Othellos Grenzgebiete

2.12.2021. Wer zur Zeit miterlebt, wie sich die Schreckensmeldungen immer mehr steigern, reagiert darauf mit Sorge oder Angst. Seitdem es Lebewesen gibt, ist das so. Schlecht ist es nur, wenn die Angst keine Ursachen findet oder von außen angeheizt wird. Dann brechen Kriege aus, die alle Extreme übertreffen. Nicht nur militärisch, sondern auch im privaten Bereich. An einem Beispiel lässt sich das demonstrieren. Alle Assoziationen, Gedankenbrücken, kommen dabei von dem, in dessen Kopf und Gedächtnis sich die Katastrophen abspielen.

Giuseppe Verdis vorletztes Werk war „Otello“. Er findet darin alle Zwischentöne, die gerade genannt wurden. Der Text hält sich sehr eng an das gleichnamige Drama von Shakespeare. Und die Musik hat derart viele Einflüsse von Wagners „Tristan“, dass sie manchmal sogar direkt beim Original abgechrieben wurde und trotzdem ein unverwechselbarer Verdi bleibt.

Die Handlung hat viele starke, farbige Bilder und Seitenwege, aber auf dieser Seite würde das zu einem labyrinthischen Durcheinander führen. Das grobe Muster ist ganz einfach. Otello ist ein erfolgreicher Militärführer, ein General in Venedig währen der Renaissancezeit, als dort auch der Autor Shakespeare lebte. Wieder findet man, in verschlüsselter Form, viele Hinweise auf sein tatsächliches Leben. Ein Leckerbissen für Kriminalkommissare und das heutige Fernsehpublikum, wenn unaufgeklärte Fälle gelöst werden sollen.

Othello ist so stark, dass man ihn für unbesiegbar häl.D och er hat einen heimtückischen Feind: Jago, den er einfach bei einer Beförderung übergangen hat. Die längst erwartete Gehaltserhöhung steckt aber der junge und naive Hauptmann Cassio ein. Der teuflische Jago erfindet daraufhin eine nicht vorhandene Liebesgeschichte zwischen Cassio und Otellos völlig unschuldiger Ehefrau Desdemona. Damit hat er einen wunden Punkt im Visier und landet einen Volltreffer. Otello vertraut seiner Ehefrau nicht mehr und wird immer misstrauischer, angeheizt von Jago. Dann bricht Jähzorn aus. Auf dem Ehebett ermordet der vor Wut rasende Otello seine Frau. Erst dann verrät Jagos Ehefrau das satanische Spiel. Otello erschlägt den Verbrecher, aber seine unschuldige Frau ist tot. Da verschwinden alle falschen Beschuldigungen wie ein Alptraum. Der gefürchtete General bricht wehrlos zusammen. „Jedes Kind kann jetzt mir das Schwert entreißen.“ Dann begeht auch er Selbstmord.

Wenn man diesen Fall analylysiert, landet man direkt bei Sigmund Freud (1856 – 1939). Er war zunächst ein unauffälliger Arzt  am Allgemeinen Krankenhaus in Wien. Aber ähnlich wie sein Zeitgenosse Albert Einstein, entdeckte er Fehler in den überlieferten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Freud hatte auch eine Privatpraxis in der Wiener Berggasse 19. Zu ihm kamen  viele Frauen aus reichen Familien, die ständig, künstlich aufgeregt waren. Freud notierte dann die Gemeinsamkeiten seiner Patienten und fand die Ursachen heraus. In der Mehrzahl war es eine unbefriedigte Sexualität, die sich in hysterische Wahnvorstellungen hinein steigerte. Damals waren solche Forschungen nicht alltäglich. Freud musste deshalb, sein ganzes Leben lang, die schlimmsten Beleidigungen seiner Kritiker über sich ergehen lassen, gab aber nicht nach.

Danach erweiterte er seinen eigenen Themenkreis und fand Überraschungen auf zahlreichen, ganz anderen Wissensgebieten,. Seiner Psychoanalyse ist hier ein ganzes Kapitel gewidmet, mit bisher 61 eigenen Artikeln. Ihre unübertreffliche Wichtigkeit wird immer noch unterschätzt, aber sie kann sogar aktuelle Problemei in der Politik und beim Management großer Firmen aufklären und auflösen. Wichtig ist das auch in der Kriminalistik. Die Methoden sind dort oft gar nicht bekannt, aber sie hätten den „Fall Mollath“ verhindert, zu dem es hier ein eigenes Kapitel gibt. Der unschuldige Mann aus Oberfranken hat mittlerweile über 500.000 Euro Entschädigung von der bayerischen Staatsregierung erstritten, in einem nachprüfbaren, öffentlichen Prozess. Ähnliche Fälle füllten, monatelang die Schlagzeilen der Informationsmedien, aber einige Opfer kamen bisher  noch nicht einmal auf die Idee, dafür Schadensersatz zu verlangen. Das ist aber abschreckend gegen Wiederholungen, die auf keinen Fall mehr passieren dürfen.

Verdis Otello, in deutscher Spache, war 1965, eine Sensation im deutschen Fernsehen, weil zum ersten Mal eine vollständige Oper direkt übertragen wurde, mit dem Superstar Wolfgang Windgassen in der Titelrolle. Die Aufzeichnung gibt es als DVD. Windgassen sang die schwierigsten Wagner-Rollen, als ob er drinnen lebte. Mit ihm und seinen überragenden Auftritten eröffnete Wieland Wagner (1917 – 1966) seine revolutionäre Parsifal-Neuinszenierung, die weltweit für heftige, anregende  Diskussionen sorgte, von 1951 bis zu seinem frühen Tod am 17.10.1966 in München.

Shakespeares Otello ist nur eines seiner vielen Gipfelwerke. Deutliche Spuren darin deuten auf den Autor selbst hin, werden aber nicht erkannt. Der Londoner Dichter war eng befreundet mit Thomas Walsingham, dem Neffen des britischen Geheimdienst-Chefs, der für die persönliche Sicherheit von Königin Eliabeth I. verantwortlich war. Zu seine Spionen gehörte auch Shakespeare, der seine Londoner Theaterfreunde aushorchte, ob sie bei ihren Auftritten am königlichen Hof etwas Böses planten.

Der geniale Dichter starb in Padua bei Venedig, blieb dort auch die ganze Zeit unerkannt. Aber er bekam, durch seine Freunde, sicherlich beste Verbindungen zu den Herrschern, den Dogen in Venedig. Jederzeit hatte er also auch Zugang zu historischen Archiven, für seine exakten Forschungen über die englischen Königshäuser.

Wer Genaueres zu diesem Phänomen wissen will, findet dazu hier das Kapitel „Shakespeare Universum“, mit bisher 39 eigenen Artikeln :

https://luft.mind-panorama.de/category/6-die-magische-welt-der-symbolik/8-d-shakespeares-sonette/

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