Preußische Disziplin

23.2.2021. Das gesamte Universum wird beherrscht vom Doppelprinzip der Kraft und Schwäche. Tag und Nacht. Sommer. Winter. Wachsen und Vergehen. Die ersten Tiere erkämpften sich Macht-Reviere, gegen Konkurrenten. Später begann der Handel. Wer einen großen Besitz hatte, konnte viel Geld damit verdienen. Auch Macht ausüben. Dabei kam es zu Spannungen zwischen den beiden Ur-Prinzipien. Wenn nur der Stärkste herrschen durfte, fingen die Ungerechtigkeiten an. Eine Minderheit beherrschte die Mehrheit. Daraus entstanden Kriege. Aber auch die Idee der Gerechtigkeit, der Justiz. Die Weltordnung hat dabei ein großes Fundament: Den Dekalog. Das Stichwort kann man direkt unter diesem Text noch weiter vertiefen. In Kurzform, ist es das Verbot zu stehlen, zu lügen, zu morden und die Habgier nach fremdem Eigentum. Jeder Staat hat dafür dicke Gesetzbücher und hohe Strafen. Aber wer gegen diese Regeln verstößt, wird von der universalen Weltordnung bestraft. Schon seitdem sich das erste Leben auf dem Planeten Erde entwickelte.

Mit deutlichen Gesetzen kann man aber auch schweres Unrecht zementieren. Das machen einige Staaten. Die Bevölkerung soll dann gehorchen und wie Sklaven Befehle ausführen. Aber das ist oft schief gegangen. 1789 wurde in Paris der französische König verhaftet und öfgfentlich hingerichtet. Kommunistische Systeme versprachen die Gleichheit aller Menschen und setzten diese Idee dann mit Gewalt durch. Militärisch nach außen und mit einer Totalüberwachung nach innen. Das ist überwiegend Vergangenheit, aber noch nicht restlos verschwunden. Heute ist das Wichtigste: Wie geht es weiter?

In den meisten Staaten herrschen Krisen. Die meisten sind sogar offen erkennbar und haben allseits bekannte Merkmale. Arme Staaten entstehen durch unfähige Regierungen, die nicht abgelöst werden. Große Firmen brechen zusammen, weil die Führungskräfte dumm sind oder korrupt. Wer sich kaufen lässt, um Spitzenpositionen zu erschleichen, ruiniert das stabile Fundament. Wenn mehr als eine Person dabei mitmacht, ist es eine Organisation. Niccolo Macchiavelli (1469 – 1527) schrieb vor fünfhundert Jahren: „Der Zweck heiligt die Mittel.“ Sein Buch hieß „Der Fürst“. Er war Berater der reichen Kaufmannsfamilie Medici in Florenz, aber seine rücksichtslose Denkmethode wird weltweit angewendet.

Er lebte in der Renaissancezeit, als die katholische Kirche auf dem Höhepunkt ihrer Macht war. Trotzdem gab es Widerspruch. Kritiker wurden als Ketzer verhaftet, als Atheisten und Gottesleugner, mur weil sie das römische Dogma nicht als obere Richtschnur anerkannten. Die Namen der berühmtesten Ketzer haben hier eigene Artikel, die man mit der Such-Funktion sofort finden kann, rechts oben auf dieser Seite. Am 11.10.20 habe ich unter dem Stichwort „Savonarola“ über die Tragödie des Dominikanermönchs (1452 – 1498) in Florenz berichtet:

https://luft.mind-panorama.de/savonarola/

Auf dieser Webseite gilt zwar das Prinzip der Freiheit, die auch unser Grundgesetz von1949 garantiert: Meinungsfreiheit. Pressefreheit. Schutz der Privatsphäre, auch vor staatlichen Übegriffen.

Aber Freiheit kann man auch missbrauchen. Schon seit vielen Jahren wurde das immer deutlicher erkennbar. Zuletzt steigerten sich Übergriffe mit Smartphones, zur verbotenen Ermittlung von Standorten, durch junge Leute, die Versendung von Privatfotos über das Internet. Verwendung in Suchmaschinen, die ähnliche Bilder im ganzen Netz anzeigten, zum Beispiel bei Facebook, wo oft die richtigen Namen und deren Gewohnheiten herumgeplaudert wurden. Ende März war plötzlich Schluss damit. Immer noch sind sämtliche Gaststätten und Treffpunkte geschlossen, wo auch solche Ideen ausgetüftelt wurden. Außerdem stürzten die Einnahmen großer Firmen stürzten ab, die Gehälter und der Arbeitsmarkt. Weitere Querverbingen stehen täglich in den Medien. Doch was kommt danach?

Kein Nachtrauern der Vergangenheit, denn das ist Zeit- und Geldverschwendung. Ein berühmter preußischer König hat das Gegenteil vorgemacht. Friedrich II. („Der Große“), (1712 – 1786). Sein strenger Vater hatte ihm das eisrne Gehorchen beigebracht. Militärische Disziplin. Allen Befehlen muss gehorcht werden. Aber Friedrich akzeptierte das nur im Krieg, zum Beispiel bei seinen jahrelangen Streitereien mit der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. Privat versuchte er, schon als Jugendlicher, aus dem Bereich seines Vaters zu fliehen, gemeinsam mit seinem Freund August Katte. Beide wurden erwischt und landeten im Gefängnis. Dort musste Friedrich durch das Fenster zuschauen, wie sein Freund, ausdrücklich vor seinen Augen, hingerichtet wurde. Das hat ihn sehr nachdenklich und zum Philosophen gemacht. Zwei seiner Erkenntnisse sind berühmt: „Man soll jeden Menschen, auf seine eigene Art, glücklich werden lassen.“ Der zweite Fall war ein Streit mit einem Berliner Mühlenbesitzer. Friedrich wollte dessen Grundstück haben und notfalls enteignen. Aber er musste sich die Antwort anhören: „Wenn nur das Berliner Kammergericht nicht wäre!“ Juristisch war Friedrich im Unrecht, und das sah er ein. Er ließ die Finger weg von dem fremden Grundstück.

Das wird auch sonst die Zukunft sein. Machtmissbrauch, Unrecht, Habgier und Geldveschwendung werden nie ganz verschwinden. Aber man kann sie dämpfen, durch noch mehr Offenheit. Alle Privatsachen gehen Fremde gar nichts an. Aber Aktivitäten in der Öffentlichkeit sind keine Staatsgeheimnisse, bis auf wenige Ausnahmen. Auch Firmengeheimnisse müssen geschützt werden, vor der neugierigen Konkurrenz. Aber alles Andere gehört nicht in dunkle Hinterzimmer. Wenn in Italien ein Verdächtiger nicht nachweist, aus welchen Quellen sein Geld stammt, wird Alles vom Staat beschlagnahmt und an soziale Projekte weitergegeben.

Das ist ein sehr sensibles Themen, deshalb dürfen keine schweren Fehler gemacht werden, so wie in der Vergangenheit. Das aber hat schon längst Dimensionen erreicht, die man für Phantasie halten könnte. Zahllose Kriminalfilme beschäftigen sich damit, aber die Wahrheit gründet sich auf Fakten, deren Zusammenhänge längst immer deutlicher erkennbar werden.

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