Oliver Cromwell

31.12.2020. Mit der Bevormundung durch ihre Könige waren die Engländer Jahrhunderte lang unzufrieden. Dann trat ein Mann auf, der das radikal änderte: „Oliver Cromwell  (1599 – 1658) gelang die Abschaffung der Monarchie. Er war während der kurzen republikanischen Epoche der englischen Geschichte der einflussreiche Lordprotektor von England, Schottland und Irland. Dann stürzte er mutig den englischen König und ließ ihn sogar hinrichten.. Im Bürgerkrieg des Parlaments, gegen König Karl I. war er zuerst Organisator, dann stieg er zum entscheidenden Feldherrn des Parlamentsheeres auf. Mit der von ihm betriebenen Hinrichtung Karls endeten alle Versuche der Stuart-Könige, England in einen autoritären,  absolutistisch regierten Staat umzuwandeln. Allerdings scheiterten am Ende auch Cromwells Bestrebungen, England dauerhaft in eine Republik umzuwandeln.“

„Cromwells Republik scheiterte zwar, war aber ein wichtiger Schritt, beim unaufhaltbaren Ausbau der englischen Demokratie. Der Verfassungsentwurf der freien „Unabhängigen“ („Agreement of the People“ (1647), betonte starke demokratische Tendenzen. Die zentralen Themen: Religionsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, allgemeine politische Rechte und ein Ende der Kerkerstrafen für Schuldner.“ (Wikipedia)

Königin Elisabeth II. hat heute nur noch repräsentative Aufgaben. Sie eröffnet jährlich im Londoner Unterhaus das Parlament, mit der großen Staats-Krone geschmückt. Aber sie darf nur eine Rede vorlesen, die der britische Ministerpräsident geschrieben hat. Seine Regierungserklärung.

Ihre Namensvorgängerin, vierhundert Jahre vorher, prägte noch ein ganzes, nach ihr persönlich benanntes Zeitalter: Elisabeth die Erste (1533 – 1603). Sie sah gern die Theaterstücke ihrer in London lebenden Dichter: Christopher Marlowe und William Shakespeare, die an ihrem Hof persönlich auftraten. Marlowes bester Freund war Thomas Walsingham, der Neffe des mächtigen englischen Geheimdienst-Chefs. Die Königin mochte Marlowe, obwohl ihn das höchste kirchliche Oberhaupt der Anglikaner massiv anfeindete, der mächtige Erzbischof von Canterbury, der auch alle andersgläubigen Katholiken bekämpfte, sie alle zensierte und wegen Gottesfeindlichkeit, Ketzerei, Atheismus, anklagte. Der Prozess gegen Marlowe hätte mit Sicherheit die damals übliche Todesstrafe ausgelöst. Elisabeth I. unterstützte zwar offiziell die brutale Ketzerverfolgung im ganzen Land, aber im letzten Augenblick begnadigte sie Marlowe heimlich und unterstützte auch seine Flucht nach Norditalien, wo er unter dem Pseudonym William Shakespeare seine später weltberühmten Stücke schrieb und sie alle, incognito nach London sandte, direkt zum real existierenden Theaterdirektor William Shakespeare.

Elisabeth I. hatte aber noch viel Wichtigeres zu tun. Zitat: „Elisabeth war die kluge Tochter des gefürchteten Heinrich VIII.  Ihre Regierungszeit als Königin von England und Irland von 1558 bis 1603 wird als Elisabethanisches Zeitalter bekannt. In jener Zeit erhielt die Anglikanische Kirche ihre endgültige Form, es entstanden zahlreiche künstlerische Werke, von Dramatikern wie William Shakespeare, Christopher Marlowe oder Ben Jonson. Es wurden die modernen Wissenschaften mit Francis Bacon begründet und die Welt von Francis Drake umsegelt. Die erste englische Kolonie in Amerika wurde in dieser Zeit gegründet und zu ihren Ehren Virginia benannt. Virginia, die Jungfrau, nannte man sie, weil sie niemals heiratete, aber mehre angesehene Liebhaber aus dem Londoner Hochadel hatte.

Zur Zeit von Elisabeths Thronbesteigung war die Lage in England sehr angespannt. Die Wirtschaft lag kraftlos am Boden, das Land befand sich im Krieg mit Frankreich und wurde außerdem von streitenden Glaubensfragen zerrissen. Elisabeth machte sich zuerst daran, den von ihrer Schwester wieder eingeführten Katholizismus energisch zurückzudrängen und auch die strengen Puritaner, die aber später, mit ihrem Anführer Oliver Cromwell, die Hinrichtung des englischen Königs durchsetzten.  Am 25. Februar 1570 wurde Elisabeth sogar von Papst Pius V. (1566–1572) exkommuniziert. Ihr wurde das Recht auf den englischen Thron abgesprochen und den englischen Katholiken mit der Exkommunikation gedroht, falls sie Elisabeth weiterhin die Untertanentreue hielten.“ (Wikipedia)

Ernsthaft geschadet hat ihr das nicht. Sie hat Gewaltiges geleistet, ihren Staat politisch und wirtschaftlich stabilisiert. Und sie beschützte Christopher Marlowe, den sie persönlich kannte, mit ihrer eigenen Macht, vor dem sicheren Todesurteil des Erzbischofs von Canterbury. Sie wusste, dass Marlowe im letzten Moment, über Nacht nach Italien floh und von dort neue Werke nach London schickte, unter dem Pseudonym William Shakespeare. Politik und Wirtschaft sind zeitlich vergänglich. Aber der bedeutenden Königin ist auch Folgendes gelungen: Sie hat einen unsterblichen Geist für die Welt gerettet, dessen wirklicher Name, damals nur ganz wenigen Eingeweihten bekannt war.

Am 12.11.20 schrieb ich einen Artikel über „Shakespeares Sonette“. Im Sonett Nr. 18, von mir selbst übersetzt, vor sehr vielen Jahren, als Jugendlicher, heißt es wörtlich: „Vergleich ich dich mit einem Sommertag? Lieblicher und maßvoller bist du. Niemals bleibt das Schöne in seiner frühesten Gestalt, durch Zufall oder den wechselnden Lauf der Natur. Doch dein ewiger Sommer soll nicht verblassen, auch nicht den Besitz deiner Schönheit verlieren. Nie soll der Tod dich ziehen in seinen Schatten, wenn du, durch diese Zeilen ewig, immer weiter wächst. So lange Menschen atmen und Augen sehen, so lange lebt diesund das gibt Leben dir.“

https://luft.mind-panorama.de/category/6-die-magische-welt-der-symbolik/8-d-shakespeares-sonette/

Das Bild zeigt das Haus von Anne Hathaway, der Ehefrau von William Shakespeare :