Opernfeste, aber warum ohne Gäste ?

12.10.2020. Man staunt: Die Musiktheater öffnen wieder, aber nicht für Zuschauerplätze. Dafür treten Stars auf, ohne Publikum.

Zum Beispiel ein Liederabend mit Jonas Kaufmann und dem Pianisten Helmut Deutsch. Beide sind auf einer unaufdringlich, aber gut beleuchteten Bühne zu sehen, mit halbdunklen, vergeistigten Farbtönen. Links oben liest man den Veranstalter, „Bayerische Staatsoper“ Er singt vollständig Schumanns Liederzyklus „Dichterliebe.“ mit diskreten, aber ausdrucksvollen Opern-Bewegungen.

Sonst sieht man Niemanden. Aber das macht nichts. Kaufmann ist jetzt auf der Höhe seiner differenzierten, dramatischen und gefühlsbetonten Gesangskunst. Er muss wirklich nicht nur zu Hause herumsitzen, wie die anderen Opernsänger von Berlin bis New York. Also geht er ins Internet, großartig.

Was für Möglichkeiten werden da immer noch, weltweit verschenkt ! Der vorgeschriebene Mindestabstand zwischen allen Einzelpersonen muss doch nicht Alles ganz lahm legen.

Eine bürokratische Hysterie, nicht nur in der Kultur. Alle Über-Reaktionen verstoßen immer gegen das Grundgesetz, das auch die Versammlungsfreiheit garantiert, nicht das Gegenteil. Die professionelle Rechtsprechung scheint das nicht zu wissen. Dabei soll sie für die Einhaltung der Gesetze arbeiten.

Phantasievolle Ausstattungen, eindrucksvolle Außenaufnahmen, Lichtwirkungen und Konzerte mit nur wenigen Solisten, wie bei den drei „jungen Tenören“ der süditalienischen Gruppe „Il Volo“ (Der Flug) , können überall, an jedem Ort, gut vorbereitet und aufgezeichnet werden, danach sofort im Internet anzuschauen, in bester akustischer und optischer Qualität.

Warum nicht jetzt schon, aber noch viel öfter? Alle beteiligten Mitarbeiter könnten dabei etwas verdienen, von den Technikern bis zu den Orchestermusikern.

Und das ist eine wichtige Anerkennung, statt teurer Eintrittskarten. Jeder Zuschauer kann selbst dafür zahlen. Weltweit ist das nämlich nicht wenig, insgesamt sogar eine große Menge.

Aber dabei muss man nicht übertreiben, aus abschreckender Geldgier. Für ganz neue Produktionen kann man sparen und immer ein unverwechselbare Markenzeichen zeigen, dann meckert Niemand. Nur als Beispiel: Aufgenommen am (…, Datum). Seit dem letzten April reicht dieser Hinweis völlig aus, um auch freiwillig zu spenden.

Die Einnahmen muss auf jeden Fall eine neutrale Stiftung verwalten, nicht irgendwelche betrügerischen Goldgräber. Aus den vorher geschätzten, berechenbaren Überschüssen lässt sich weiter Neues finanzieren, das nicht wieder genau so ausschaut wie das Alte.

Unruhige Massenszenen und teure Dekorationen kann man reduzieren oder anders gut gestalten. Nicht mit viel Geld, sondern mit einfallsreicher Phantasie

Das muss man jetzt nicht noch weiter auswalzen und langweilig breit treten. Gute Künstler wissen selbst, wie man das macht.

Zur Zeit verschwindet angenehmerweise, viel Aufgeblasenes, Überflüssiges, weil bei fehlenden Einnahmen einfach kein Geld mehr dafür da ist.

Auch die zu hohe Kriminalitätsrate im ganzen Land kann deshalb nur sinken. Neue Ermittlungs-Methoden werden das noch mehr verbessern. Gut für Alle und für den Umgang miteinander.

.