbe „königsblau“ ist das Merkmal des  Lapislazuli-Steins, war früher ein Erkennungszeichen der mächtigen Herrscher, der  Zauberer  und  Magier, die den  nachtblauen Sternenhimmel deuten konnten  und entspricht der dunklen Farbe der Nacht, die Vieles verbirgt, was erst  im hellen Tageslicht der Erkenntnis deutlich sichtbar wird.“

Hermes Trismegisthos hat vermutlich niemals existiert, aber im magischen Mittelalter galt es als Inbegriff der Weisheit und Autor der Schrift „Tabula Smaragdina“ (Tafel aus Smaragd), hier ein Thema in 65 Beiträgen. Ein Leitsatz darin ist  „ein Ding: Sein Vater ist die Sonne, und seine Mutter der Mond“.  Der Inhalt hat viele Querverbindungen zum Norma-Thema:

https://luft.mind-panorama.de/?s=tabula+smaragdina&x=10&y=8

„Norma“ war die berühmteste Rolle von Maria Callas. Hier singt sie das Lied „Casta Diva“, über La Luna, die geheimnisvolle Königin der Nacht:

https://www.youtube.com/watch?v=B-9IvuEkreI

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