Pelleas Weihnachten 2021

10.12.21. Kinofilme waren ein großer Erfolg, bis das Fernsehen auftauchte und Anfang der Sechziger Jahre immer stärker wurde. Die Weltmacht Hollywood im fernen Los Angeles, Kalifornien, wehrte sich heftig dagegen, mit ganz neuer Technik: Riesen-Leinwände, die immer breiter wurden. Lautsprecher mit sechs verschiedenen Tonspuren. Große Filmmusik mit Orchestern, die sich anhörten wie eine monumentale Wagner-Oper. Küstümfilme protzten mit einer teueren  Ausstattung wie im Alten Rom, dazu Dialogen und Handlungen, an denen mehrere Geschichtsprofessoren gleichzeitig gearbeitet hatten. Für Groß und Klein. Weihnachtsfilme waren im Voraus ausverkauft. Heute sieht das Bild leider ganz anders aus, weil sich die Herstellungsmethoden völlig verändert haben.

Das Heilmittel heißt heute YouTube. Ohne Eintrittskarten und das Knistern von Popcorntüten ringsum. Und die Weihnachtsfilme von damals sind griffbereit, auch als DVD-Silberscheibe. Früher hat die GEMA wachsam aufgepasst, dass keine illegalen Raubkopien im Umlauf sind. Das Geld kommt trotzdem in die Kasse. Wenn die Zuschauerzahlen melden, dass ein Film besonders beliebt ist, bekommt man nur noch Ausschnitte zu sehen, kann ihn dann aber mieten oder kaufen. So bekommen Alle das, was sie auch verdienen. Es ist kein Witz: Meine Musik-Rezensionen hier haben manchmal solche Folgen. Ich habe gern über die „Sommernächte“ berichtet und die gleichnamige Musik „Nuits d´eté“ von Hector Berlioz )1803 – 1869). Plötzlich war die Aufnahme verschwunden, die ich am liebsten gehört habe, mit der wunderbaren Régine Crespin. Dafür wurde hochwertiger Ersatz angeboten: Die gleichen Lieder mit Suzanne Danco, haben  mir noch besser gefallen. Jetzt habe ich nur einen Wunsch: Diese Aufnahme will ich jetzt verlinken und hoffe, dass sie noch erreichbar ist.

Tatsächlich:

https://www.youtube.com/watch?v=H12Ho-1-UWI

Das hat mich sehr gefreut und deshalb folgt jetzt auch noch eine Rezension: Suzanne Dancos Stimme kenne ich seit fünfzig Jahren. Sie sang damals die weibliche Hauptrolle in „Pelleas et Melisande“ von Claude Debussy.(1862 – 1918), in einer Studio-Gesamtaufnahme, unter der Leitung von Ernest Ansermet. Damals hatte ich nicht viel Geld, wollte die Aufnahme aber unbedingt haben, die immer noch die beste Interpretation dieses schwierigen Stücks ist. Damals noch nicht in Stereo, aber das kann man digital verbessern, und so  ist es auch geschehen. Suzanne Danco singt sehr klar und empfindsam. An ihrer Seite waren Heinz Rehfuß, als böser Prinz Golaud, und weitere außergewöhnliche Sänger. Höhepunkt ist die Orchesterbegleitung durch Ernest Ansermet. Er traf genau den lichtdurchfluteten, impressionistischen Klang und nicht den nebulösen, unklaren Pessimismus, den seine anderen Kollegen anzubieten hatten. 

Aber geplant wr eigentlich die Neu-Endeckung eines Filmklassikers. Der erste Teil wurde kürzlich bereits angeschaut. Der zweite wird mit Vorfreude erwartet, denn das ist die beste Freude. Es handelt sich um die zwei „Björndal“-Filme. Der erste Teil hatte den aufregenden Titel „Und ewig singen die Wälder“ und wurde am 15.9.1959 zum ersten Mal gezeigt. Später hatte er insgesamt 15 Millionen Zuschauer. Eine Traumzahl, die sich heute nur noch mit dem Internet erreichen lässt. Die Bilder wirken ganz neu, als wären sie erst gestrn gedreht worden. Einsame norwegische Landschaften, in denen die Bewohner spannende Dramen erleben. Hauptdarsteller Gert Fröbe wurde später zum Weltstar, die besten deutschen Schauspieler waren damals an seiner Seite. Eine andere Hauptrolle spielte dabei die Musik von Rolf Wilhelm, damals wohl einer der besten Filmkomponisten.  Wenn man den Film genau studiert, wie eine Vorlesung an der Münchner Filmhochschule, kann man sehr viel lernen über die handwerkliche Kunst und Qualität der Produktion von Kassenerfolgen. Die Regeln und Methoden haben sich überhaupt nicht verändert, man kann sie auf jedes andere Thema übertragen. Wer dazu Genaueres wissen will, schaue in das Kapzel „Kinofilme“ hier, mit bisher 70 eigenen Beiträgen:

https://luft.mind-panorama.de/category/6-die-magische-welt-der-symbolik/8c-kinofilme/  

Die angenehmen früheren Bekannten aus der Münchner Filmszene habe ich schon ein paar Monate nicht mehr gesehen, aber sie wissen bestimmt, wie man das ändern kann, weil das alte Millionendorf auch eine Filmstadt ist.  Die meisten kennen sich untereinander, und einige Namen, die ich persönlich noch gar nicht erlebt habe, wissen bestimmt, wie sich das machen lässt.

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